Jan Wenzel Schmidt (AfD):

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Vermutlich haben Sie unseren Antrag zur Erweiterung des Schwimmunterrichtsangebots missverstanden. Anders kann ich mir Ihre Mühen, einen Alternativantrag zu basteln, und Ihre Abneigung zu unserem sachlichen Antrag nicht erklären. Deshalb möchte ich Ihnen noch einmal ausdrücklich zusichern, dass wir mit unserem Antrag nicht Sie persönlich zum Schwimmen zwingen wollen, sondern unseren Kleinsten helfen wollen, früher und intensiver das Schwimmen zu erlernen.

Doch kommen wir zu Ihrem Alternativantrag. Unter Punkt 1 wollen Sie die Eltern beauftragen, ihren Kindern das Schwimmen beizubringen oder sich selbst um Schwimmkurse zu kümmern, da das Angebot in der Schule nicht genügt. Damit verlagern Sie das Problem wieder weg von den Bildungsträgern hin zu den ohnehin stark belasteten Eltern.

(Unruhe)

Wer hat denn die Zeit und das Geld, die Kinder nach der Arbeit noch zum Schwimmunterricht zu fahren? Ein Einkommen genügt für eine Familie heutzutage nicht mehr. Doch Sie vergessen dabei vor allem eines: Schwimmen als lebenserhaltende Kompetenz ist staatlicher Auftrag. Immer wieder gibt es schreckliche Badeunfälle, bei denen Kinder unnötig sterben.

(Unruhe)

Unter Punkt 2 wollen Sie darauf hinwirken, dass die Bedingungen für die Durchführung des Schwimmunterrichts in den Schwimmhallen und Bädern gewährleistet werden. Also soll Wasser im Becken sein. Geeignete Schwimmlehrer sind vorhanden.

Die Punkte 4 bis 6 Ihres Alternativantrages beginnen mit den Worten „zu prüfen“. Was Sie damit wollen, ist offensichtlich: einen weiteren überteuerten Beratervertrag, um das festzustellen, was bereits bekannt ist.

(Unruhe)

Es gibt zu spät und zu wenig Schwimmunterricht, um den Kindern in unserem Land die Lebensqualifikation „frei und sicher schwimmen“ beizubringen.

Grundsätzlich ist der Versuch armselig, die Anzahl der Nichtschwimmer zu reduzieren, indem Sie nicht die Anzahl der Nichtschwimmer am Ende der Grundschulzeit, sondern am Ende der 8. Klasse betrachten. Somit setzen Sie darauf, dass bis dahin die meisten Elternhäuser selbst tätig geworden sind und sich um einen geeigneten Schwimmkurs gekümmert haben. Dabei bleiben viele Kinder auf der Strecke. Es wird versucht zu vertuschen, dass der Anteil der Nichtschwimmer am Ende der 4. Klasse weit mehr als die Hälfte der Gesamtzahl der Schüler ausmacht.

Wir lehnen daher Ihren Alternativantrag ab und fordern Sie erneut auf, unserem Antrag zuzustimmen, um unsere Kinder erfolgreich zum Ende der Grundschulzeit zu sicheren Schwimmern zu machen.

Am Ende möchte ich noch unserem Fraktionsgeschäftsführer für die Initiative danken, dieses Ansinnen in unseren Arbeitskreis einzubringen.

(Zuruf)


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Ich habe das Letzte jetzt nicht so ganz verstanden; denn Geschäftsführer sind nicht Gegenstand unserer Beratungen. Sie haben den Antrag eingebracht und damit ist es ein Antrag der Fraktion.


Jan Wenzel Schmidt (AfD):

Selbstverständlich. Aber das Ansinnen kam von unserem Fraktionsgeschäftsführer. Das können wir so machen.