Ulrich Siegmund (AfD):

Vielen Dank, Herr Präsident. - Werte Kollegen! Wie stiefmütterlich mit dem Thema der Kinder- und Jugendmedizin umgegangen wird, das sehen wir, finde ich, aktuell in Gardelegen. Frau Zoschke, ich denke, das war auch Ihr Anliegen. Gardelegen ist in meinen Augen wirklich im Moment sinnbildlich für diese Situation. Deswegen möchte ich auch das Anliegen Ihres Antrages vollumfänglich unterstützen. Aber konkret dem Thema Gardelegen widmen wir uns morgen. Dann bin ich sehr gespannt, ob wir hier eine Lösung für die Betroffenen in der Region präsentieren können.

Mit der Schieflage in der Kinder- und Jugendmedizin haben wir uns schon oft befasst und viele Anträge mit Lösungen für die gesamte Situation eingebracht. Ich möchte jetzt nicht wie die anderen Kollegen allgemein reden, sondern ich möchte konkret auf Ihren Antrag eingehen. Ich finde, das kam gerade ein bisschen zu kurz.

Die Punkte 1 und 3 sind in meinen Augen unkritisch, mit diesen kann ich mitgehen. Inhaltlich sind wir d'accord. Ähnliche Punkte haben wir morgen in unserem Antrag, insbesondere was die Gewinnung von Fachärzten betrifft. Es nützt nichts, wenn Sie die schönste Klinik haben, wie in Gardelegen, aber niemanden, der sie betreibt. Deswegen ist das ein ganz, ganz wichtiges Thema.

Aber womit wir überhaupt nicht mitgehen können, das ist der vierte Punkt, nämlich die Verpflichtung von Fachärzten in Kliniken zur Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung. Ich finde, darüber hätten wir jetzt etwas intensiver sprechen können. Das hört sich alles wunderbar an. Aber ich habe mir einmal die Mühe gemacht, mit einigen Praxen darüber zu sprechen. Ich habe mit Ärzten darüber gesprochen und ich habe herausgefunden, dass Sana das schon einmal probiert hat - ich weiß nicht, ob Sie das wissen  , und zwar im Bereich der Augenheilkunde. Sie haben das kurz vorher doch noch gestoppt, weil sie in ihrer Planung festgestellt haben, dass das alles sprengen würde.

Was würde denn passieren? - Es würde zulasten der Patienten in der Akutmedizin in den Einrichtungen gehen. Das wäre nämlich eigentlich das Prinzip „rechte Tasche - linke Tasche“. Wenn Sie den Arzt dort abziehen und ihn woanders hinstecken, dann fehlt er an der Ursprungsstelle. Das löst das Problem überhaupt nicht. Im Gegenteil: Wir sehen hier ein riesiges Risiko. Davon würde ich auf jeden Fall die Finger lassen. Wenn der Punkt entfiele, wäre der Antrag besser. Ansonsten würden wir uns jetzt der Stimme enthalten.

Zu dem Antrag der Koalitionsfraktionen. Herr Krull - er ist gerade nicht anwesend  , ich muss Ihnen ein bisschen widersprechen. Sie haben gesagt, Sie haben das verifiziert. So viel Blabla hört man selten von der Koalition. Das war wieder ein Rumgeeiere und Überhaupt-nicht-zum-Punkt-Gekomme. Ihr müsst euch eure Anträge einmal durchlesen, euch genau ansehen, was ihr hier manchmal beantragt. Dazu werden wir uns der Stimme enthalten; dann kann man nichts verkehrt machen. Der Antrag würde überhaupt nichts ändern. Bei dem anderen Antrag ist es das Gleiche, das habe ich begründet. Aber der spannendere Antrag wird der konkrete Antrag morgen zu Gardelegen. Ich freue mich auf eine angenehme Debatte. - Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

(Beifall)