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Dienstag, 01.12.2020

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09:00 Uhr Datum: 01.12.2020

Ausschuss für Bildung und Kultur

56.  Sitzung
Die Sitzung findet im Rahmen einer Videokonferenz statt.

bil056e7.pdf (PDF, 37 KByte)


Plenarsitzung

Jedes vierte Kind von Armut betroffen

Gebrauchte Kleidung, ohne Frühstück in die Schule, kein Besuch im Zoo, im Kino oder im Freizeitpark – so geht es mittlerweile jedem vierten Kind und Jugendlichen in Sachsen-Anhalt. Sie alle sind von Armut betroffen oder armutsgefährdet. Armut bedeutet heutzutage nicht mehr Verhungern, sondern stattdessen gesundheitliche Nachteile, gesellschaftliche Ausgrenzung und psychische Probleme, sagte die Landtagsabgeordnete Eva von Angern (DIE LINKE).

Bunte Wortwolke zum Thema Kinderarmut.
Was Kinderarmut im Sachsen-Anhalt des 21. Jahrhunderts bedeuten kann. Foto: fotohansel/fotolia.com

DIE LINKE schlägt „Armutscheck“ vor

Ihre Fraktion warb bei der letzten Landtagssitzung dafür, das Problem Kinderarmut gemeinsam anzugehen. Dazu sollten beispielsweise die Familien insgesamt gestärkt und in den Kitas eine gute Betreuung angeboten werden.

Außerdem ist es wichtig, dass alle Kinder die gleichen Bildungschancen haben, egal aus welchem Elternhaus sie kommen, sagte von Angern. Eine weitere Idee war ein „Armutscheck“ für zukünftige Gesetzesinitiativen. Damit soll geschaut werden, welchen Einfluss ein Gesetz auf die Kinderarmut hat.

Ministerium macht schon eine Menge

Das Sozialministerium erklärte, ihm ist das Problem durchaus bewusst. Man hat auch schon einiges gemacht, um Kinderarmut zu bekämpfen. Dabei verfolgt das Sozialministerium einen ganzheitlichen Ansatz und schaut nicht nur auf das Einkommen der Eltern.

AfD fragt: Zu viel Geld für Flüchtlinge?

Ganz unwichtig ist ein gutes Einkommen allerdings auch nicht, sagt Tobias Krull (CDU). Wenn viele Menschen eine gute Arbeit hätten, dann wären sie nicht vom Staat abhängig. Tobias Rausch (AfD) fragte, was in den vergangenen Jahren konkret unternommen wurde, um die Kinderarmut zu bekämpfen? Er kritisierte, dass zu viel Geld für Flüchtlinge ausgegeben werde.

Cornelia Lüddemann (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) machte sich für eine Kindergrundsicherung stark. Eine Zusammenführung aller Sozialleistungen für Kinder wäre vermutlich zielführender als viele einzelne Leistungen aus verschiedenen Töpfen, sagte sie.

Kinderarmut ist Gefahr für die ganze Gesellschaft

Kinderarmut ist nicht nur ein Problem von einzelnen Menschen, sie kann auch den Zusammenhalt der ganzen Gesellschaft gefährden. Darum müsste alle getan werden, um die Situation zu verbessern, meinte Andreas Steppuhn (SPD).

Nach der Diskussion wurde der Antrag der Fraktion DIE LINKE einstimmig in den Ausschuss für Arbeit, Soziales und Integration überwiesen.