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Dienstag, 22.01.2019

3 Termine gefunden

ICS Export
09:00 Uhr Datum: 22.01.2019

Besuch der Internationalen Grünen Woche in Berlin

Teilnahme von Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch am Bördetag
Berliner Messegelände Halle 23b

12:00 Uhr Datum: 22.01.2019

Konstituierende Sitzung der Enquete-Kommission „Gesundheitsversorgung und Pflege"

Vizepräsident Willi Mittelstädt eröffnet die erste Sitzung der Enquete-Kommission
Landtag, Domplatz 6-9, Magdeburg

12:30 Uhr Datum: 22.01.2019

Parlamentarische Kontrollkommission

22. Sitzung
Landtag von Sachsen-Anhalt, Domplatz 6-9, Landtagsgebäude, 39104 Magdeburg

Plenarsitzung

Transkript

Dr. Hans-Thomas Tillschneider (AfD):

Frau Präsidentin! Liebe Kollegen! Herr Aldag, Sie haben demokratische Werte angemahnt, schön und gut. Der grundlegendste demokratische Wert ist aber doch wohl die Identifikation mit dem eigenen Volk und mit der eigenen Nation

(Beifall bei der AfD - Sebastian Striegel, GRÜNE: Das ist doch völliger Unfug!)

und nicht die Identifikation mit der Schwulenbewegung. So. - Punkt 1.

(Sebastian Striegel, GRÜNE: Identifikation mit dem Grundgesetz!)

Punkt 2. Frau Kolb-Janssen, Sie haben bemängelt, dass in der DDR kein rechtes Nationalgefühl aufkommen wollte. Das ist ja auch klar, war ja auch nur das halbe Deutschland. Ich muss mit Ernst Moritz Arndt sagen: „Das ganze Deutschland soll es sein.“

Punkt 3. Herr Minister, natürlich wird in der Schule über die Geschichte unserer Nationalfarben informiert. Wir wollen aber eben nicht nur trockene Informationen, sondern wir wollen, dass die Schüler ein affektives Verhältnis zu unseren Farben entwickeln. Dazu muss man ihnen die Geschichte dieser Farben erzählen. Man muss sie ihnen lebendig erzählen.

Man muss ihnen davon erzählen, wie das deutsche Volk sich 1813 unter Führung Preußens gegen die napoleonische Fremdherrschaft erhoben hat, wie zur Unterstützung der regulären Truppen die sogenannten Freikorps gebildet wurden, die Freiwilligen, die keinen Sold erhielten und sich vollständig selbst versorgen mussten.

Man muss ihnen erzählen von den Freikorps unter Führung des Generalmajors von Lützow, die sich, um sich notdürftig zu uniformieren, ihre Kleider schwarz färbten. Die rote Vorstöße anbrachten und die damals üblichen Messingknöpfe verwendeten. Schwarz-rot-gold, diese Farben stehen für alles, wofür auch die Lützowschen Jäger standen: echt empfundene Vaterlandsliebe und patriotischer Freiheitskampf.

Diese Farben stehen für den unbedingten, selbstlosen Willen, das eigene Vaterland bis in den Tod zu verteidigen. Sie stehen gegen den Bruderzwist, gegen die Unrechtsherrschaft und gegen die Knechtschaft. Davon können Sie sich, werte Kollegen zu meiner Linken, eine Scheibe abschneiden.

(Beifall bei der AfD - Zustimmung bei der CDU)

Unsere Farben sind kein beliebiges Erkennungszeichen für ein Siedlungsgebiet in Mitteleuropa. Sie symbolisieren die Geschichte eines großen nationalen Befreiungskampfes. Genau diese Geschichte müssen wir an den Schulen erzählen, damit junge Deutsche wieder ein Verhältnis zur Fahne gewinnen, damit sie Patriotismus entwickeln und die Fahne zu respektieren lernen.

Die Geschichte von Theodor Körner, dem Dichter, der sich dem Lützowschen Freikorps angeschlossen hat und im Kampf gegen die Franzosen und ihre deutschen Kollaborateure gefallen ist, sollte jedem Schüler bekannt sein.

Jeder Schüler sollte Theodor Körners Gedicht mit dem Titel „Lützows wilde verwegene Jagd“ auswendig lernen müssen, jenes literarische Zeugnis der Befreiungskrieges, dessen letzte Strophe wie folgt lautet - geben Sie mir noch die Zeit:

„Die wilde Jagd und die deutsche Jagd auf Henkersblut und Tyrannen.
Drum die Ihr uns liebt, nicht geweint und geklagt!
Das Land ist ja frei und der Morgen tagt,
Wenn wir’s auch erst sterbend gewannen!
Und von Enkeln zu Enkeln sey’s nachgesagt:
Das war Lützows wilde verwegene Jagd.“

Vielen Dank.

(Beifall bei der AfD)


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Herr Abg. Tillschneider, es gibt eine Frage. Ich würde Sie aber bitten, vielleicht nicht ganz so laut zu sprechen. Mir tun inzwischen schon richtig die Ohren weh. Bitte etwas gedämpfter. - Herr Striegel.

(Andreas Steppuhn, SPD: Uns tun allen die Ohren weh!)


Sebastian Striegel (GRÜNE):

Herr Tillschneider, wer von Körner spricht, darf von dem Hass, der in seinem Namen auch verbreitet wurde, darf von dem Hass zum Beispiel auf die Franzosen nicht schweigen, darf zu seinem Antisemitismus und zu anderen Dingen nicht schweigen. Ich glaube, Körner lohnt die genauere Betrachtung.

Aber ich will Ihnen sagen, warum ich meine, dass eine unkritische Berufung auf Flaggen und auf Symbole von Nationen ein Problem ist.

(Zuruf von Oliver Kirchner, AfD - Volker Olenicak, AfD: Weil Sie ein GRÜNER sind!)

Die einzige Flagge, die in meinem Leben und in meiner Umgebung eine Rolle spielt, ist eine Flagge, die in meinem Arbeitszimmer hängt. Das ist eine Flagge von Nordirland, eine Fahne von Nordirland.

(Zuruf von Oliver Kirchner, AfD)

Ich habe mir diese Flagge dort hingehängt, weil dahinter eine Geschichte steht. Die ist nämlich abgehängt worden an einer Grenze zwischen einem katholischen und einem protestantischen Wohngebiet. Sie ist dort aufgehängt worden, um genau diese Grenze und einen Herrschaftsanspruch zu markieren.

Ich meine, das ist das Problem mit Flaggen, dass sie immer auch versuchen, ein „wir“ gegen ein „die“ aufzumachen. Ich meine, das ist falsch. Ich meine nicht, dass wir in unseren Schulen dieses „wir“ gegen „die“ aufmachen sollten. - Vielen herzlichen Dank.

(Minister Marco Tullner: Ah ja!)


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Herr Dr. Tillschneider. Aber bitte, wenn es geht, etwas gedämpfter.


Dr. Hans-Thomas Tillschneider (AfD):

Das ist so ein Topos in der Argumentation der Linken, dass sie dem, der das Eigene liebt und die eigene Gruppe, das eigene Volk liebt, unterstellen, er müsse alle anderen hassen. Das stimmt nicht. Man kann sehr wohl das eigene Volk lieben und auch die Liebe der anderen Nationen zu ihrem Volk respektieren.

Mit dem irischen nationalen Freiheitskampf kann ich mich anfreunden. Das ist ein großer Freiheitskampf, den ich natürlich respektiere. Vielleicht finden wir da einmal eine gemeinsame Basis.

(Oh! bei der SPD)

Zu Theodor Körner. Wissen Sie, man mag das alles bei ihm finden. Aber weshalb müssen wir immer unsere Dichter so zerknirscht rezipieren? - Rezeption ist immer selektiv.

(Sebastian Striegel, GRÜNE: Für Körner gilt das!)

Bei Luther finden Sie den Antisemitismus. Sie suchen überall nach irgendwas, was Sie ankreiden können, als wäre es Goldstaub. Genießen Sie doch einfach einmal die literarischen Größen und die geistigen Geistesgrößen unserer Nation und gewinnen Sie ein unverkrampftes Verhältnis zu unserem nationalen Erbe. Das wünsche ich Ihnen von Herzen.

(Sebastian Striegel, GRÜNE: Ich bin froh, dass wir die Feindschaft zu den Franzosen überwunden haben! - Beifall bei der AfD)