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Sonntag, 25.08.2019

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Plenarsitzung

Transkript

Frage 2
Ökologischer Zustand der Goitzsche


Abg. Herr Olenicak von der AfD-Fraktion, Sie haben das Wort, bitte.


Volker Olenicak (AfD):

Vielen Dank, Frau Präsidentin. - Meine Damen und Herren! Das Institut für Binnenfischerei e. V. Potsdam-Sacrow schätzte 2006 ein, dass die Goitzsche die Morphologie eines Maränensees besitzt. Allerdings wird kritisiert, dass das Gewässer keine für Fische passierbare Verbindung zur Mulde hat und sich damit mittelfristig eine vergleichsweise artenarme eigenreproduktive Fischfauna entwickelt. Aufgrund des Mulde-Hochwassers war zu diesem Zeitpunkt eine Bewertung des ökologischen Zustands der Goitzsche allerdings nicht sinnvoll und sollte in zehn Jahren erfolgen.

Ich frage die Landesregierung:

1.    Wie wird der ökologische Zustand der Goitzsche - anhand der Leitarten und anderer Parameter - aktuell eingeschätzt?

2.    Welche Maßnahmen unternimmt die Landesregierung, um die Fischfauna - entsprechend einem Maränensee - zu entwickeln?

Vielen Dank.


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Vielen Dank. - Die Antwort erfolgt durch Frau Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Energie Frau Prof. Dr. Claudia Dalbert. Sie haben das Wort.


Prof. Dr. Claudia Dalbert (Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Energie):

Herzlichen Dank, Frau Präsidentin. - Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich beantworte die Fragen des Abg. Olenicak namens der Landesregierung wie folgt.

Zu Frage 1. Da es sich beim Goitzschesee um ein künstliches Gewässer handelt, wird nach der europäischen Wasserrahmenrichtlinie nicht der ökologische Zustand, sondern das ökologische Potenzial bestimmt. Im Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft wurden dazu die biologischen Qualitätskomponenten Phytoplankton, Makrophyten und Phytobenthos ermittelt. Demnach wies die Goitzsche im Bewirtschaftungszeitraum von 2010 bis 2015 ein gutes ökologisches Potenzial auf.

(Zustimmung bei den GRÜNEN)

Zu Frage 2. Die Entwicklung der zukünftigen Fischbestände wird bereits im Rahmen der Planfeststellungsverfahren zur Flutung von Tagebaurestlöchern sowie der Verpflichtung zur Rekultivierung der Bergbaufolgelandschaft mit planfestgestellt. So finden sich in allen Planfeststellungsbeschlüssen Festlegungen, dass die Vorhabenträger in Umsetzung der gesetzlichen Hegepflicht nach dem Fischereigesetz Gutachten zur Entwicklung des Fischbestandes vorzulegen haben.

Die wissenschaftlichen Untersuchungen zur Entwicklung des Fischbestandes und den späteren fischereilichen Nutzungsmöglichkeiten des großen Goitzschesees wurden vom Institut für Binnenfischerei e. V. Potsdam-Sacrow erstellt.

Die Ergebnisse sind insgesamt in drei Gutachten zum Goitzschesee zusammengefasst. Hieraus geht hervor, dass der große Goitzschesee entsprechend Planfeststellungsbeschluss Initialbesatz sowohl mit Kleinmaränen als auch Großmaränen erhalten hat. Beide Arten gelten mittlerweile im See als etabliert, sodass der See nicht nur von der Struktur her, sondern auch vom Fischbestand her ein Maränensee ist.

Bei der letzten repräsentativen Bestandserhebung im Jahr 2016 wurden im großen Goitzschesee 17 Fischarten festgestellt. Zum Vergleich: Das natürliche Arteninventar eines sehr artenreichen großen Standgewässers liegt bei ca. 13 bis 16 Arten. Die häufigsten Arten waren: Kleine Maräne, Barsch, Plötze und Blei.

(Beifall bei den GRÜNEN)