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Samstag, 05.12.2020

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Plenarsitzung

Kinderarmut aus persönlicher Erfahrung

In Deutschland leben Millionen von Kindern in Armut. Trotzdem bleibt das Thema in der öffentlichen Diskussion zumeist unsichtbar. Das möchte Jeremias Thiel mit seinem Buch ändern. Anhand seiner eigenen Erfahrungen beschreibt er, was es heißt, als Kind in Armut zu leben. Da seine Eltern psychisch krank sind, nicht arbeiten und dadurch von Sozialleistungen abhängig sind, ist die häusliche Situation für ihn und seinen Bruder mehr als schwierig. Bereits im Kindesalter muss er Verantwortung für die Familie übernehmen und vieles eigenständig organisieren, da seine Eltern nicht dazu in der Lage sind.

Abbildung Buch-Cover
Jeremias Thiel: Kein Pausenbrot, keine Kindheit, keine Chance. Wie sich Armut in Deutschland anfühlt und was sich ändern lässt. München: Piper, 2020.

Aus Angst, der Armut und Strukturlosigkeit in seiner Familie nicht entkommen zu können, wendet er sich als Elfjähriger an das Jugendamt. Bis zum Abitur lebt er im SOS-Jugendhaus. Im Herbst 2019 beginnt er ein Studium an einer Universität in den USA. Ihm ist es gelungen, dem Teufelskreis der Armut zu entkommen. Doch viele, die in ähnlichen Verhältnissen aufwachsen, haben nicht die Möglichkeit, sich aus ihrem Lebensumfeld zu befreien. Mit seinem sehr persönlichen und bewegenden Bericht will der Autor das Thema Kinderarmut mehr in das Bewusstsein der Menschen rücken und fordert zugleich mehr Chancengleichheit und Gerechtigkeit in der Gesellschaft. 

Jeremias Thiel: Kein Pausenbrot, keine Kindheit, keine Chance. Wie sich Armut in Deutschland anfühlt und was sich ändern lässt. München: Piper, 2020.