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Freitag, 15.11.2019

2 Termine gefunden

ICS Export
10:00 Uhr Datum: 15.11.2019

18. Parlamentarischer Untersuchungsausschuss

3. Sitzung
Magdeburg, Domplatz 6-9, Landtagsgebäude

u18003e7.pdf (PDF, 472 KByte)


10:00 Uhr Datum: 15.11.2019

Ausschuss für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Medien

32. Sitzung
06108 Halle (Saale), Gerberstraße 2, MDR Programmdirektion Halle

eur032e7.pdf (PDF, 475 KByte)


Plenarsitzung

Transkript

Andreas Höppner (DIE LINKE):

Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Barth, danke für die Rede auf Platt. Ich habe mich gefühlt, als wenn mein Opa mit mir spricht.

(Heiterkeit bei der LINKEN, bei der SPD und bei den GRÜNEN)

Oma und Opa haben auch bei uns zu Hause regelmäßig und sehr durchgängig platt gesprochen. Leider habe ich es mir nicht so verinnerlicht und habe es auch verlernt, muss ich ehrlich sagen. In meiner Kindheit war es aber gang und gäbe in der Westaltmark.

Meine Oma sagte immer: [Ick slag dir aufn Dez###], wenn ich Dummheiten gemacht habe - das kam regelmäßig vor - oder: [Wat quakelst du allwedder###], wenn ich zu viel gesabbelt und Dummheiten gequatscht habe, wie wir es hier im Landtag ja auch manchmal tun.

Ja, wie gesagt, bis in meine Jugend hinein konnte ich sie verstehen, und wenn bei großen Schlachtefesten noch Kartoffelschnaps dazu kam, dann verstanden sich alle noch besser.

(Heiterkeit bei der LINKEN, bei der SPD und bei den GRÜNEN)

Aber leider habe ich, wie gesagt, das Plattsprechen nicht richtig gelernt.

Plattdeutsch ist nicht gleich Plattdeutsch. Wir haben es gerade erlebt. Es gibt eine Vielzahl von regionalen Unterarten. Bereits von Dorf zu Dorf war es anders und sogar von Familie zu Familie gab es bestimmte Eigentümlichkeiten und auch verschiedenste Begrifflichkeiten. Das Platt in Jerchel oder Potzehne bei Gardelegen unterscheidet sich in vielen Facetten von dem in der Umgebung von Salzwedel. Das erklärt wahrscheinlich auch einige Unstimmigkeiten in meiner Familie, wenn man sich deswegen nicht richtig verstanden hat. Das kann ich alles verstehen.

(Heiterkeit bei der LINKEN, bei der SPD und bei den GRÜNEN)

Plattdeutsch ist aus meiner Sicht nicht nur eine Volkssprache, sondern auch des Volkes Stimme. Geschichtlich gesehen stand diese Sprache auch für eine ungebrochene Haltung gegen den Einfluss des Preußischen - das muss man auch einmal sagen.

Es ist eine schöne Sprache und es lässt sich zumindest registrieren, dass über Platt auf zahlreichen gesellschaftlichen Feldern wieder diskutiert wird, sei es bei der Aufstellung zweisprachiger Ortstafeln, bei Berichterstattungen in und über Platt in zahlreichen Zeitungen oder bei den Überlegungen, Platt in Kindertageseinrichtungen wie auch in der Schule besser zu verankern. Es ist auch zu beobachten, dass viele Plattsprecher ihre Sprache selbstbewusster und offensiver einsetzen.

Damit das Platt am Leben bleibt, muss einiges getan werden. Es braucht natürlich viel Unterstützung. Beispielsweise wurden in Mecklenburg-Vorpommern im März 2017 an sechs Schulen niederdeutsche Unterrichtsklassen eingeführt. Darüber sollten wir auch einmal nachdenken, auch wenn uns gerade die Lehrer fehlen, Herr Tullner. Das kriegen wir aber sicherlich hin.

Also, wir sollten das Platt nicht aus den Augen verlieren und ähnliche Vorschläge und Initiativen zum Erhalt und zur Wiederbelebung von Platt unterstützen. Wat mutt, dat mutt. Deswegen stimmen wir diesem Antrag zu.

(Beifall bei der LINKEN - Zustimmung von Dr. Katja Pähle, SPD)