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Donnerstag, 17.10.2019

4 Termine gefunden

ICS Export
10:00 Uhr Datum: 17.10.2019

Ausschuss für Petitionen

53. Sitzung
Landtag von Sachsen-Anhalt, Landtagsgebäude, Domplatz 6-9, 39104 Magdeburg

10:00 Uhr Datum: 17.10.2019

Ausschuss für Landesentwicklung und Verkehr

36. Sitzung
Landtag von Sachsen-Anhalt, Landtagsgebäude, Domplatz 6-9, 39104 Magdeburg

lev036e7.pdf (PDF, 477 KByte)


10:00 Uhr Datum: 17.10.2019

Ausschuss für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung

32. Sitzung
Landtag von Sachsen-Anhalt, Landtagsgebäude, Domplatz 6-9, 39104 Magdeburg

wir032e7.pdf (PDF, 478 KByte)


Plenarsitzung

Transkript

Andreas Schumann (CDU):

Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das IMPULS-Festival für Neue Musik - eine Herausforderung ist es nicht nur für die aktiven Musiker und Dirigenten. Nein, es ist auch für das von in der Regel klassikverwöhnte Konzertpublikum eine Herausforderung.

Aber auch Telemann, Händel und Bach waren zu ihren Lebzeiten zeitgenössische Komponisten mit den entsprechend positiven und natürlich auch negativen Reaktionen in der Öffentlichkeit. Der Kritiker Johann Adolf Scheibe schrieb über Johann Sebastian Bach in der Musikzeitschrift „Critischer Musikus“ am 14. Mai 1737:

„Die Schwülstigkeit, von dem Natürlichen auf das Künstliche und von dem Erhabenen auf das Dunkle geführet und man bewundert die beschwerliche Arbeit und eine ausnehmende Mühe, die doch vergebens angewendet ist, weil sie wider die Vernunft streitet.“

Sehr geehrte Damen und Herren! Das zu Johann Sebastian Bach. Wir würden das heute nicht mehr so schreiben.

Wir unterstützen weiterhin das IMPULS-Festival für zeitgenössische Musik in Sachsen-Anhalt als einen der wichtigen Bausteine im Musikleben unseres Landes. Insbesondere wollen wir nach zehn Jahren Festival-Geschichte jedoch darauf drängen, eine ehrliche Bestandsaufnahme und eine daraus resultierende Evaluation vorzunehmen. Hier ist zu prüfen, welche neuen Vermarktungsmöglichkeiten, welche attraktiveren Programmgestaltungen und insbesondere auch spartenübergreifenden neuen Aufführungsideen entwickelbar sind.  Eine Politisierung dieses Festivals lehnen wir ab.

(Vereinzelt Zustimmung bei der AfD)

Es ist uns klar, es ist fast die Quadratur des Kreises, ein hinreichendes Publikum im Lande zu finden und gleichzeitig in Klang- und Spielform ungewohnte Musik zu Ohren zu bringen. Deshalb bedarf es neuer und kreativer Ideen. Zeitgenössische Kunst und ihre Förderung bedürfen der ehrlichen und ausdauernden Reflexion der ideenreichen Vermarktung und der Entwicklung immer neuer Konzepte und ihrer Darstellung in der Öffentlichkeit.

Ich habe nur noch eine Minute Redezeit. Sehr geehrte Damen und Herren! Für dieses Festival wurden auf Auftrag bereits 100 000 € bewilligt und werden, wenn ein Ergänzungsantrag inhaltlich untersetzt wird, weitere 50 000 €, also damit exakt die Summe des Vorjahres, bewilligt. In der Begründung unseres Alternativantrages heißt es: Grundsätzlich ist es gerade im Kultur- und Kreativbereich wichtig, das Erreichte regelmäßig zu reflektieren, um neue Akzente zu setzen.

(Unruhe)

- Also, Sie sind jetzt so aufmerksam, als ob ich neue Musik spielen würde. - Aus mehrjähriger Projektförderung können dabei nicht quasi institutionelle Ansprüche abgeleitet werden. Hier gilt es, darauf hinzuweisen, dass ein wichtiger Ansatz auch für uns darin bestehen würde, auch diese Form der Musik dem Publikum im ländlichen Raum zugänglich zu machen und quasi aus den Oberzentren in die Fläche zu tragen.

Ich habe mehrmals als Musiker aktiv an diesem Festival teilnehmen dürfen. Die hohen Anforderungen, welche in Bezug auf Ausführung und Interpretation an die Ausführenden gestellt werden, sind für die Orchester Profil schärfend. Insbesondere sollte aber in Zukunft darauf Wert gelegt werden, dass auch regelmäßig einheimische Komponisten, also zeitgenössische Komponisten aus Sachsen-Anhalt, zu Gehör gelangen.

Zum Beispiel hat mir der Kulturminister gerade zugesteckt, dass das Lutheroratorium von der Kunststiftung beauftragt wurde und von der Kunststiftung bezahlt wurde. Das ist aber unter „IMPULS“ gelaufen. Dort wurde organisatorische Hilfe bei der Aufführung geleistet.

Ich empfehle der LINKEN noch einen Blick in die Spielpläne unseres Landes. Zum Beispiel hat am 31. März die zeitgenössische Oper „Powder her Face“ von Thomas Adès in Magdeburg Premiere. „Dantons Tod“ von Gottfried von Einem ist eine Oper, die bereits auf dem Spielplan steht. Um zeitgenössische Musik zu pflegen und in die Öffentlichkeit zu bringen, bedarf es nicht allein des IMPULS-Festivals.

(Zuruf)

- Ich bin noch nicht fertig. - Aber vielleicht kann das IMPULS-Festival einen Impuls für das Verständnis für moderne und Neue Musik leisten.

(Beifall bei der CDU)