André Poggenburg (fraktionslos):

Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Abgeordnete! Genauso wie viele Bürger da draußen, wie, ich denke mal, Hunderttausende motorisierte Zweiradfahrer - ich möchte das einmal so vorsichtig formulieren - habe auch ich diesen Vorstoß des Bundesrats zum temporären Fahrverbot für Motorräder an Sonn- und Feiertagen als bodenlose Frechheit wahrgenommen, nicht nur wegen des Anliegens, sondern wegen der Art und Weise.

Wir sollten schon einmal überlegen, dass das motorisierte Zweiradfahren natürlich für viele ein gewisses privates Freiheitsrecht ist und so wahrgenommen wird. Wir wissen aber auch, dass es für viele eben einfach eine Frage der Mobilität ist. Ich möchte gerade in die linke Richtung einmal die Frage nach einem Fahrzeug aufwerfen, das hinsichtlich Verbrauch und Platzbedarf sicherlich nicht die schlechteste Wahl darstellt, zum Beispiel im Vergleich zu einem Auto.

So gesehen lehne ich persönlich als Abgeordneter, aber auch als Vertreter der Interessengemeinschaft Aufbruch Deutschland 2020 diese ideologische Überreaktion und Kollektivstrafe kategorisch ab.

Ja, es ist richtig: Es gibt natürlich die schwarzen Schafe darunter, die nicht mit wohlklingendem Sound, sondern mit Lärm und Krach das Motorrad betreiben. Und ja, es gibt die Sonntagnachmittage, an denen man im Garten, in der Eisdiele oder im Restaurant sitzt und wirklich nur noch Lärmbelästigung wahrnimmt. Aber das gibt es nicht nur vonseiten der Motorradfahrer, sondern das gibt es genauso vonseiten der Quadfahrer, der Autos usw. Schon von daher ist dieser Antrag bzw. die Initiative an den falschen Adressaten gerichtet.

Das sage ich als jemand, der seit seinem 15. Geburtstag motorisiert auf zwei Rädern unterwegs ist, also seit 30 Jahren. Und trotzdem gestehe ich das ein. Aber die Art und Weise ist eben falsch. Dieser Vorstoß wird von vielen als ein Rundumschlag in das Gesicht der motorisierten Zweiradfahrer wahrgenommen. Das ist ganz klar abzulehnen, und deswegen ist auch jede Initiative gegen diese Bundesratsinitiative zu befürworten. Nicht ohne Grund wächst ja auch draußen der Widerstand der Zweiradfahrer. Ich habe mir vorhin gedacht: Bei der Sternfahrt nach Berlin sollen die ja nicht zu nahe an den Reichstag fahren, sonst würde dies wahrscheinlich als „Lärmsturm auf den Reichstag“ deklariert werden, und das wollen wir ja nun alle nicht. - Vielen Dank.