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Samstag, 20.07.2019

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Plenarsitzung

Prominenter Besuch aus dem Süden Afrikas

Landtagspräsident Hardy Peter Güssau begrüßte am Montag, 13. Juni, erstmals S. E. Andreas B. D. Guibeb im Landtag von Sachsen-Anhalt. Er wirkt seit Januar 2016 als außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter der Republik Namibia in Deutschland. 

Erstmals zu Gast im Landtag von Sachsen-Anhalt: Der namibische Botschafter in Deutschland, S. E. Andreas B. D. Guibeb (l.). Landtagspräsident Hardy Peter Güssau empfing ihn in seinem Amtszimmer. Foto: Stefanie Böhme

Der 1954 in Mariental/Namibia geborene Diplomat ist verheiratet und hat drei Kinder. Der Botschafter und seine Frau möchten ihre Erfahrungen und Beziehungen dazu nutzen, die bereits bestehenden freundschaftlichen Beziehungen und die Zusammenarbeit zwischen der namibischen und bundesdeutschen Regierung sowie den Menschen in beiden Ländern weiter zu vertiefen und auszubauen sowie zu einem noch besseren Verständnis füreinander beizutragen.

Guibeb studierte Rechtswissenschaften an der Universität Western Cape in Belleville (Südafrika) sowie Entwicklungsökonomie und Internationales Handelsrecht am Graduierten-Institut für Internationale Beziehungen und Entwicklungsstudien in Genf (Schweiz).

Wichtige Rolle bei der Unabhängigkeit Namibias

1989 wurde er stellvertretender Repräsentant der South West Africa People’s Organisation (SWAPO; politische Befreiungsbewegung, heute eine politische Partei) in der Vertretung in Paris. Im selben Jahr fanden im heutigen Namibia Wahlen statt, die von den Vereinten Nationen überwacht wurden. Mit dem Sieg der SWAPO-Partei wurde die Unabhängigkeit von Südafrika im Jahr 1990 eingeleitet. Guibeb wurde zum Direktor des Übergangsteams zur Überwachung der Staatennachfolge des von Südafrika unabhängigen Namibia ernannt.

Darauf folgte die Ernennung zum ersten Staatssekretär im damaligen Außenministerium einer unabhängigen Republik Namibia, später das Amt des Hochkommissars der Republik Namibia in der Republik Sambia.

Deutschland und Namibia

Seit der Unabhängigkeit der Republik Namibia im Jahr 1990 haben sich besonders intensive bilaterale Beziehungen zur Bundesrepublik Deutschland entwickelt. Diese gehen auf die gemeinsame Kolonialgeschichte (1884–1915) und die daraus erwachsende besondere Verantwortung Deutschlands zurück. Es besteht eine enge kulturelle Verbindung zu der deutschsprachigen Gemeinschaft sowie eine über zwei Jahrzehnte dauernde nachhaltige und substantielle Entwicklungszusammenarbeit im Umfang von über 800 Millionen Euro (höchste deutsche Leistung pro Kopf in Afrika).

Richtungweisend für die deutsche Namibia-Politik war eine Entschließung des Deutschen Bundestags 1989, in der die historische und politische Verantwortung Deutschlands gegenüber Namibia festgestellt wurde. Weiter gefestigt wurden die parlamentarischen Beziehungen durch die Gründung einer Namibisch-Deutschen Freundschaftsgruppe im namibischen Parlament, die im März 2013 erstmals Berlin besuchte. Der Deutsche Bundestag pflegt die Beziehungen zum namibischen Parlament über die Parlamentariergruppe SADC-Staaten.