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Dienstag, 22.10.2019

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11:30 Uhr Datum: 22.10.2019

Landtagspräsidentin Brakebusch hält Rede zum Trauerakt für den verstorbenen Landtagspräsidenten a. D. Herrn Prof. Dr. Adolf Spotka

Magdeburg, Domplatz 6-9, Landtagsgebäude, Plenarsaal

Plenarsitzung

Transkript

Wolfgang Aldag (GRÜNE):

Ja, vielen Dank, Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Neue Musik ist eine wesentliche Entwicklung der Moderne. Sie funktioniert nach dem Konzept, beim Spiel gleichberechtigt und planvoll alle zwölf Töne der Partitur zu verwenden. Betrachtet vor dem historischen Hintergrund ihrer Entstehung im angehenden 20. Jahrhundert hat die Neue Musik ein bemerkenswertes Zeichen gesetzt, ein Zeichen für die Demokratie.

(Zustimmung bei der LINKEN)

In Österreich und auch in Deutschland herrschten zur Geburtsstunde der Neuen Musik noch Könige und Kaiser. Das Bestreben, in demokratischen Verfahren eine Regierung zu wählen, konnte zu diesem Zeitpunkt noch als aktivistisches Gedankengut bezeichnet werden. Bewundernswert und sehr progressiv also, dass die Künstler und Komponisten der damaligen Zeit die Grundidee des demokratischen Agierens in ihre Formenlehre mit aufgenommen haben.

Meine Damen und Herren! Ich verstehe die Neue Musik als eine Kunstform, die mit Prinzipien der Demokratie spielt. Ich verstehe sie als Aufruf, sich mit der Reibung, die das Berücksichtigen aller Menschen und Stimmen bedeutet, auseinanderzusetzen. Das ist oft anstrengend, aber auch interessant und öffnet in diesem Sinne sprichwörtlich die Ohren für Neues.

(Beifall bei der LINKEN)

Weil sich die Neue Musik in ihrer Ausgestaltung oft schwierig und wenig harmonisch zeigt, hat sie einen vergleichsweise kleinen Kreis an Rezipienten. Das gilt es zu ändern. Toll also, dass sich Sachsen-Anhalt mit dem Format des IMPULS-Festivals für die Einbindung Neuer Musik im Abonnementgarten entschieden hat. So gibt es auch für Menschen, die keine grundständigen Fans sind, Möglichkeiten und Anreize, mit Neuer Musik in Kontakt zu kommen und sich für diese zu begeistern. Das finde ich gut.

(Beifall bei den GRÜNEN)

Gleichzeitig denke ich aber auch, dass wir ein Konzept, das maßgeblich von der Landesseite aus finanziert wird, nach zehn Jahren auch evaluieren müssen. Insbesondere müssen wir prüfen, ob und an welchen Stellen es einer Weiterentwicklung bedarf. Ich möchte dafür werben, ebenfalls nach den Grundprinzipien der Neuen Musik alle Akteure in diesem Prozess gleichberechtigt zu Wort kommen zu lassen. Auch für die Zukunft soll der Brückenschlag zwischen Tradition und Moderne, den die Neue Musik leistet, in unserer Musiklandschaft gelingen.

Dieses Vorhaben sollten wir im Ausschuss für Bildung und Kultur begleiten, und selbstverständlich müssen wir es auch bei der Planung unseres nächsten Haushaltes bedenken. Ich bitte daher um Zustimmung zu unserem Alternativantrag, der das, was ich gerade sagte, auffasst.

Und vielleicht noch zu Ihnen, Herr Gebhardt: Impuls heißt zumindest für meine Fraktion, bei gleichbleibendem Gesamtbudget für dieses IMPULS-Festival neue Akzente zu setzten, das Festival attraktiver zu machen, das heißt, inhaltlich neu auszurichten, aber auch, neue Freunde und Förderer dafür zu suchen. - Vielen Dank.

(Beifall bei den GRÜNEN)