Robert Farle (AfD):

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Die AfD-Fraktion wird auch in diesem Fall den Antrag der Fraktion DIE LINKE unterstützen, weil er einen wesentlichen Gedanken hat, den der Antrag der Koalition nicht besitzt, nämlich dass länderübergreifend Vertreter der jeweiligen Parlamente darüber gemeinsam beraten, was mit diesem Strukturwandel zu machen ist.

Es ist typisch, dass in dem Antrag der CDU-Fraktion - Sie wussten das jetzt nicht, das ist aber auch nicht schlimm; ich habe es auch gerade erst gesehen - nur auf die Regierungen abgestellt wird, die sich untereinander natürlich abstimmen müssen,

(Zuruf)

aber diese doch durch die Parlamente in den einzelnen Ländern kontrolliert werden müssen. Da es sich um eine gemeinsam zu bewältigende Aufgabe handelt, ist es auch notwendig, die Abgeordneten dieser drei Parlamente zusammenzuführen und den Prozess zu begleiten usw.

Ich möchte auf die Einzelheiten dieses Programms nicht eingehen. Im Kern geht es um den Übergang in die Wasserstoffwirtschaft. Dazu möchte ich Ihnen eine Idee mitgeben, Herr Haseloff, weil Sie führend an den ganzen Geschichten stricken.

Der Einstieg in die Wasserstoffwirtschaft ist der Kerngedanke für die Zukunft, den ich absolut befürworte, was ich schon oft bekundet habe. Ich mache Sie aber auf ein Problem aufmerksam. Es sollen viele Mittel in die Forschung und in die wirtschaftliche Entwicklung gehen, also für Zukunftsgedanken verwendet werden.

Die entscheidende Frage dabei, ob wir unsere Wirtschaft nach vorne bringen werden, ist: Wie werden wir die gigantischen Mengen an Wasserstoff in Jahrzehnten produzieren können, die nach den jetzigen Konzepten aus erneuerbaren Energien gewonnen werden sollen? - Die Bundesregierung hat keine bessere Idee, als mit Marokko ein Abkommen abzuschließen, damit das dort produziert wird. Denn der Einsatz des Wasserstoffs erfordert sehr große Mengen an Strom.

Grüner Wasserstoff wird durch Elektrolyse von Wasser hergestellt, wobei für die Elektrolyse ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien zum Einsatz kommen soll. Dazu sage ich - das ist mein Kerngedanke  : Wir werden nicht daran vorbeikommen, wieder eine Atomwirtschaft aufzubauen mit sicheren Reaktoren - daran wird weltweit gearbeitet  , um den Strompreis auf die Hälfte reduzieren zu können.

Ich habe mir einmal die Preise angesehen. Wenn wir aus der Braunkohle aussteigen, bei der im Moment Kosten von 5 Cent pro Kilowattstunde entstehen, und zur Atomkraft wechseln, so entstehen dort auch Kosten von etwa 5 Cent.

Wenn wir auf die Atomkraft der vierten Generation übergehen, dann können wir nicht nur preiswerten Strom in Massen einsetzen, um Wasserstoff zu produzieren, sondern zusätzlich die alten Kernbrennstäbe aufarbeiten, sodass das Endlagerproblem entfällt.

Ich kann Ihnen diese Sache jetzt nur vortragen. Wenn Sie mehr darüber nachlesen wollen, tun Sie das bitte. Sie verstehen das meistens sowieso nicht. Darum geht es mir auch nicht.

(Zuruf)

Wer aber in einer Gesellschaft - das ist jetzt der Schluss - langfristig Zukunft sichern will, muss preiswerte Energieerzeugung sicherstellen, die zuverlässig ist, keine Volatilität aufweist und die Haushalte nicht weiter belastet, sodass der Teufelskreis der jetzigen verfehlten Energiepolitik durchbrochen wird. Das kann man nur auf diese Weise erreichen. Andere Länder haben es erkannt. Hier ist es noch nicht erkannt worden.


Vizepräsident Willi Mittelstädt:

Herr Farle, achten Sie auf die Zeit.


Robert Farle (AfD):

Wasserstoffstrategie ja, aber wir brauchen auch eine vernünftige energetische Basis. Dafür können die Forschungsmittel verwendet werden.

(Zustimmung)