Wie praxistauglich sind die Diensthandys der Polizisten in Sachsen-Anhalt? Über diese Frage berichtete die Landesregierung im Innenausschuss auf Antrag der SPD-Fraktion im Rahmen einer Selbstbefassung am 15. Januar 2026. Hintergrund der Anfrage war ein Bericht der Mitteldeutschen Zeitung vom November 2025, in dem von verschiedenen Problemen in diesem Bereich berichtet wurde.
Ein wesentlicher Kritikpunkt laut Bericht: Ein Zugang zur Polizeisoftware Artus sei mit den Mobilgeräten kaum möglich, da die Bedienung nicht an kleine Bildschirme angepasst sei. Auch fehle eine reguläre Kamera-App, Fotos könnten nicht auf dem Gerät gespeichert werden. Der Artikel stützt sich auf Aussagen der Gewerkschaft der Polizei (GdP) sowie eines Kriminalbeamten.

Ein Pressebericht war Anlass für eine Selbstbefassung des Innenausschusses. Dabei ging es um die Praxistauglichkeit der Polizei-Diensthandys im Land.
Zuerst berichtete eine Vertreterin des Innenministeriums. Zwischen März 2023 und Dezember 2024 seien die Diensthandys an die Beamten im Land verteilt worden – dies sei das erste Mal gewesen, dass Polizeibeamte im Land flächendeckend mit Smartphones ausgestattet wurden. Zuvor habe es ein Pilotprojekt im Polizeirevier Salzlandkreis gegeben, bei dem 85 Prozent der Nutzer zufrieden gewesen seien.
Was an den Smartphones besonders ist
Die Kritik von Seiten der Gewerkschaft könne sie nur vor dem Hintergrund verstehen, dass die Handhabung der Dienstgeräte von der privaten Nutzung abweiche. „Wir müssen uns immer wieder bewusst machen, dass es sich um dienstliche Smartphones handelt, die hohen Sicherheitsanforderungen genügen müssen.“ Es seien „speziell gehärtete und verwaltete Endgeräte, welche nicht mit unseren privaten Smartphones vergleichbar sind“. So sei etwa der Appstore gesperrt und die reguläre Kamera-App. Fotos könnten direkt über die Messenger- oder Mail-App aufgenommen und versendet werden. Zwar seien einige Standardapps nicht verfügbar, mit denen ein iPhone normalerweise ausgeliefert würde – dafür seien Dienstgeräte mit zusätzlichen etwa 20 Apps für den Dienstgebrauch ausgestattet.
Eingestehen musste die Ministeriumsvertreterin Probleme mit der Anbindung an das Artus-System. Dafür gebe es zwar eine mobile App – bevor diese genutzt werden könne, brauche es aber noch eine spezielle Schnittstelle, um aufgenommene Fotos gerichtssicher ins System übermitteln zu können. Diese habe man beim Dienstleister Dataport in Auftrag gegeben.
Innenministerin: Gewerkschaften äußerten keine Kritik
Auch Innenministerin Tamara Zieschang äußerte sich. Sie erklärte unter anderem, dass sie in regelmäßigem Austausch mit den Polizeigewerkschaften stehe. Probleme mit den Smartphones seien dabei jedoch nicht angesprochen worden. Sie verwies ebenfalls auf den Praxistest, der erfolgreich verlaufen sei.

