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Donnerstag, 21.11.2019

3 Termine gefunden

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13:00 Uhr Datum: 21.11.2019

Ausschuss für Arbeit, Soziales und Integration

43. Sitzung zu Beginn der Mittagspause der Landtagssitzung
Landtag von Sachsen-Anhalt, Landtagsgebäude, Domplatz 6-9, 39104 Magdeburg

soz043e7.pdf (PDF, 472 KByte)


19:30 Uhr Datum: 21.11.2019

Parlamentarischer Abend der Deutschen Automatenwirtschaft e.V.

Grußwort durch Herrn Vizepräsident Wulf Gallert in Vertretung der Landtagspräsidentin
Theater in der Grünen Zitadelle, Breiter Weg 8a, 39104 Magdeburg

Plenarsitzung

Transkript

Prof. Dr. Angela Kolb-Janssen (SPD):

Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich glaube, ich werde diese Redezeit nicht ausschöpfen müssen; denn im Wesentlichen hat der Minister dargestellt, wie die Strategie des Landes aussieht. Ich kann dem Minister versichern, dass ihn die Parlamentarier - wie auch in der Vergangenheit - in seinen Bemühungen unterstützen.

Ich darf an dieser Stelle darauf hinweisen, dass wir schon für den laufenden Haushalt, also für die Haushaltsjahre 2017 und 2018 dafür gesorgt haben, dass die Mittel über den Landesfachausschuss für Erwachsenenbildung erhöht werden, damit die Koordinierungsstelle besser ausgestattet werden kann.

Das heißt, das Thema ist bei uns in guten Händen und wir werden die Dinge, die notwendig sind, tun, um das, was jetzt angeschoben worden ist, also insbesondere die Gründung der Landesinitiative Alphabetisierung und Grundbildung voranzutreiben.

Die Netzwerkbildung ist ganz wichtig, weil - ich glaube, auch das hat der Minister sehr eindrücklich gesagt - wir ganz viele ins Boot holen müssen. Es sind die Betroffenen, die sich oftmals schämen, die sich nicht trauen, obwohl sie wissen, dass es Hilfe gibt, diese dann auch in Anspruch zu nehmen.

Es ist manchmal auch der Mut, den ein Kollege, ein Familienangehöriger oder ein Freund braucht, um zu sagen: Du hast ein Problem. Willst du dir nicht Hilfe holen, um deine Rechtschreibkenntnisse, deine Deutschkenntnisse und deine Kenntnisse im Lesen zu verbessern? Denn dies ist essenziell für die Möglichkeit, einen Job zu finden und am Arbeitsmarkt zu bestehen.

Tatsächlich ist es so, dass es zunehmend auch Arbeitgeber sind, die mit den entsprechenden Trägern der Angebote in Kontakt treten, um die Kollegen, bei denen sie festgestellt haben, dass sie Defizite haben, zu unterstützen.

Lassen Sie mich aber noch auf einen anderen Aspekt eingehen. Als ich von den 7,5 Millionen Analphabeten gehört habe, von denen ungefähr 200 000 in Sachsen-Anhalt leben, war ich erschrocken. Wir reden darüber, dass wir in Deutschland ein sehr gutes Bildungssystem haben,

(Dr. Hans-Thomas Tillschneider, AfD: Das hatten wir einmal; jetzt nicht mehr!)

aber offensichtlich fallen viele - aus meiner Sicht viel zu viele - durch dieses Bildungssystem. Wir müssen an dieser Stelle nach den Ursachen und nach den konkreten Punkten suchen, an denen wir die Betreffenden verlieren; denn aus meiner Sicht kann es nicht sein, dass jemand die Schule verlässt, und sei es auch nur mit einem Hauptschulabschluss, ohne richtig lesen und schreiben zu können.

Wir würden den Minister gern bei der Suche nach den Ursachen unterstützen. Zudem könnten an der einen oder anderen Stelle, bei denen wir heute schon wissen, dass es wichtig ist, nachzusteuern, geeignete Maßnahmen ergriffen werden, um zu verhindern, dass struktureller Analphabetismus überhaupt erst entstehen kann.

Ich bitte um Zustimmung zum Alternativantrag der Koalitionsfraktionen. - Vielen Dank.

(Zustimmung bei der SPD und bei den GRÜNEN)