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Sonntag, 25.08.2019

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Plenarsitzung

Transkript

Tobias Krull (CDU):

Sehr geehrter Herr Landtagspräsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das Thema der Stärkung der dualen Berufsausbildung und der Berufsorientierung liegt der CDU-Landtagsfraktion sehr am Herzen. Sie ist zweifelsohne eines der Schlüsselelemente, warum die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland im europäischen Vergleich sehr niedrig ist, und sie ist wichtig für die Gewinnung der notwendigen Fachkräfte für den Wirtschaftsstandort Deutschland und Sachsen-Anhalt.

(Zustimmung von Angela Gorr, CDU)

Wie sieht aber eigentlich der duale Berufsausbildungsmarkt in Sachsen-Anhalt aus? Gemäß der letzten Statistik vom September 2017 gab es 12 264 Bewerberinnen und Bewerber um Ausbildungsstellen. Davon waren 338 zum 30. September 2017 nicht versorgt. Dem gegenüber standen 12 614 gemeldete Ausbildungsstellen, von denen 1 063 zum 30. September 2017 unbesetzt blieben. Das heißt, theoretisch konnte sich jeder der noch unversorgten Bewerberinnen und Bewerber unter drei Lehrstellen seine Lehrstelle aussuchen.

Nachdenklich macht auch die Tatsache, dass die Zahl der Unternehmen, die in Sachsen-Anhalt ausbilden, von 19,9 % im Jahr 2007 auf 14,4 % oder, anders ausgedrückt, auf 8 138 Betriebe gesunken ist, also insgesamt weniger Ausbildungsplätze angeboten werden. Der Hauptgrund ist sicher der Bewerbermangel aufgrund des demografischen Wandels.

Das Programm „Berufswahl richtig angehen, frühzeitig orientieren“, Brafo, geht dabei aus der Sicht unserer Fraktion den richtigen Weg. Aber es kann noch besser werden. So stärkt es bei den jungen Schülerinnen und Schülern das Wissen über das duale Ausbildungssystem und die vielen unterschiedlichen Berufswahlmöglichkeiten, denn die Auswahl an Ausbildungsberufen in Deutschland ist wirklich riesig. 327 anerkannte oder als anerkannt geltende Ausbildungsberufe stehen den jungen Menschen zur Verfügung.

Trotzdem blieben die beliebtesten Ausbildungsberufe - sicher auch aufgrund der Anzahl der angebotenen Ausbildungsstellen - über die vergangenen Jahre relativ gleich. Hier muss es das Ziel sein, sowohl den weiblichen als auch den männlichen Programmteilnehmern Alternativen zu vermeintlichen Frauen- bzw. Männerberufen aufzuzeigen und die Vielfalt deutlich zu machen. Dabei wird auch ein realistisches Bild des Ausbildungs- und Berufsalltags vermittelt und so manche Fehlbeurteilung beseitigt, um auch Ausbildungsabbrüchen vorzubeugen.

(Zustimmung von Angela Gorr, CDU)

Gleichzeitig erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Chance, mehr über die eigenen Stärken und Schwächen herauszufinden, um gezielt daran zu arbeiten.

Da es aus unserer Sicht wünschenswert ist, dass dieses Programm, bisher finanziert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und der Bundesagentur für Arbeit, fortgeführt wird, ist der Ansatz des Antrages der LINKEN hierzu grundsätzlich richtig. Es freut uns natürlich besonders, wenn die LINKEN ein Programm einer CDU-geführten Landesregierung gut finden.

(Beifall bei der LINKEN)

Wir sehen aber noch Ergänzungsbedarf und haben als regierungstragende Fraktionen einen Änderungsantrag gestellt. Ich habe Ihrer Rede entnommen, dass Sie diesem zustimmen werden.

(Eva von Angern, DIE LINKE: Wir machen es noch besser! - Thomas Lippmann, DIE LINKE: Wir machen noch mehr!)

- Sie werden es übernehmen? - Es ist ein klares Ziel, die verschiedenen Ansätze zur Berufsorientierung zusammenzuführen. Dazu gehört unter anderem die Einführung eines Kompetenzfeststellungsverfahrens, um den jungen Menschen die passenden Ausbildungsberufe zu vermitteln.


Vizepräsident Willi Mittelstädt:

Herr Kollege Krull, bitte kommen Sie zum Schluss.


Tobias Krull (CDU):

Zwei letzte Sätze. Selbstverständlich bleibt das Ziel, dass der finanzielle Anteil auch zukünftig aus Mitteln von Dritten, zum Beispiel ESF-Mitteln, gefördert wird. In diesem Sinne bitte ich um Zustimmung zu unserem vorliegenden Antrag und danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit, auch noch zu solch später Stunde.

(Beifall bei der CDU - Zustimmung bei den GRÜNEN)