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Mittwoch, 26.06.2019

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Plenarsitzung

Transkript

Frage 9
Vermeidung von Schäden durch Elbebiber im Landkreis Wittenberg


Die Frage wird vom Abg. Herrn Matthias Lieschke von der AfD gestellt. Sie haben das Wort. Bitte, Herr Lieschke.


Matthias Lieschke (AfD):

Wiederholt bat der Landkreis Wittenberg bei der Landesregierung um Unterstützung, um einer weiteren Ausweitung von Schäden durch die zunehmende Besiedlung und dem Ansteigen der Population des Elbebibers im Landkreis Wittenberg mit nachhaltigen Maßnahmen und Konzepten entgegenwirken zu können. Die letzte Antwort aus Staatskanzlei und Ministerium für Kultur an den zuständigen Landrat vom Dezember 2017 wirft allerdings Fragen auf.

Ich frage die Landesregierung:

1.    Wo konkret befinden sich im Landkreis Wittenberg suboptimale Lebensräume des Elbebibers, in denen verhaltensökologische Beeinträchtigungen der Lebensräume verbessert werden müssen, um weiteren Schäden von Elbebibern an land- und forstwirtschaftlichen Kulturen vorbeugen zu können?

2.    Wann kann der Landkreis Wittenberg Fördermittel bei Landeseinrichtungen beantragen, um welche konkreten förderfähigen agrar- und forstwirtschaftlichen Maßnahmen für die Aufwertung der benannten Lebensräume des Elbebibers durchzuführen?

Vielen Dank.


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Vielen Dank, Herr Lieschke. - Auch hierauf wird die Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Energie Frau Prof. Dr. Claudia Dalbert die Antwort für die Landesregierung geben. Bitte.


Prof. Dr. Claudia Dalbert (Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Energie):

Danke, Frau Präsidentin. - Liebe Kollegen und Kolleginnen! Ich beantworte die Frage des Abg. Matthias Lieschke namens der Landesregierung wie folgt.

Zu Frage 1: Im Modellprojekt zum Schutz und Management des Elbebibers im Landkreis Wittenberg wurden Aussagen zur Bewertung der Lebensraumqualität vorgenommen. Von 291 Biberrevieren im Landkreis wurden 57 % als suboptimal bewertet und 7 % davon sogar als ungeeigneter Lebensraum für eine ständige Biberbesiedlung eingestuft. Eine Aufzählung aller suboptimalen Standorte würde hier den Rahmen sprengen.

Eine suboptimale Lebensraumqualität findet sich in Gebieten mit fehlender regenerationsfähiger Winternahrung wie Weidenarten oder Zitterpappeln, aber auch in den Gebieten mit hohem Konfliktpotenzial, das durch eine intensive Landnutzung bis zur Böschungsoberkante oder durch Gräben mit geringer Wasserführung, die eine hohe Stauaktivität des Bibers bedingen, entsteht. Die Lebensräume des Bibers mit suboptimaler Lebensraumqualität finden sich aus den genannten Gründen überwiegend nicht in den Auenbereichen, sondern in den agrarisch geprägten Bereichen.

Zu Frage 2: Im Rahmen der Richtlinie zur Förderung von Naturschutz- und Landschaftspflegeprojekten als sogenannte Naturschutzrichtlinien können Maßnahmen für den Biber in Natura-2000-Gebieten und in Gebieten mit hohem Naturschutzwert gefördert werden.

Direkte Artenschutz- und Managementmaßnahmen für den Biber sind über den Fördergegenstand 2.2 möglich. Nachhaltige Artenschutzmaßnahmen sind dabei immer biotopverbessernde Maßnahmen. Solche Maßnahmen für die Aufwertung von Lebensräumen des Elbebibers finden sich unter dem Fördergegenstand 2.5, der unter anderem die Erhaltung und Wiederherstellung von Lebensräumen heimischer wild lebender Tier- und Pflanzenarten und Lebensraumtypen sowie die Verbesserung von Populationen gefährdeter Arten beinhaltet.

Der Landkreis kann jederzeit als Antragsteller des Vorhabens fungieren. Die Bewilligungsbehörde ist das Landesverwaltungsamt. Die Auswahl der Projekte erfolgt durch das MULE.