Cookies helfen uns bei der Weiterentwicklung und Bereitstellung der Webseite. Durch die Bestätigung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden.

Montag, 21.01.2019

3 Termine gefunden

ICS Export
12:30 Uhr Datum: 21.01.2019

Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

31. Sitzung
Berlin, Messegelände, Halle 23 b

lan031e7.pdf (PDF, 454 KByte)


14:00 Uhr Datum: 21.01.2019

Besuch der Internationalen Grünen Woche in Berlin

Teilnahme von Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch am Ländertag Sachsen-Anhalt
Berliner Messegelände Halle 23b

20:00 Uhr Datum: 21.01.2019

Teilnahme von Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch am Sachsen-Anhalt - Abend im Rahmen des Besuchs der Internationalen Grünen Woche

Berliner Messegelände, Halle 23 b

Plenarsitzung

Transkript

Tobias Krull (CDU):

Sehr geehrter Herr Landtagspräsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das duale Berufsausbildungssystem ist eines der Erfolgsmodelle der sozialen Marktwirtschaft. Es gibt jungen Menschen die Gelegenheit, sich durch eine fundierte Ausbildung eine berufliche Zukunft aufzubauen. Ich selbst durfte das während meiner kaufmännischen Ausbildung erleben. Es ist auch die Basis dafür, dass die Quote der Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland deutlich unter dem europäischen Durchschnitt liegt.

Gleichzeitig muss man feststellen, dass gemäß der Statistik ein Drittel aller Ausbildungen vorzeitig abgebrochen wird. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Deshalb war es richtig, dass wir uns im Ausschuss so ausführlich mit diesem Thema beschäftigt haben.

Wie gesagt: Die Gründe für den Abbruch einer Berufsausbildung sind unterschiedlich. Einige wesentliche haben sich aber herauskristallisiert. Einer ist, dass es auf der zwischenmenschlichen Ebene zwischen den Auszubildenden und den Ausbildern nicht funktioniert. In einem solchen Fall haben die Kammern eine aktive Rolle, um den Auszubildenden einen entsprechenden Ersatzbetrieb zur Verfügung zu stellen. Gleiches gilt im Übrigen, wenn der Ausbildungsbetrieb den Geschäftsbetrieb - aus welchen Gründen auch immer - aufgibt.

Ein weiteres wichtiges Feld ist, dass die Auszubildenden im Rahmen der Ausbildung feststellen, dass die Vorstellungen über die Form und den Inhalt der Ausbildung sowie über das spätere Berufsleben nicht mit der Realität übereinstimmen. Deswegen ist eine realistische Berufsorientierung in der Schule so wichtig, um deutlich zu machen, wie der betriebliche Alltag tatsächlich aussieht.

(Zustimmung von Thomas Keindorf, CDU)

Die entsprechenden Programme müssen natürlich regelmäßig auf ihre Wirksamkeit hin überprüft werden. Weitere Gründe sind auch in der Beschlussempfehlung zu finden. In den fünf konkreten Beschlusspunkten werden entsprechende Möglichkeiten aufgezeigt, wie die Situation verbessert werden kann.

Ich will aber auch deutlich machen, dass nicht alle dort aufgeführten Punkte auf einhellige Zustimmung meiner Fraktion stoßen.

(Andreas Steppuhn, SPD: Was?)

Ganz konkret betrifft das die Mindestausbildungsvergütung, wie sie auch im Koalitionsvertrag auf Bundesebene zwischen CDU, CSU und SPD vereinbart worden ist. Die Bedenken, die dagegen geäußert werden, sind selbstverständlich ebenfalls ernst zu nehmen. Denn, meine sehr geehrten Damen und Herren, eine solche Mindestausbildungsvergütung muss auch erst einmal erwirtschaftet werden.

Dies fällt den Unternehmen in unserem Land nicht immer leicht. Auf jeden Fall darf es nicht dazu führen, dass die Anzahl derjenigen Unternehmen, die überhaupt ausbilden, weiter zurückgeht. Die Entscheidung, in welcher Höhe die Mindestausbildungsvergütung auf Bundesebene eingeführt wird, steht auch noch aus.

(Ministerin Petra Grimm-Benne: Tja, komisch!)

Der berufliche Alltag ist einem stetigen Wandel unterworfen. Daher müssen die Ausbildungsordnungen entsprechend angepasst werden, um die Ausbildungsinhalte auch der beruflichen Praxis anzupassen. Gerade die berufsbildenden Schulen benötigen eine passende digitale Infrastruktur bzw. Ausstattung.

Bezüglich der Berufsorientierung habe ich schon einige Ausführungen gemacht. Zeigen wir den jungen Menschen, dass sie eine Auswahl zwischen 326 anerkannten Ausbildungsberufen in Deutschland haben.

Natürlich gibt es junge Menschen, deren Start in das Berufsleben nicht so glatt wie gewünscht verläuft. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Diesem Personenkreis muss geholfen werden. Wenn es nämlich gelingt, ihnen einen erfolgreichen Berufsabschluss zu vermitteln, werden sie mit großer Wahrscheinlichkeit in der Lage sein, ihr Leben später aus ihrem eigenen Einkommen zu bestreiten.

Meine sehr geehrten Damen und Herren! Bevor ich meine Ausführungen beende, habe ich noch eine Bitte an die Mitglieder des Hohen Hauses. Machen Sie bei passender Gelegenheit immer wieder den Wert und die Chancen der dualen Berufsausbildung in Deutschland deutlich - als perfekten Start für die Menschen in ein eigenes Berufsleben.

Ich bitte um die Zustimmung zu der Beschlussempfehlung und danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.


Vizepräsident Willi Mittelstädt:

Herr Krull, einen Moment bitte. Frau Zoschke hat sich noch zu Wort gemeldet.


Dagmar Zoschke (DIE LINKE):

Sehr geehrter Herr Kollege, wir beide haben im Ausschuss um diese Beschlussempfehlung gestritten. Eines der Dinge, die dazu geführt haben, dass ich dieser Beschlussempfehlung sehr positiv gegenüberstehe, ist die Bewilligung der Einführung eines Auszubildendentickets. Ich würde von Ihnen gern wissen, wie Sie die Tatsache bewerten, dass der zuständige Minister für Landesentwicklung und Verkehr genau in dem Moment, in dem wir darüber auch diskutieren, nicht anwesend ist.


Vizepräsident Willi Mittelstädt:

Herr Krull, Sie haben das Wort.


Tobias Krull (CDU):

Der zuständige Landesverkehrsminister wird seine Gründe dafür haben, warum er nicht hier ist. Ich bin nicht der Betreuer des Ministers. Der Minister wird sicherlich gerade eine verantwortungsvolle Aufgabe wahrnehmen und kann deswegen nicht hier sein. Frau Kollegin, Sie wissen ja, er wird das Protokoll gewissenhaft lesen.

(Heiterkeit bei der LINKEN)

Vielleicht wird er sich auch das Video anschauen. Gehen Sie davon aus, dass der Minister auch über unsere heutige Diskussion informiert wird.

(Zuruf von Dagmar Zoschke, DIE LINKE)