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Samstag, 08.08.2020

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Plenarsitzung

Auf der Suche nach einer Zukunftsvision

„Wir wollen so viel wie möglich lernen und viele Ideen mit in unsere Heimat nehmen.“

Anmerkung : Jodgor Faisov, Direktor der Aga-Khan-Stiftung Tadschikistan, anlässlich seines Besuchs im Landtag von Sachsen-Anhalt.

Jodgor Faisov ist Direktor der Aga-Khan-Stiftung Tadschikistan und hat eine klare Vorstellung von seinem Besuch in Sachsen-Anhalt. Zwar sei ihm bewusst, dass nicht alle Erfahrungen eins zu eins in seiner Heimat wiederholt werden könnten, „aber wir können eine ungefähre Vorstellung bekommen, was möglich ist, wir suchen eine Vision.“

Mit neun Kollegen bereist Jodgor Faisov zurzeit für zehn Tage Sachsen-Anhalt. Eine ihrer ersten Stationen führte die tadschikische Delegation in den Landtag nach Magdeburg. Bei einem Arbeitsessen mit dem Landtagspräsidenten und einzelnen Abgeordneten interessierten sich die tadschikischen Gäste vor allem für Themen aus den Bereichen Landwirtschaft, Tourismus und Zivilgesellschaft. Auf die Frage, welche Dinge in seinem Land am dringendsten angepackt werden müssten, antwortete Jodgor Faisov: „Das sind die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Demokratisierung der Gesellschaft.“

Freiheit und Verantwortung zwei Seiten einer Medaille

Landtagspräsident Detlef Gürth sagte nach dem Treffen mit den Gästen aus Tadschikistan: „Jeder muss seinen eigenen Weg gehen, wir fühlen uns daher nicht berufen, Vorschläge zu machen. Aber wir erzählen gern, was in den letzten 25 Jahren für uns wichtig war.“ Außerdem gab er der Delegation mit auf den Weg, wie wichtig es sei, den Menschen die Freiheit zu geben, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und dabei nicht zu vergessen, dass damit auch Verantwortung verbunden sei. Schließlich wies Gürth in dem Gespräch auch auf den Gedanken der Nachhaltigkeit hin: „Man sollte immer bedenken, welche Folgen unser Tun und Handeln für unsere Kinder und für nachfolgende Generationen haben.“

Unterwegs zwischen Aschersleben und Havelberg

Finanziert und organisiert wird die Reise der Tadschiken von der Aga-Khan-Stiftung, der größten nicht-staatlichen Entwicklungshilfeorganisation der Welt. Diese hat ganz bewusst Sachsen-Anhalt als Anschauungsobjekt gewählt. Zum einen, weil Sachsen-Anhalt nach der Wende 1989 teilweise mit den gleichen Problemen und Veränderungen konfrontiert war wie Tadschikistan heute. Als Beispiel sei hier die Privatisierung großer staatlicher landwirtschaftlicher Betriebe genannt. Zum anderen weist Sachsen-Anhalt ähnliche geoklimatische Bedingungen wie die tadschikischen Mittelebenen auf.

Auf dem Besuchsplan der tadschikischen Delegation stehen nach dem Landtag unter anderem noch das Majoranwerk in Aschersleben, die Rinderzuchtanlage in Hohenberg-Krusemark und das Bundesgartenschaugelände in Havelberg.