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Montag, 21.10.2019

4 Termine gefunden

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08:30 Uhr Datum: 21.10.2019

Teilnahme von Landtagspräsidentin Brakebusch an der Konferenz der österreichischen Landtagspräsidentinnen/Landtagspräsidenten vom 20. bis 21.10.2019

A-6632 Ehrwald / Tirol

09:15 Uhr Datum: 21.10.2019

16. Parlamentarischer Untersuchungsausschuss

23. Sitzung
Magdeburg, Domplatz 6-9, Landtagsgebäude

u16023e7.pdf (PDF, 472 KByte)


18:30 Uhr Datum: 21.10.2019

Landtagspräsidentin Brakebusch nimmt am Ökumenischen Fürbittgottesdienst anlässlich "30 Jahre Montagsgebete in Oschersleben" teil

Kath. St. Marienkirche Hornhäuser Straße Oschersleben

Plenarsitzung

Transkript

Thomas Höse (AfD):

Frau Präsidentin! Werte Abgeordnete! Sehr geehrter Herr Striegel, natürlich kann man die eigenwilligste Art des Zeittotschlagens oder eine noch so belanglose einfache Freizeitbeschäftigung per politischer Willensbekundung zum förderfähigen Sport adeln - muss man aber nicht.

(Beifall bei der AfD)

Niemand würde - Gott sei Dank - auf die Idee kommen, zum Ablegen des Deutschen Sportabzeichens zum Beispiel - sagen wir einmal - Murmeln, Mikado oder Malen, Mau-Mau oder Mario Kart als mögliche Disziplin aufzunehmen,

(Beifall bei der AfD)

und das, obwohl auch dort die von Ihnen viel beschworene Hand-Augen-Koordination durchaus trainiert werden kann.

(Sebastian Striegel, GRÜNE: Aber der Wettbewerbscharakter fehlt!)

- Herr Striegel, nicht dass wir uns falsch verstehen, jeder kann seine Freizeit gestalten, wie er will. Aber, liebe Koalitions-E-Sportler, lassen wir doch einmal die Kirche im Dorf. Sport sind körperliche, nach Möglichkeit ganzkörperliche Bewegungen oder motorische Aktivitäten zum Erwerb oder zur Verbesserung spezieller koordinativer oder konditioneller Fähigkeiten. Beim Sport, also dem echten Sport, läuft eine Vielzahl biologischer Prozesse ab.

Schon mit den ersten Schritten, Sprüngen, Würfen oder Zügen beginnen wir, Kalorien zu verbrennen. Der Körper stellt von Zucker- auf Fettverbrennung um. Der Stoffwechsel wird angekurbelt. Nährstoffe werden besser verarbeitet. Die Energiebilanz verändert sich positiv. In den Muskeln beginnt der Ausbau der Kapillaren, die die Nährstoffe direkt zu den Muskelfaserzellen transportieren. Die Muskeln wachsen dadurch und werden leistungsfähiger. Sie verarbeiten zugeführte Nährstoffe und produzieren dabei Energie.

Auch auf das Gehirn wirkt sich sportliche Betätigung positiv aus. Durchblutung und Sauerstoffversorgung werden verbessert, das Nervenwachstum angeregt, neue Nervenbahnen entstehen, Gedächtnisleistung und Konzentrationsfähigkeit werden dadurch gesteigert.

Bei regelmäßigem Sport werden der Herzmuskel besser durchblutet und das Herz deutlich gestärkt. Rote Blutkörperchen nehmen zu und der Ruhepuls sinkt. Zu hoher Blutdruck und Blutzucker normalisieren sich. Sport beugt Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor und senkt das Rückfallrisiko nach einem Infarkt.

Auch das Immunsystem reagiert auf sportliches Training. Die Zahl der Abwehrzellen steigt, Infekte werden vom Körper besser abgewehrt. Wir erkälten uns dadurch zum Beispiel weniger und sind stressresistenter. Wir atmen leichter, denn das Lungenvolumen ist erhöht und die Atemfrequenz gesunken. Wir bewältigen alle Anforderungen mit weniger Aufwand. Der gesamte Bewegungsapparat ist gestärkt, Bindegewebe, Knorpel, Sehnen und Bänder sind durch regelmäßige Bewegung belastbarer geworden.

Meine Damen und Herren! Sport stärkt außerdem nicht nur das Selbstbewusstsein, sondern wirkt nachweislich risikosenkend bei Osteoporose, Diabetes mellitus, Osteoarthritis, Adipositas oder Rückenleiden.

(Beifall bei der AfD - Sebastian Striegel, GRÜNE: Aber spricht das gegen E-Sport?)

Sport steigert die Leistungsfähigkeit, Herr Striegel, und das allgemeine Wohlbefinden. Echter Sport, vor allen Dingen an frischer Luft, ist immer Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention, Konsole- oder PC-Spielen dagegen nicht. Computerzockerei verursacht mitunter sogar durch visuelle Lichtreizflutung, insbesondere bei TV-Videospielen, PC-Bildschirmen oder Computerspielen, eine lichtempfindliche Epilepsie.

Bei schnellen und hochkonzentrierten Spielen klagen die Spieler nicht selten über Schwindel, innere Unruhe, Kopfschmerz oder schnellen Herzschlag. E-Sports ist bewegungsarm und verursacht dadurch Nackenschmerzen, Krämpfe und Haltungsfehler, von den sozialen Folgen ganz zu schweigen. Reale Kontakte zu Eltern, Freunden oder Schulkameraden werden seltener. Begibt sich der Spieler in die Isolation, leidet er nicht selten unter Depressionen.

Auf das Thema Spielsucht, Suchtprävention oder Suchtbehandlung will ich heute nicht eingehen, weil das wahrscheinlich den TO-Punkt sprengen würde.

Meine Damen und Herren! PC-Spiele - und werden sie als noch so sportlich angepriesen - helfen den knapp 9 % übergewichtigen Kindern in der BRD nicht beim Abnehmen.

(Beifall bei der AfD)

Selbst die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung - Herr Striegel, da können Sie noch so lachen  , die nun wirklich keine AfD-Einrichtung ist, kommt zu der Erkenntnis, dass Bildschirmaktivitäten, wie Fernsehen, Videospiele oder Computer, zu einer höheren Nahrungszufuhr führen und energiereiche Lebensmittel und gesüßte Getränke bevorzugt vor dem Bildschirm konsumiert werden.

(André Poggenburg, AfD: So sieht es aus!)

Etwa zwei Drittel der Jugendlichen verbringen eine bis fünf Stunden pro Tag vor dem Bildschirm. Was könnte man in dieser Zeit für Sport treiben und seinen Körper sauber und gesund halten!

Meine Damen und Herren! Eigentlich hätte ich die Frage, ob Daddeln überhaupt ein Sport oder ein Spiel ist, mit einem Blick in die Auslagen der Fachgeschäfte beantworten können; denn Schienbeinschoner, Skianzüge, Wanderschuhe oder Spikes finde ich in einem Sportgeschäft, Super Mario, FIFA 18, Counter-Strike dagegen im Elektronikfachgeschäft.

(Beifall bei der AfD)


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Sehr geehrter Herr Höse, Ihre Redezeit ist bereits zu Ende. Kommen Sie bitte zum Schluss.


Thomas Höse (AfD):

Frau Präsidentin, ich komme zum letzten Satz.


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Ja.


Thomas Höse (AfD):

E-Sports-Strukturen sind staatlicherseits nicht zu stärken, nicht als gemeinnützig anzuerkennen und steuerlich nicht zu fördern. - Danke schön.

(Beifall bei der AfD)


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Vielen Dank. Herr Abg. Höse, es gibt eine Nachfrage. Sind Sie bereit? - Herr Abg. Krull, Sie dürfen Ihre Frage stellen.


Tobias Krull (CDU):

Herr Kollege, würden Sie mir zustimmen, dass es zu einem sportlichen Charakter beiträgt, dass man sich verbessert, wenn man trainiert?


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Das ist die Frage? - Okay. Bitte, Herr Höse.


Thomas Höse (AfD):

Durchaus.


Tobias Krull (CDU):

Herr Kollege, dann ist E-Sports auch Sport, weil Training dort zu einer Leistungssteigerung führt.

(Beifall bei der CDU, bei der SPD und bei den GRÜNEN)


Thomas Höse (AfD):

Wie schon gesagt, Herr Kollege, ich kann auch Malen oder Kartenspielen trainieren. Man kann wirklich vieles trainieren.

(Zurufe von der AfD)

Ich würde nicht alles, was man trainieren kann, als Sport bezeichnen. Ich habe versucht, Ihnen zu erklären, was Sport ist. Sie brauchen sich jetzt nicht weiter in irgendwelche hanebüchene Fragen zu verstricken. Sport ist genau das, was ich gesagt habe. - Vielen Dank.

(Beifall bei der AfD)


Tobias Krull (CDU):

Das ist offensichtlich Ihre Ansicht. Ich war aber noch nicht fertig. Ich habe noch die Möglichkeit, etwas zu sagen. Die würde ich auch gern nutzen.


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Herr Krull, Sie haben eine Frage gestellt. Es geht immer nur eine Frage oder eine Kurzintervention.


Tobias Krull (CDU):

Ich würde gern noch eine Nachfrage stellen, aber der Kollege ist offensichtlich nicht bereit, sich fachlich zu unterhalten.

(Thomas Höse, AfD: Weil das mit fachlich nichts zu tun hat, Herr Krull! - Zurufe von der AfD)


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Wir haben einen weiteren Fragesteller, und zwar möchte Herr Szarata noch eine Frage stellen. Sind Sie bereit, zu antworten? - Ich sehe das nicht. Dann haben Sie höchstens die Möglichkeit zu einer Kurzintervention.


Daniel Szarata (CDU):

Dann mache ich eine Kurzintervention. - Herr Höse, nach dem Unfug, den sie hier gerade erzählt haben, gehe ich davon aus, dass wir in der nächsten Landtagsdebatte von der AfD einen Antrag bekommen, mit dem versucht werden soll, auch dem Schachspielen den Sportstatus wieder abzuerkennen; denn auch beim Schach kann ich nicht unbedingt meinen Rücken stärken

(André Poggenburg, AfD: Outdoor-Schach!)

oder irgendwelche Knorpel oder welchen Unfug Sie eben erzählt haben.

(Zurufe von der AfD)

Von daher bin ich gespannt auf Ihren Antrag, um Schach wieder vom Sport wegzunehmen.

(Zurufe von der AfD und von der CDU - Unruhe)