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Mittwoch, 23.05.2018

2 Termine gefunden

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09:30 Uhr Datum: 23.05.2018

Jahreskonferenz des Netzwerkes für Demokratie und Toleranz 2018

Grußwort der Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch
Frankesche Stiftungen, Franckeplatz 1, 06108 Halle (Saale)


12:00 Uhr Datum: 23.05.2018

Enquete-Kommission "Linksextremismus in Sachsen-Anhalt"

1. Sitzung
Magdeburg, Domplatz 6-9, Landtagsgebäude, Raum B0 05

e09001e7.pdf (PDF, 472 KByte)


Plenarsitzung

Transkript

 


Hannes Loth (AfD):

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren Kollegen! Eine Kuh macht Muh, viele Kühe machen Mühe.

(Zuruf von Sebastian Striegel, GRÜNE)

Ihr Antrag geht am Thema vorbei und ist nicht zielführend. Ihnen fehlen die Mühe und vor allem das Verständnis für die Kühe.

(Beifall bei der AfD)

Dass die GRÜNEN hier herumquaken, kann ich überhaupt nicht verstehen; denn dieser Antrag geht, wie gesagt, völlig am Thema vorbei.

Wir reden hier über Milchkrisen, die auf uns zukommen, und wir reden über Instrumente, um dieses zu steuern. - Herr Striegel, hören Sie einmal zu! - Danke schön.

(Heiterkeit bei der AfD)

Wir wollen kurzzeitig eingreifen, um Schwankungen auszugleichen. Gerade von den GRÜNEN hätte ich erwartet, dass sie kommen und sagen, wir müssen längerfristig planen. Wir müssen die Kuhhaltung allgemein umstellen, in Deutschland und Europa. Wir müssen weg von den Hochleistungsrassen.

Sie haben sicher alle die letzten Studien gelesen, in denen steht, dass das hochwertige Proteinfutter dazu führt, dass die Tiere Krankheiten entwickeln und mittlerweile nach drei Laktationen nicht mehr einsatzfähig sind.

(Bernhard Daldrup, CDU, schüttelt den Kopf)

- Diese Studien gibt es. Bei diesen Hochleistungskühen kommt es halt vor.

Wir sind ganz sicher, wenn eine Kuh 10 000 l Milch im Jahr gibt, dann ist das eine Riesenleistung. Sie wurde daraufhin gezüchtet. Das ist unserer Meinung nach eine Qualzucht.

Wir kommen mit unserem Alternativantrag und sagen ganz eindeutig: weg von der Hochleistungskuh hin zum Zweinutzungsrind mit besseren Qualitäten.

Was ist denn der Vorteil der irischen Kühe? - Es sind keine dabei, die 10 000 l, 15 000 l oder so geben. Das sind ordentliche Kühe mit zwei Nutzungen, welche die Qualität haben, eine Butter herzustellen, eine Milch herzustellen, die wertvoll und nahrhaft ist.

(Beifall bei der AfD)

Davon haben wir auch in unserem Antrag gesprochen.

(Robert Farle, AfD: Unser Spezialist!)

Was passiert noch? - Wir haben in Sachsen-Anhalt nur einen einzigen Landwirt, der die muttergebundene Kalbaufzucht praktiziert - ein einziger!

Die Kühe werden also von der Mutter separiert, weggegeben, es kommt zu keiner Bindung. Die Tiere werden eigentlich nur noch als Stück bezeichnet. Die ganze Qualität, das ganze Wertschätzen des Tieres ist weg in unserem Land.

Daran setzen wir mit unserem Antrag an und sagen: Nein, wir wollen die muttergebundene Kuhhaltung haben. Wir wollen, dass die Kuh-Kalb-Beziehung gestärkt wird. Wir wollen, dass es wieder eine Landwirtschaft ist, in der man leben kann und die nicht nur für den Profit da ist.

(Beifall bei der AfD - Zuruf von der AfD: Jawohl!)

Beim letzten Treffen der Milchviehhalter wurde gesagt: Es ist ganz einfach, das zu regulieren. Wir müssen nur auf 10 % unserer Leistung verzichten, und dann haben wir 30 % mehr Gewinn. Richtig, aber irgendwie schaffen wir das nicht.

Kein Milchviehhalter möchte freiwillig auf 10 % Leistung verzichten. Warum nicht? Woher wissen wir, dass er es nicht machen möchte? - Wir haben die nächste Milchkrise vor Augen. Er hat nicht verzichtet, er wird nicht verzichten, aber er bittet uns, er bittet Europa, dass wir kommen und sagen, was du zu viel gemacht hast, das kaufen wir auf, packen wir ins Lager und schmeißen wir irgendwann weg. Das kann doch nicht der Sinn der Kuhhaltung sein.

(Beifall bei der AfD - Ulrich Siegmund, AfD: Genau! - Dorothea Frederking, GRÜNE: Darum brauchen wir eine Mengenreduzierung!)

- Ja, aber die Mengenreduzierung können wir gern so machen, dass wir eine andere Genetik in die Ställe stellen, nicht mehr diese Hochleistungskühe, sondern Kühe mit 5 000 l, mit 6 000 l Leistung, die auch qualitativ gute Leistungen bringen, die Milch liefern, die verträglich ist, die nicht zu Laktoseintoleranz führt. All das ist vielleicht mit darin. Man weiß es nicht genau.

Wir müssen zurück zu einer Landwirtschaft, die bäuerlich ist, eine regionale Landwirtschaft. Wir haben vorhin über die regionalen Wirtschaftskreisläufe gesprochen usw. Es ist doch gar nicht der Markt da, in diesen riesigen Anlagen mit dieser riesigen Leistung, um die Milch hier auch zu vermarkten. Die Bauern drängen auf den Export, aber, was wir vergessen, der Import kommt doch auch.

Wir schließen Handelsabkommen, Freihandelsabkommen mit Südamerika, mit Australien usw. Was importieren wir von ihnen? - Milch, Milchpulver kommt zu uns.

Wir setzen uns hin und sagen, wir kaufen das Milchpulver unserer Bauern, um den Preisverfall zu stoppen, und importieren in demselben Maße noch Milch von woanders. Das ist doch Unsinn.

(Beifall bei der AfD - Zuruf von der AfD: Jawohl!)

Darum bitte ich: Wer eine naturnahe, zukunftsfähige Milchvieh- und Mutterkuhhaltung in Sachsen-Anhalt möchte, der stimmt unserem Antrag zu; denn wir haben das Ziel nachhaltig formuliert und sind nicht nur darauf aus, kurzfristig Mengen zu reduzieren.

(Beifall bei der AfD - Zuruf von der AfD: Jawohl!)