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Samstag, 18.08.2018

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17:00 Uhr Datum: 18.08.2018

Teilnahme der Landtagspräsidentin am Empfang anlässlich der Magdeburger Zoonacht

Zoologischer Garten, Zooallee 1, 39124 Magdeburg

Plenarsitzung

Transkript


Sebastian Striegel (GRÜNE):

Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Frage, was gute Werbung ausmacht, ist nun wirklich heute hier im Plenum und vermutlich auch in mancher Parteivorstandssitzung breit erörtert worden. Wenn ich mich an die Wahlkämpfe in den letzten Jahren erinnere, habe ich eine Lehre aus dem mitgenommen: Plakate sind selten demokratiefähig.

Ob Werbung gelungen ist oder nicht, liegt immer auch im Auge des Betrachters, und ich betone an der Stelle - vielleicht nicht ohne Grund - auch der Betrachterin. Werbung kann tatsächlich die Gemüter spalten. Sie ist Geschmackssache. Sie soll provozieren, zum Diskurs anregen, hängen bleiben - ja, Werbung mutet uns manchmal auch ganz schön viel zu.

Ob die Feuerwehrkampagne eine Zumutung ist, darüber kann man streiten. Ich meine, insgesamt eher nein. Die „Feierwehr“ war vielleicht nicht der glücklichste Einstieg, und der eher stereotype Blick auf Geschlechterrollen war unnötig. Aber in Gänze betrachtet ist die Kampagne spätestens jetzt nach dem Dialogprozess zwischen den Feuerwehkameradinnen und -kameraden und dem Innenminister auf einem guten Weg. Die entscheidende Frage im Rahmen der Kampagne ist doch diese: Wie können wir mehr Menschen für den Dienst in der Feuerwehr begeistern?

Die Vereine und Organisationen in den ländlichen Regionen Sachsen-Anhalts sterben aus. Das ist im Fußball so, und das ist bei der Feuerwehr genauso. Das Herz Sachsen-Anhalts schlägt aber genau dort, im ländlichen Raum. Deshalb müssen wir uns jetzt mit aller Kraft dafür einsetzen, diesen ländlichen Raum für die Menschen attraktiv zu gestalten, und dazu gehört eine funktionierende Feuerwehr.

(Zustimmung bei den GRÜNEN)

Die wenigsten unter Ihnen werden im Notfall auf der Landstraße gern einen langen Zeitraum auf rettende Hilfe warten wollen. Ebenso schwierig wird die Finanzierung einer ausschließlichen Berufsfeuerwehr. Die vielen Tausend ehrenamtlichen Feuerwehrmänner und -frauen erfüllen eine kommunale Pflichtaufgabe. Dies dürfte für einige von ihnen schon allein Grund gewesen sein, sich im Bereich der freiwilligen Feuerwehr einzusetzen. Ich finde jedoch auch, gerade Zusammenhalt und Geselligkeit machen die Feuerwehr so stark. Das macht die Feuerwehr nicht zur „Feierwehr“, aber es zeigt, Feuerwehren sind auch für den Zusammenhalt in unseren Städten und Gemeinden nötig. In den Dörfern geht oft nichts ohne sie.

In der Feuerwehr zu sein, heißt auch, füreinander einzustehen und miteinander zu leben. Das ist doch genau das Gefühl, nach dem viele, vor allem auch junge Menschen in unserer schnelllebigen Gesellschaft suchen, nach Gemeinschaft, in der man sich aufgehoben fühlt, gebraucht wird, füreinander da ist. Das macht die Feuerwehr ebenfalls aus. Damit sollte sie für sich, für ihre Institution werben können.

Wir dürfen es aber nicht versäumen, neue Zielgruppen für die Nachwuchsgewinnung anzusprechen. Die Fachkräfte wurden von Kollegen Erben schon erwähnt. Ich will auf eine weitere Zielgruppe aufmerksam machen. Sachsen-Anhalt sollte sich verstärkt in den Vereinen und Organisationen für Menschen mit Migrationshintergrund öffnen. Wir haben so viel Potenzial an jungen und engagierten Menschen.

Vielleicht kann man zum Schluss feststellen, es werden nie alle Beteiligten mit allen Werbematerialien zufrieden sein. Entscheidend ist für mich aber, jetzt für mehr Nachwuchs bei der Feuerwehr in Sachsen-Anhalt zu sorgen. Dafür sollten wir bereit sein, auch neue Wege zu beschreiten. - Herzlichen Dank.

(Beifall bei den GRÜNEN)