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Mittwoch, 19.06.2019

2 Termine gefunden

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20:00 Uhr Datum: 19.06.2019

Sommerfest des Landtages von Sachsen-Anhalt

Eröffnung durch Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch
39104 Magdeburg, Domplatz 6-9, Landtagsgebäude, Innenhof

Plenarsitzung

Transkript

Tagesordnungspunkt 24

Kleine Anfragen für die Fragestunde zur 20. Sitzungsperiode des Landtages von Sachsen-Anhalt

Fragestunde mehrere Abgeordnete - Drs. 7/2350



Gemäß § 45 GO.LT findet in jeder im Terminplan festgelegten Sitzungsperiode eine Fragestunde statt.

(Unruhe)

Ich denke, es sollte Sie alle interessieren, denn es sind ja Ihre Fragen, die Sie stellen. Sie möchten sicherlich auch hören, was die anderen Abgeordneten fragen und was darauf geantwortet wird.

Es liegen Ihnen, meine sehr verehrten Damen und Herren, in der Drs. 7/2350 elf Kleine Anfragen für die Fragestunde vor.


Ich rufe die


Frage 1
Muttergebundene Aufzucht von Kälbern


auf. Fragesteller ist der Abg. Herr Loth. - Bitte schön, Sie haben das Wort.


Hannes Loth (AfD):

Der frühe Sozialkontakt zwischen Kuh und Kalb innerhalb der Prägungsphase des Kalbes, die nach der Geburt beginnt, sowie die Aufnahme von Muttermilch innerhalb der ersten Lebensmonate stellen elementare Grundbedürfnisse des Kalbes dar, die für die spätere Gesundheit, die körperliche Entwicklung und die Ausbildung des arteigenen ungestörten Verhaltens entscheidend sind.

Aufgrund der vollständigen Ausnutzung der Milchleistung ist es in den Milchviehbetrieben Standard, das Kalb nach der Geburt von der Kuh zu trennen.

Ich frage die Landesregierung:

1.    Wie viele Betriebe in Sachsen-Anhalt betreiben - in welchen Bestandsgrößen - die muttergebundene Kälberaufzucht?

2.    Welche Maßnahmen werden seitens der Landesregierung geplant, um diese Form der tiergerechten Kälberaufzucht zu unterstützen?


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Vielen Dank. - Die Antwort der Landesregierung erfolgt durch die Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Energie, Frau Prof. Dr. Claudia Dalbert. Sie haben das Wort. Bitte.


Prof. Dr. Claudia Dalbert (Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Energie):

Danke, Frau Präsidentin. - Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich beantworte die Fragen des Abg. Herrn Loth namens der Landesregierung wie folgt:

Angaben über die unterschiedlichen Haltungsverfahren in der Milchrinderhaltung werden vom Statistischen Landesamt nicht erhoben.

Nach Kenntnis der Landesregierung führt nur ein konventioneller Betrieb in der Altmark, der Betrieb Lenz in Schinne, die muttergebundene Aufzucht von Kälbern durch. Darüber hinaus praktizieren einzelne Öko-Betriebe eine muttergebundene Kälberaufzucht und vermarkten die Milch über eigene Hofläden.

Zu Frage 2. Das Grundanliegen des Konzepts einer muttergebundenen Kälberaufzucht ist, einen Markt zu finden und zu öffnen, der die Milch aus der muttergebundenen Kälberaufzucht honoriert abnimmt und so dem Landwirt Chancen auf ein besseres betriebliches Einkommen ermöglicht.

Die muttergebundene Kälberaufzucht kann der Gesundheit und dem Wachstum des Kalbes zugutekommen, wenn Kühe und Kälber fachgerecht gehalten und hohe hygienische Anforderungen angewendet werden. Das bedingt dann natürlich erhöhte Bewirtschaftungsanforderungen an das Betreuungspersonal. Das Tierwohl und die Tiergesundheit hängen auch bei der muttergebundenen Kälberaufzucht davon ab, wie gut das Management durch den Tierhalter gestaltet wird.

Ein wirtschaftlicher Erfolg dieses Haltungsverfahrens hängt von der Bereitschaft der Marktteilnehmer und -teilnehmerinnen ab, die zusätzlichen Aufwendungen entsprechend zu honorieren.

Am Markt sind bislang keine speziellen Vermarktungsstrategien, Kennzeichnungs- und separaten Erfassungssysteme etabliert, sodass für potenzielle Verbraucherinnen und Verbraucher nicht erkennbar ist, ob sie diese alternative Haltungsform unterstützen.

Aus diesen Gründen ist es problematisch, die muttergebundene Kälberaufzucht per se als spezielle Vermarktungsstrategie anzuerkennen.

Die Landesregierung plant im Moment keine Maßnahmen zur Unterstützung.