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Plenarsitzung

AG 1: Soziale und kulturelle Versorgung

Die Hauptarbeit des Seniorenforums fand in den drei Arbeitsgruppen statt, in denen sich die Teilnehmer mit unterschiedlichen Themen auseinandersetzten und an einer Beschlussempfehlung feilten. Zum ersten Thema – „Soziale und kulturelle Versorgung sowie Bildung zur Alltagsgestaltung und Gesundheitsförderung, insbesondere im ländlichen Raum“ – hielt Prof. Dr. Andreas Simm von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ein Impulsreferat, bevor in der Arbeitsgruppe weiterdiskutiert wurde.

Alle Menschen, egal welches Alters, sollen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Foto: Rainer Sturm/pixelio.de

„Sachsen-Anhalt ist von den deutschen Ländern am stärksten vom demographischen Wandel betroffen“, erklärte Simm. Das Land müsse sich unter anderem auf eine „tsunamiartige Zunahme alter Patienten in den Krankenhäusern“ einstellen. Viele Maßnahmen bräuchten allerdings Zeit, um ihre Wirkungen entfalten zu können. Simm schlug vier zentrale Handlungsfelder für die kommenden Jahre vor:

1. Stärkung der Medizin des alten Menschen
- es müsse zu mehr Ausbildung im Bereich der Geriatrie kommen
- dazu gehöre die Ausschreibung von Professuren für Geriatrie

2. Bildung als Prävention
- lebenslanges Lernen verzögert den Eintritt in eine Demenz
- Bildung im Alter als hoheitliche Aufgabe im Land wahrnehmen
- Vernetzung von Hochschulen und Senioreneinrichtungen verbessern

3. Partizipation durch menschengerechte Gestaltung des öffentlichen Raums
- fehlende einfachste Infrastruktur ausbauen
- altersgerechte Gestaltung des öffentlichen Raumes (behindertengerechte Toiletten, Handläufe, abgesenkte Bordsteine)

4. Unabhängige Information zur Pflege durch Pflegestützpunkte
- kostenfreie und unabhängige Pflegeberatung für jedermann

Entscheidung im Seniorenforum

Verabschiedet haben die Vertreter/innen im Seniorenforum schließlich eine Beschlussvorlage, in der die Ausbildung zum Mediziner/zur Medizinerin in den Universitäten des Landes Sachsen-Anhalt stärker das Thema Geriatrie beinhalten soll. Zudem soll die strukturierte Einbindung der Fachärzte für Allgemeinmedizin, die als Hausärzte für die wohnortnahe geriatrische Versorgung Verantwortung tragen, durch geeignete Maßnahmen gefördert werden. Die Vernetzung der Pflegeberatung soll weiterentwickelt und professionalisiert werden.

Beschlussvorlage der Arbeitsgruppe 1 (PDF)