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Freitag, 22.03.2019

2 Termine gefunden

ICS Export
09:30 Uhr Datum: 22.03.2019

Ausschuss für Recht, Verfassung und Gleichstellung

27. Sitzung mit öffentlichem Sitzungsteil zu den Tagesordnungpunkten 1 bis 3
Magdeburg, Domplatz 6-9, Landtagsgebäude

rev027e7.pdf (PDF, 479 KByte)


10:00 Uhr Datum: 22.03.2019

Ausschuss für Bildung und Kultur

32. Sitzung mit Anhörung in öffentlicher Sitzung zu Tagesordnungspunkt 1
Magdeburg, Domplatz 6-9, Landtagsgebäude

bil032e7.pdf (PDF, 483 KByte)


Plenarsitzung

Transkript

Tagesordnungspunkt 19

Beratung

Vertiefte Berufsorientierung langfristig sichern

Antrag Fraktion DIE LINKE - Drs. 7/2332

Änderungsantrag Fraktionen CDU, SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN - Drs. 7/2371



Einbringerin ist die Abg. Frau Hildebrandt. Frau Hildebrandt, Sie haben das Wort.


Doreen Hildebrandt (DIE LINKE):

Vielen Dank, Herr Präsident. - Sehr geehrte Damen und Herren! Brafo ist ein gutes Programm beim Einstieg in den Berufswahlprozess. Dass die fünf Tage Interessenerkundung in Verbindung mit berufspraktischem Ausprobieren verschiedener Tätigkeiten den Jugendlichen tatsächlich etwas bringt, habe ich als Berufsberaterin häufig erlebt.

Fragt man Neunt- oder Zehntklässler, warum sie sich für ein Berufsfeld entschieden haben, hört man Sätze wie: Ich habe doch damals in der 7. Klasse Brafo mitgemacht. Dabei habe ich gemerkt, dass mir das gefällt.

Allerdings ist es nach diesem Einstieg durch Modul 1 in eine berufliche Orientierung jeder und jedem Einzelnen sowie den Schulen selbst überlassen, wie es in den Klassen 8 und 9 weitergeht.

Viele engagierte Schulen bieten interessierten Schülerinnen und Schülern weitere Möglichkeiten zum Erkunden ihrer Interessen und von Berufsfeldern an, ob über Arbeitsgemeinschaften, Kooperationen mit regionalen Betrieben, Praxistagen oder Projektwochen. Dort kämpft jede Schule für sich allein und die meisten entwickeln kreative und tolle Angebote.

(Beifall bei der LINKEN)

Aber der rote Faden durch den Berufswahlprozess fehlt im Land. Darum halten wir es für notwendig, Brafo weiterzuentwickeln.

Das bisher schon im Konzept vorgesehene Modul 2, ein freiwilliges Praktikum in den Ferien in einem interessanten Berufsfeld, sollte für alle Schülerinnen und Schüler geöffnet werden. Warum kann es danach nicht mit Folgemodulen weitergehen, bei denen die Jugendlichen, wenn sie sich für ein Berufsfeld entschieden haben, genauer reinschnuppern können?

Dazu müssten aber schon jetzt konzeptionelle Festlegungen und praktische Entscheidungen, zum Beispiel zur Übernahme von Fahrkosten in ländlichen Gebieten und zur Möglichkeit der Zusammenarbeit mit berufsbildenden Schulen vor Ort getroffen werden.

Auch wenn wir vertiefte Berufsorientierung als eindeutige Landesaufgabe sehen, um Fachkräfte zu gewinnen und Ausbildungsabbrüchen vorzubeugen, ist bei solchen Programmen die Bundesagentur für Arbeit als ein wichtiger Partner einzubinden, und das nicht nur wegen möglicher Kofinanzierung, sondern weil dort in der Berufsberatung die Fachleute sitzen, die auf den individuellen Stand der einzelnen Schülerinnen und Schüler im Berufswahlprozess eingehen und sie bis zum Eintritt in die Ausbildung und oftmals auch darüber hinaus begleiten. Dort sind auch häufig viele der freiwilligen und mühsam aufgebauten Projekte der einzelnen Schulen bekannt - komischerweise dort und nicht im Bildungsministerium.

Die örtlichen Projekte und Erfahrungen dürfen aus unserer Sicht nicht zerstört werden, sondern müssen in den roten Faden Brafo, der sich dann durch die Klassenstufen 7, 8 und 9 zieht, eingebunden werden. Damit wäre es für alle Beteiligten leichter; aber besonders würde es den Jugendlichen erleichtern, den richtigen Weg zum passenden Beruf zu finden. Brafo darf nicht einfach beendet werden, nur weil die Förderung über ESF ausläuft.

(Beifall bei der LINKEN)

Doch genau diese Gefahr droht ab 2020. Das ist auch der Grund, warum wir diesen Antrag heute stellen. Zu Beginn der kommenden Haushaltsverhandlungen muss die Landesregierung den klaren Auftrag haben, eine verbesserte Berufsorientierung fortzuführen und dafür Mittel einzustellen.

Zwei Sätze zum Änderungsantrag in Drs. 7/2371. Ich danke der Koalition für diese wichtigen Ergänzungen, die genau unserer Intention folgen. Meine Fraktion übernimmt den Änderungsantrag. Daher bitte ich Sie um Zustimmung zum vorliegenden Antrag mit den eingebrachten Änderungen. - Herzlichen Dank.

(Beifall bei der LINKEN - Zustimmung von Sebastian Striegel, GRÜNE)