Ulrich Siegmund (AfD):
Vielen Dank, Herr Präsident. - Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich fasse mich ganz kurz; denn die Thematik ist relativ einfach. Ich möchte vorwegschicken, dass wir selten mit den GRÜNEN einer Meinung sind. Heute sind wir es einmal. Wir haben natürlich eine katastrophale Situation in der medizinischen Versorgung.
Aber wo ich überhaupt nicht mit Ihnen einer Meinung bin, ist
(Zuruf von Guido Kosmehl, FDP)
- ich muss es vergleichen, ich muss ja auch den Ansprüchen gerecht werden, Herr Kosmehl -, dass man diese Problematik, bei der seit über zehn Jahren - ich mache das mittlerweile ja schon länger als Sie - alle Fakten auf dem Tisch liegen, nicht löst. Wir diskutieren die Problemlagen in Ausschusssitzungen rauf und runter, agieren aber an den eigentlichen Lösungen vorbei, gerade mit solchen Anträgen. Sie können die Problematik des Ärztemangels nicht leugnen,
(Susan Sziborra-Seidlitz, GRÜNE: Sie haben überhaupt keine Ahnung davon!)
- nein, das haben Sie nicht, weil Sie in einer Theorieblase leben - und sie nicht mit noch mehr Verwaltungsstrukturen lösen.
(Susan Sziborra-Seidlitz, GRÜNE: Nein!)
Ich meine, ich war über Jahre hinweg bei all diesen Konferenzen: „Gesundheit im Quartier” und was es hier sonst noch alles gibt. Und ja, es ist richtig, dass man über Probleme spricht. Wenn man aber jedes Mal über zehn Jahre hinweg in jedem Stuhlkreis die gleichen Probleme bespricht, aber nicht die logischen Konsequenzen daraus zieht, dann können Sie diese Konferenzen vergessen, weil sie nichts bringen. Entscheidend ist doch die Lösung.
(Susan Sziborra-Seidlitz, GRÜNE: Ich habe das studiert! Sie haben keine Ahnung!)
- Ich habe das studiert? Sie haben keine Ahnung? Sie sind ja eine richtige Superheldin, Frau Sziborra-Seidlitz.
(Zuruf von Susan Sziborra-Seidlitz, GRÜNE)
Aber das ist doch der große Unterschied. Wenn Sie es studiert haben, dann müssten Sie doch irgendwann feststellen, dass die Stimme in der Praxis in Krankenhäusern und Kliniken ganz anders ist als das, was Sie hier theoretisch machen.
(Susan Sziborra-Seidlitz, GRÜNE: Nein! Auch davon habe ich mehr Ahnung als Sie! Das ist doch lächerlich!)
- Ja, das ist so. Das sage nicht nur ich, Frau Susan Sziborra-Seidlitz. Das sagen mir z. B. sehr, sehr viele Ärzte, die sich von genau diesen theoretischen Vorgaben gegängelt fühlen und sagen: „All das, diese ganzen theoretischen Betrachtungen hemmen mich bei meiner eigentlichen Arbeit. Ich habe weniger Zeit für die Patienten.“
(Susan Sziborra-Seidlitz, GRÜNE: Sie haben keine Ahnung!)
- Oh, Frau Sziborra-Seidlitz. - Okay. Lange Rede, kurzer Sinn: Sie möchten die medizinische Versorgung
(Susan Sziborra-Seidlitz, GRÜNE: Sie haben keine Ahnung!)
Vizepräsident Wulf Gallert:
Frau Sziborra-Seidlitz, allein um Zwischenrufe zu machen, müssen Sie ihn erst einmal ausreden lassen, damit Sie darauf reagieren können. Das, was Sie gerade machen, führt dazu, dass er gar keine Chance mehr hat, zu reden.
Ulrich Siegmund (AfD):
Ich fasse mich kurz. Sie möchten das Problem mit noch mehr Bürokratie und einer neuen Verwaltungsebene lösen. Das möchten wir nicht. Wir lehnen den Antrag selbstverständlich ab.
Der Koalitionsantrag ändert gar nichts. Das ist ein Bekenntnis. Bei dem würde ich mich jetzt der Stimme enthalten. Das tut keinem weh, bringt aber auch keinen Mehrwert.
Aber: Bitte legen Sie wieder den Fokus auf die Grundursachen - wir wissen, was diese sind, gerade hier bei uns in Sachsen-Anhalt - und verbringen Sie nicht so viel Zeit mit den ganzen komischen Ideen der GRÜNEN. - Danke.

