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Montag, 17.06.2019

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17:00 Uhr Datum: 17.06.2019

Teilnahme von Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch an der Galaveranstaltung "Kulinarisches Sachsen-Anhalt 2019" - Verleihung des "Kulinarischen Sterns 2019"

39104 Magdeburg, Hegelstraße 42, Palais am Fürstenwall

Plenarsitzung

Transkript

Doreen Hildebrandt (DIE LINKE):

Vielen Dank, Herr Präsident. - Sehr geehrte Damen und Herren! Die Koalition möchte mit dem vorliegenden Antrag den bisher alle zwei Jahre veröffentlichten und ca. 200 Seiten starken Berufsbildungsbericht abschaffen und stattdessen einen Jahresmonitor zur Berufsbildung einführen. Grundsätzlich ist das eine gute Idee.

Frau Ministerin, mein Beraterherz sträubt sich, wenn der künftige Jahresmonitor in Kalenderjahren berichten soll. Ausbildungen, egal ob betrieblich oder schulisch, beginnen in der Regel im August oder im September eines Jahres. Deshalb ist es deutlich sinnvoller, über den Zeitraum vom 1. Oktober bis zum 30. September des Vorjahres zu berichten und bereits Anfang Januar den Jahresmonitor zu veröffentlichen. Im zweiten Quartal gibt es wenige Steuerungsmöglichkeiten auf aktuelle Trends auf dem Ausbildungsmarkt. Darum stellen wir den Änderungsantrag.

Der im Antrag der Koalitionsfraktionen gefordert Überblick über die Entwicklungen am Ausbildungsmarkt zum Stand 30. April 2018 erscheint mir sehr fraglich. Was soll daraus hervorgehen? - Keine neue Ausbildung wird zu diesem Zeitpunkt angetreten. Vertragslösungen in der Probezeit kommen im Frühjahr nicht vor. Und die Zahl der gemeldeten Bewerber und der freien Ausbildungsstellen finden Sie monatlich in den Statistiken der Bundesagentur für Arbeit. Dies ist aber nur ein handwerklich statistisches Problem, dem sie leicht abhelfen können, wenn Sie unserem Änderungsantrag zustimmen.

Eine andere Sache sind die festzulegenden Schwerpunkte im Bericht. Ich weiß nicht, ob Sie den Zusammenhang zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt erkennen. Wir haben bereits in der Debatte zum Thema „Berufsschulen als Motoren des dualen Systems weiter stärken“ und in mehreren Ausschüssen darüber geredet. Gerade die CDU-Fraktion macht regelmäßig auf die wirtschaftliche Entwicklung, die Unternehmensgründungen und die zahlreichen anstehenden Unternehmensübergänge im Land aufmerksam. Also gilt es doch, nicht nur auf die Schulabgänger und Ausbildungssuchenden zu schauen, sondern auch auf die Angebotsseite.

Wie viele Betriebe haben wir im Land? Wie viele davon sind ausbildungsberechtigt und wie viele davon bilden überhaupt noch aus? Wie viele geben auch auf, weil sie keine geeigneten Bewerber mehr finden? - Daraus ließe sich ableiten, wie die Unternehmen je nach Betriebsgröße auf die Bewerberzahl reagieren und welche Landesstrategien helfen könnten, die Ausbildungsmarktlage zu verbessern.

In allen anderen Punkten können wir mitgehen. Ich bitte also um Zustimmung zu unserem Änderungsantrag. - Vielen Dank.

(Beifall bei der LINKEN)