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Samstag, 24.08.2019

Keine Termine vorhanden.

Plenarsitzung

Transkript

Jan Wenzel Schmidt (AfD):

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Als ich zur Schule ging, machte ein bekannter Witz die Runde, den Sie bestimmt aus Ihrer eigenen Schulzeit kennen: Lehrer haben vormittags recht und nachmittags frei.

Dass es in der Realität mit dem Lehrerberuf nicht ganz einfach ist, wissen wir. Nach dem Unterricht gilt es zum Beispiel, Stunden vor- und nachzubereiten und Klausuren zu korrigieren. Gerade in den ersten Berufsjahren sitzen junge Lehrer oft bis in die Abendstunden vor dem heimischen Schreibtisch. Zeit für Hobbys und Familie - Fehlanzeige. Hinzu kommen lästige Verwaltungsaufgaben, die man zum Beispiel der Kleinen Anfrage meines Kollegen Tillschneider entnehmen kann, die im April 2018 durch die Landesregierung beantwortet wurde.

Mit ihrem Antrag greifen die LINKEN insofern ein Anliegen auf, das uns als AfD-Fraktion ebenfalls am Herzen liegt und das an sich gar nicht verkehrt ist. Der akute Lehrermangel, der unser Land noch immer fest im Griff hat, hängt nämlich nicht zuletzt stark mit der gesunkenen Attraktivität des Lehrerberufs zusammen. Wenn wir den Mangel wirksam bekämpfen wollen, müssen wir dazu bereit sein, die Lehrer unseres Landes von unnötigen Aufgaben zu entlasten.

Die LINKEN schlagen nun eine ganze Reihe von Maßnahmen vor, durch die genau das erreicht werden soll. Nach ihrem Willen soll es keine weiteren Nachteile bei den Arbeitszeiten geben. Die Ausschreibungspraxis soll verbessert werden, sogenannte Schulassistenten sollen Lehrer von Verwaltungsaufgaben entlasten, und auch die Qualifizierung von Seiteneinsteigern gehört auf den Prüfstand. All das sind Punkte, über die man im Einzelnen diskutieren kann und die möglicherweise zu einer tatsächlichen Verbesserung der Situation führen.

Wenn wir uns allerdings ernsthaft damit beschäftigen wollen, was man sonst tun könnte, müssen wir uns darüber klar werden, warum es überhaupt immer weniger junge Leute gibt, die gern Lehrer werden wollen. Im Grunde beginnen die Schikanen bereits in der Ausbildung. Im Studium und im Vorbereitungsdienst müssen sich Referendare mit allen möglichen Themen beschäftigen, die man gut und gerne streichen könnte - den politischen Willen vorausgesetzt.

Im ausbildungsdidaktischen Konzept für den Vorbereitungsdienst des Landes Sachsen-Anhalt finden sich zum Beispiel Veranstaltungen wie Seminare zur integrativen Förderung im gemeinsamen Unterricht oder sogenannte mediendidaktische Tage, Veranstaltungen also, die nicht aufgrund pädagogischer, sondern aufgrund politischer Entscheidungen nötig sind. Der Lehrer soll dabei nicht mehr als pädagogische Autorität auftreten, sondern als Lernbegleiter, der die Schüler täglich aufs Neue motiviert. Spätestens freitags hat der Lehrer dann gar nichts mehr zu melden, wenn sich seine Schüler während der Unterrichtszeit auf Klimademos herumtreiben.

Wenn sich der Lehrer erst im Dienst des Landes befindet, muss er zudem ideologischen Vorgaben gerecht werden, welche die Politik für die Schulen bestimmt hat. Ich denke dabei nicht nur an die Inklusion von Kindern mit Förderbedarf, sondern an die Nivellierung des Schulwesens im Allgemeinen. Wenn man aktuellen Konzepten der Landesregierung, etwa zum Thema Schulsozialarbeit, folgt, sollen Klassen heutzutage vor allem leistungsdifferenziert sein. Der Lehrer steht also einer Klasse mit völlig verschiedenen Leistungsniveaus gegenüber, die er unter einen Hut bringen muss. Diese Leistungsdifferenz ist am Ende sogar noch politisch von den regierenden Parteien gewollt.

Ich sage Ihnen eines: Wir wollen das nicht. Wir erklären uns bereit, den Antrag in den Ausschuss zu überweisen. Da dürfen die LINKEN dann gerne zeigen, wie weit sie zum Wohl unserer Lehrer zu gehen bereit sind. - Vielen Dank.

(Beifall bei der AfD)