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Donnerstag, 17.10.2019

4 Termine gefunden

ICS Export
10:00 Uhr Datum: 17.10.2019

Ausschuss für Petitionen

53. Sitzung
Landtag von Sachsen-Anhalt, Landtagsgebäude, Domplatz 6-9, 39104 Magdeburg

10:00 Uhr Datum: 17.10.2019

Ausschuss für Landesentwicklung und Verkehr

36. Sitzung
Landtag von Sachsen-Anhalt, Landtagsgebäude, Domplatz 6-9, 39104 Magdeburg

lev036e7.pdf (PDF, 477 KByte)


10:00 Uhr Datum: 17.10.2019

Ausschuss für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung

32. Sitzung
Landtag von Sachsen-Anhalt, Landtagsgebäude, Domplatz 6-9, 39104 Magdeburg

wir032e7.pdf (PDF, 478 KByte)


Plenarsitzung

Transkript

Prof. Dr. Claudia Dalbert (Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Energie):

Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es ist unstreitig, dass die Beweidung durch Schafe und Ziegen wichtig ist. Sie ist wichtig als Ertragsmöglichkeit auf Grenzertragsstandorten. Sie ist wichtig als Naturschutzmaßnahme zur Offenhaltung von Landschaftsräumen.

(Zustimmung von Guido Heuer, CDU)

Sie ist nicht zuletzt wichtig für die Deichpflege. Deswegen haben wir schon immer hier im Land die Schafhaltung als wichtig erachtet und gefördert. Der Landtag hat die Wichtigkeit der Schafhaltung bereits im Jahr 2014 mit der Verabschiedung der Gesamtkonzeption Schafhaltung unterstrichen.

Wie sieht es im Moment aus? - Thema Deichpflege. Wir haben in Sachsen-Anhalt Deichflächen von rund 2 800 ha. Davon werden 1 477 ha von Schafen gepflegt. Das entspricht einem Anteil von 53 %. Wir streben eine Steigerung auf 60 % an. Sie sehen also, die Beweidung durch Schafe ist gängige Praxis, weil das eine sehr gute Möglichkeit ist, Deiche zu pflegen.

Es gibt ein Gutachten vom Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft, in dem die ganzen Extraleistungen, die Schäfer und Schäferinnen erbringen und die sozusagen nicht in den Prämien enthalten sind, aufgeführt sind. Nicht zuletzt deswegen haben wir bei der Beweidung von Deichen die Entgelte erhöht. Die Pflegeentgelte betragen seit dem 1. Januar 2018 für einen Hektar 425 € jährlich. Das entspricht einer Steigerung um 57 %.

Und es gibt die Möglichkeit der Komplettpflege, dass also neben der Beweidung auch Maßnahmen der Nachmahd und der Gehölzbeseitigung von den Schäfern und Schäferinnen durchgeführt werden. Dann bekommen Sie 975 € pro Hektar.

Das entspricht einer Steigerung von 19 %, sodass wir insgesamt 60 Verträge mit Schäfern und Schäferinnen haben, 25 zur reinen Beweidung und 35 zur Komplettpflege.

Dann haben wir noch die Agrar-, Umwelt- und Klimamaßnahmen, mit denen wir die Beweidung der Schafe und Ziegen fördern können. Bei der extensiven Bewirtschaftung von Dauergrünlandflächen haben wir 6 796 ha in der Beweidung für 285 € pro Hektar. Und bei den freiwilligen Naturschutzleistungen zahlen wir 450 € pro Hektar und haben 4 944 ha in der Beweidung. Hier kann dann noch eine Erschwerniszulage für die Hütehaltung von 225 € pro Hektar hinzukommen.

Diese Maßnahmen sind nicht kurzfristig zu erhöhen, weil es zum einen neue Berechnungen geben müsste und zum anderen müsste dann auch modifiziert werden. Das heißt, gegen Ende der Förderperiode wären wir dann soweit. Das sollten wir insofern lassen. Wir sollten uns vielmehr Gedanken machen, wie man die Beweidung der Ziegen und Schafe in der nächsten Förderperiode so aufstellen kann, dass sie vernünftig funktionieren kann.

Dabei ist in der Tat die Weidetierprämie ein Thema, das debattiert wird. Wir haben auf der AMK in Lüneburg am 29. September 2017 einen Beschluss zur Stärkung der Schafhaltung gefasst. Leider war es dabei nicht möglich, eine Weidetierprämie durchzusetzen. Es gibt eine Protokollnotiz von fünf Ländern, wo Sachsen-Anhalt dabei ist, die sich für eine gekoppelte Prämie ausgesprochen haben.

Die Umweltministerkonferenz am 8. Juni dieses Jahres in Bremen hat einen einstimmigen Beschluss zur Einführung einer Weidetierprämie für Schafe und Ziegen gefasst. Insofern stimmt es, dass das ein schwieriges Thema ist, Mehrheiten für diese Kopfprämien bei der Beweidung der Schafe und Ziegen hinzubekommen.

Ich stimme auch zu, dass wir mehr für die Inwertsetzung tun müssen. Es gibt gute Beispiele. Zum Beispiel hat das Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz mit einem lokalen Metzger für die Schafe, die dort die Streuobstwiesen beweiden, ein gutes Projekt mit Würstchen von diesen Schafen auf den Weg gebracht, die diese vermarkten. Aber hier können wir noch mehr tun. Dabei sind wir auch mit der Agrarmarketinggesellschaft im Gespräch, um die Inwertsetzung stärker voranzutreiben.