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Donnerstag, 15.11.2018

5 Termine gefunden

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10:00 Uhr Datum: 15.11.2018

Ausschuss für Petitionen

39. Sitzung
Magdeburg, Domplatz 6-9, Landtagsgebäude

11:30 Uhr Datum: 15.11.2018

Besuchergruppe - Lehrgang für Verwaltungsführung der Bayerischen Staatsregierung

Begrüßung und Gespräch durch Landtagspräsidentin Brakebusch 
Landtag Sachsen-Anhalt, Raum B0 09, Domplatz 6–9, 39104 Magdeburg  

13:00 Uhr Datum: 15.11.2018

Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

28. Sitzung
Magdeburg, Domplatz 6-9, Landtagsgebäude

lan028e7.pdf (PDF, 475 KByte)


Plenarsitzung

Transkript

Wolfgang Aldag (GRÜNE):

Vielen Dank, Herr Präsident. - Meine Damen und Herren! Beim ersten Überfliegen des Antrags war ich ein wenig überrascht und auch erschrocken.

In der letzten Sitzung des Bildungsausschusses haben Sie, Herr Lippmann, noch davon gesprochen, dass der Begriff „Brennpunktschulen“ stigmatisieren würde. Heute kommen Sie mit einem Antrag um die Ecke, in dem Sie von „Migrationsschulen“ reden. Das ist für mich nicht weniger stigmatisierend. Ich halte das nicht für zielführend.

Natürlich müssen wir dort helfen, wo die Herausforderungen besonders groß sind. Das ist doch völlig unbestritten.

Herr Minister, erlauben Sie mir die Bemerkung, es hilft auch nicht, die Zuständigkeiten, wie in Halle geschehen, hin und herzuschieben, sondern man muss schnell für Unterstützung sorgen.

(Minister Marco Tullner: Machen wir doch!)

Wir dürfen die zusätzlichen Bedarfe aber nicht allein am Anteil ausländischer Kinder an Schulen festmachen. Es gibt überall und aus unterschiedlichen Gründen Kinder und Jugendliche mit schwerem Gepäck. Wir können nicht vereinzelt ein bisschen beim Tragen helfen.

Wir müssen dort, wo der Bildungserfolg eine besondere Herausforderung darstellt, weil die Eltern nicht unterstützen können, weil das Umfeld schwierig ist oder weil die Sprachenkenntnisse fehlen, Bedingungen schaffen, die allen Kindern und Jugendlichen den Rücken stärken. Dafür brauchen wir Indikatoren, anhand deren sich besondere Bedarfe ablesen lassen, und profunde Überlegungen zu entsprechend angemessenen Personalzuweisungen.

Ob das dann letztlich heißt, dass wir 30, 80 oder 150 Lehrkräfte oder pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehr brauchen, das wissen wir nach einer solchen Analyse und Bewertung.

Zweieinhalb Jahre lang stoisch einfach immer mehr Lehrer und mehr PM zu verlangen, hilft hierbei nicht weiter. Schließlich ist die Lehrkräftesituation bundesweit schwierig.

Meine Damen und Herren! Ich bin davon überzeugt, dass unsere Schulen bei der Personalgewinnung mehr mit ins Boot geholt werden müssen.

(Zustimmung von Sebastian Striegel, GRÜNE)

Was wir brauchen, das sind flexible und individuelle Strukturen. Das kann gezielt vor Ort helfen und die bestehende Frustration lindern.

Ich bin sicher, dass dazu gute Regelungen zwischen dem Landesschulamt, dem Ministerium und den Schulen getroffen werden können, Regelungen und Entscheidungen, die den Eltern zeigen, dass die Personalgewinnung im Land sowohl verantwortungsbewusst als auch flexibel und vor allen Dingen mit Hochdruck vorangetrieben wird.

Ich habe es vorhin mit Anerkennung wahrgenommen, dass Frau Staatssekretärin Feußner mit dem stellvertretenden Schulamtsleiter Herrn D. heute vor Ort war und schon die ersten Gespräche geführt hat. Ich glaube, das ist ein gutes Zeichen.

Meine Damen und Herren! Vergeuden wir nicht die Zeit und Kraft, immer wiederkehrende Anträge mit Personalforderungen zu schreiben und darüber ohne Ergebnis zu debattieren. Geben wir den Schulen selbst die Chance, eigenständiger zu handeln, um all unseren Kindern und Jugendlichen die bestmöglichen Bildungschancen zu geben. Packen wir es an und lösen wir die Probleme. Nichts anderes erwarten die Menschen draußen von uns. - Vielen Dank.

(Zustimmung von Sebastian Striegel, GRÜNE - Thomas Lippmann, DIE LINKE: Aber Sie wissen schon, dass Ihr Lösungsansatz null ist! Also Sie müssen es schon sagen!)