Cookies helfen uns bei der Weiterentwicklung und Bereitstellung der Webseite. Durch die Bestätigung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden.

Freitag, 25.05.2018

1 Termin gefunden

ICS Export
Plenarsitzung

Transkript


Bernhard Daldrup (CDU):

Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Kollegen und Kolleginnen! Als ich gestern auf einer Veranstaltung in der Altmark war, hat sich die Referentin vorgestellt mit dem Satz: „Ich bin drei Tage im ländlichen Raum und drei Tage im wahren Leben in Berlin.“ Da habe ich gedacht, sie hat irgendetwas nicht verstanden.

Es ist tatsächlich so - der Kollege Striegel hat es vorhin schon gesagt  : Das Herz Sachsen-Anhalts schlägt im ländlichen Raum.

(Sebastian Striegel, GRÜNE: Das gesamte Herz nicht, aber viel!)

Das ist so. Der ländliche Raum in Sachsen-Anhalt hat Riesenpotenziale, die sehr unterschiedlich genutzt werden. Wenn ich einmal meine eigene Region betrachte, das Harzland, dann weiß ich, dass die Wertschöpfung und das, was wir dort in guter Verbindung zwischen Hochschule, Wissenschaft, Wirtschaft, Landwirtschaft und Tourismus zu organisieren versuchen, funktioniert.

Viele der erfolgreichen Projekte im Harzkreis sind beispielsweise in Zusammenarbeit mit der Wissenschaft entstanden. Das ist auch richtig so. Wenn man über Wertschöpfung redet, muss man vorher sehr genau prüfen, was letztlich dabei herauskommt.

(Zustimmung von Guido Heuer, CDU)

Wir haben ganz viele Projekte, die Leuchtturmprojekte sind, weil sie vorher eine vernünftige und gute Machbarkeitsstudie, beispielsweise mit wissenschaftlichen Institutionen, hatten. Das macht auch die Universität Magdeburg.

Wenn wir uns dann ansehen, inwieweit wir Vermarktungsorganisation und Direktvermarktung richtig organisieren, dann können wir feststellen, dass fast alle wirklich guten, funktionierenden und laufenden Betriebe vorher eine ordentliche Marktstudie gemacht haben. Das gilt für den Brockenbauern; das gilt für den Betrieb in Westerhausen; das gilt für Wallstab im Sülzetal.

Das sind sehr viele dieser Direktvermarkter, die sich vorher mit der Frage befasst haben, worin eigentlich das Potenzial in ihrer Region besteht und was sie tun können. Anschließend haben sie festgestellt, über welche Produkte und Marken sie verfügen, und versucht, sich in die Region einzubringen. Das ist auch der richtige Weg.

Aus diesem Grund ist auch „Typisch Harz“ erfolgreich, denn „Typisch Harz“ setzt auf Qualität. Nicht jedes Produkt wird in die Qualitätsmarke „Typisch Harz“ eingebunden. Ich glaube, wenn wir etwas unternehmen wollen, dann muss dies mit Blick auf hochwertige Produktionen im hochwertigen Marktsegment geschehen.

Das Potenzial dieses Landes ist auch schon deshalb riesig groß, weil in Sachsen-Anhalt in vielen Bereichen Pionierleistungen erbracht worden sind. Das geht aus der Geschichte hervor. Viele Städte und Dörfer unserer Region sehen deshalb so aus, weil sich Menschen in der Vergangenheit für Wertschöpfung entschieden haben.

Jürgen hat vorhin für das Harzvorland bereits die Saatgutindustrie genannt. Zu erwähnen sind die Zuckerrübenindustrie, aber auch der Maschinenbau, der in Sachsen-Anhalt aufgrund landwirtschaftlicher Bedürfnisse entstanden ist.

Wir können die natürlichen Voraussetzungen unseres Landes meiner Meinung nach zumindest wieder fördern, indem wir uns auf sie zurückbesinnen. Zudem müssen wir darauf achten, dass wir die Potenziale des ländlichen Raums nicht deshalb vergeben, weil wir ihn mit unnötigen oder überzogenen oder administrativ gewollten Auflagen, Beschränkungen und dergleichen belegen. Viele Probleme könnten durch Freiwilligkeit und den konstruktiven Dialog mit den betroffenen Akteuren und den Menschen, die dort leben, besser gelöst werden.

(Zustimmung von Guido Heuer, CDU, von Lars-Jörn Zimmer, CDU, und von Ulrich Thomas, CDU)

Unsere Aufgabe wird sein, die Potenziale in Landwirtschaft, Industrie, Wissenschaft Tourismus und Naturschutz miteinander zu verbinden. Es gibt in diesem Land ausreichend Beispiele dafür, wie das geht. Wir sollten diese Studie durchführen. Wir sollten uns darauf verständigen, welches Ziel sie haben soll. Anschließend müssen wir eine sehr lange Wegstrecke zurücklegen, bis wir tatsächlich auch Erfolge sehen.
Wir müssen auch einmal durchhalten. Das ist auch ein wesentlicher Punkt. Eine Erkenntnis der Reise ist, dass die Österreicher ungefähr 50 Jahre gebraucht haben, um 20 % der biologischen Landwirtschaftsprodukte regional zu vermarkten. 50 Jahre!

(Zustimmung von Guido Heuer, CDU)

Ich glaube, das Ziel, das wir uns gesetzt haben, ist an dieser Stelle ein bisschen zu ambitioniert. Das Vorhaben muss am Ende auch gesellschaftlich und finanziell getragen werden können und darf nicht zulasten anderer förderfähiger und förderwürdiger Projekte im ländlichen Raum gehen. - Vielen Dank.

(Zustimmung bei der CDU)