Cookies helfen uns bei der Weiterentwicklung und Bereitstellung der Webseite. Durch die Bestätigung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden.

Dienstag, 22.01.2019

3 Termine gefunden

ICS Export
09:00 Uhr Datum: 22.01.2019

Besuch der Internationalen Grünen Woche in Berlin

Teilnahme von Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch am Bördetag
Berliner Messegelände Halle 23b

12:00 Uhr Datum: 22.01.2019

Konstituierende Sitzung der Enquete-Kommission „Gesundheitsversorgung und Pflege"

Vizepräsident Willi Mittelstädt eröffnet die erste Sitzung der Enquete-Kommission
Landtag, Domplatz 6-9, Magdeburg

12:30 Uhr Datum: 22.01.2019

Parlamentarische Kontrollkommission

22. Sitzung
Landtag von Sachsen-Anhalt, Domplatz 6-9, Landtagsgebäude, 39104 Magdeburg

Plenarsitzung

Transkript

Cornelia Lüddemann (GRÜNE):

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Mit Blick auf diesen Tagesordnungspunkt bin ich geneigt, von der Wiederkehr des ewig Gleichen zu sprechen; mit anderen Worten: Wir haben in Sachsen-Anhalt kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem.

(Zustimmung bei den GRÜNEN, bei der LINKEN und von Prof. Dr. Angela Kolb-Janssen, SPD)

Im Grunde sind alle vorliegenden Fakten altbekannt: Frauen bekommen weniger Gehalt als Männer. Frauen sind dramatisch stärker von häuslicher Gewalt betroffen als Männer. Frauen sind deutlich seltener in Führungspositionen als Männer usw. Die Liste ließe sich lange fortsetzen.

Auch Instrumente und Möglichkeiten, um dies alles zu ändern, sind ausgearbeitet und lang bekannt, ob das eine Frauenquote im öffentlichen Dienst oder in der Privatwirtschaft ist, ob das Hospitation oder Mentoringprogramme sind, ob das Aktionen und die Begleitung junger Menschen sind, um das Berufswahlverhalten weg von den traditionellen Berufen zu lenken, ob das verbindliche Paritéregelungen sind, um Frauen an die Schalthebel der politischen Macht zu bringen, oder ob das Genderbudgeting ist, um zielorientierte Haushaltspolitik zu betreiben.

Woran es in Deutschland und Sachsen-Anhalt mangelt, ist der Wille zur Veränderung, ist der Wille, sich selbst effektiv zu binden und gezielt daran zu arbeiten, dass Frauen das bekommen, was ihnen ganz natürlich zusteht: die Hälfte der Macht und die Hälfte von allem.

(Zustimmung bei der LINKEN und von Dorothea Frederking, GRÜNE)

Die klare Zielstellung im Koalitionsvertrag, 50 % aller Gremien und Spitzenämter, auf welche die Landespolitik Einfluss hat, mit Frauen zu besetzen, kann und darf nur ein erster kleiner Schritt sein.

„Verbale Aufgeschlossenheit bei weitgehender Verhaltensstarre“, so bezeichnete der Soziologe Ulrich Beck bereits im Jahr 1986 das Verhalten vieler Männer beim Thema Gleichberechtigung.

Sehr geehrte Damen und Herren! Es wurde bereits häufig beklagt, dass der Anteil der Frauen in diesem Parlament nur 22 % beträgt. Mit politischem Willen wäre es ein Leichtes und wahrscheinlich der erste sinnvolle Schritt, an dieser Situation etwas zu ändern; denn - das zeigen alle Statistiken - Parlamente, in denen es deutlich mehr Frauen gibt, fassen auch frauenfreundlichere Beschlüsse. Das trifft aber nicht auf alle Abgeordneten zu. Die Vorrednerin hat dafür ein sehr deutliches Beispiel gegeben.


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Sehr geehrte Abgeordnete, Ihre Redezeit ist beendet. Bitte den letzten Satz.


Cornelia Lüddemann (GRÜNE):

Der Landesregierung, die sich heute hier so wunderbar verbal aufgeschlossen gezeigt hat, kann ich mit Erich Kästner nur sagen: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. - Vielen Dank.

(Zustimmung bei den GRÜNEN - Ministerin Anne-Marie Keding: Wenn man keine Großen Anfragen beantworten muss!)