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Dienstag, 19.11.2019

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16:30 Uhr Datum: 19.11.2019

Teilnahme der Landtagspräsidentin an der Verleihung des Demografiepreises 2019

Festsaal Palais am Fürstenwall, Hegelstraße 42, 39104 Magdeburg

Plenarsitzung

Transkript

Olaf Meister (GRÜNE):

Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Das Bundesverfassungsgericht hat im Dezember 2017 entschieden - meine Vorredner haben es erwähnt  , dass die Vergabe von Medizinstudienplätzen vorrangig eignungsorientiert zu erfolgen hat.

Mit dem vorliegenden Gesetzentwurf wird die Zulassung zum Medizinstudium letztlich an diese Rechtsprechung angepasst. Der bereits geschlossene Staatsvertrag wird mit den Änderungen der hochschulrechtlichen Vorschriften in das Landesrecht übersetzt. Was heute vorliegt, ist noch nicht das Hochschulgesetz. Ich wurde bereits von Leuten angesprochen, die darauf warten. Das wäre ganz anders. Das ist es also noch nicht; das kommt noch.

Die Auswahl unserer zukünftigen Medizinerinnen und Mediziner wird sich damit deutlich verändern. Es wird zukünftig nicht mehr um Geduld beim Warten, sondern um Talent gehen. Das ist gut so. Einerseits wird die Abiturbestenquote erhöht und erlaubt mehr jungen Menschen durch herausragende Leistungen im Bereich Medizin eine Studienstandortauswahl.

Andererseits werden auch schulnotenunabhängige Kriterien gestärkt und zukünftig mehr berücksichtigt. Das ist auch gut. Denn Vorerfahrungen im Pflegebereich, Sozialkompetenz und Empathie sind in meinen Augen wichtige Kriterien, wenn es darum geht, ein guter Arzt oder eine gute Ärztin zu sein. Diese können nun stärker ins Gewicht fallen und hängen nicht unmittelbar mit den Schulnoten zusammen.

Insgesamt wird unser Medizinsystem dadurch durchlässiger; denn Noten sind, wie wir alle wissen, von Bundesland zu Bundesland, von Schule zu Schule und insbesondere von Lehrer zu Lehrer höchst unterschiedlich.

Meine Damen und Herren! Obwohl die durchzuführenden Änderungen zu begrüßen sind, ändern sie nichts daran, dass wir jährlich nur ca. 400 Plätze im Land zur Ausbildung von zukünftigen Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung haben. Ich meine, dass das in Anbetracht unserer Bedarfe, insbesondere auch an Hausärzten, insgesamt zu wenig sein wird.

Gleichzeitig dürfte aber auch allen klar sein, dass wir eine Aufstockung der Studienplätze aus eigener Kraft - ein Platz kostet ca. 30 000 € pro Jahr - nur schwierig stemmen können. Insofern hoffe ich in diesem Bereich auf eine Zusammenarbeit mit dem Bund. Das könnte hilfreich sein. - Vielen Dank.