Ulrich Siegmund (AfD):

Vielen Dank, Frau Präsidentin! Ich möchte mich zunächst bei der CDU für die wirklich sachliche Debatte bedanken. Bei den anderen war es nicht sachlich. Das habe ich aber nicht anders erwartet. Ich möchte dennoch darauf eingehen.

Herr Steppuhn, Sie unterstellten mir, dass ich nicht faktenbasiert agiere. Mein ganzer Redebeitrag und meine ganze Argumentation stützen sich ausschließlich auf Fakten, Herr Steppuhn. Wenn Sie gestern die „Volksstimme“ gelesen hätten, hätten Sie festgestellt, dass es in Sachsen-Anhalt eine geringere Sterblichkeit als in den letzten Jahren gab und somit keine höhere Sterblichkeit durch das Coronavirus feststellbar ist.

Die Hauptargumentation für meine Behauptungen lege ich auf den Hamburger Arzt Klaus Püschel, der über 100 Obduktionen an Coronatoten vorgenommen und bei jedem Einzelnen festgestellt hat, dass der Tod in den nächsten Tagen oder Wochen aufgrund der vielen Vorerkrankungen unausweichlich gewesen wäre.

Und um das jetzt noch einmal klarzustellen - Herr Meister, Sie sind da ja auch schon wieder mit Vorurteilen vorgeprescht  : Ich stelle nicht Coronatote als solche infrage, sondern wir als AfD fordern, dass endlich differenziert wird, ob ein Mensch an Corona oder mit Corona gestorben ist. Das ist auch das, was mittlerweile viele Wissenschaftler fordern und wofür ich auch Raum fordere. Ich fordere Raum für eine normale Diskussion und für eine normale Debatte, damit man das einfach besprechen kann.

Auch das Robert-Koch-Institut, Herr Meister und Herr Steppuhn, fordert viel mehr Obduktionen, weil die eigentliche Todesursache, nämlich ob der Tod durch das Coronavirus eintrat, noch gar nicht auskömmlich erforscht ist. Genau das wollen auch wir. Bevor das nicht ausschließlich wissenschaftlich erforscht ist, kann man diese Aussagen, ob der Coronavirus sterblicher als eine andere Virus-Erkrankung ist, nicht treffen.

Solange das so ist, bleiben wir auf dem AfD-Standpunkt, den wir schon lange haben. Risikogruppen und Menschen mit Vorerkrankungen müssen selbstverständlich geschützt werden. Aber darüber hinaus gehende Maßnahmen stehen in keinem Verhältnis mehr zu dem, was aktuell in diesem Land passiert. - Darum geht es.

(Beifall - Zuruf: Toll!)

Dann komme ich noch zu einem weiteren Vorurteil. Frau Bahlmann, bitte, lesen Sie doch einfach erst einmal die Schriften, bevor Sie hier argumentieren. Wir haben Folgendes geschrieben: Wir fordern einen Aufwuchs an Antikörpertests, sodass Nachweise ermöglicht werden, die darstellen, ob jemand eine Infektion durchlebt hat und ausschließlich oder höchstwahrscheinlich Immunität besitzt. Für wen denn? - Für die Ärzte natürlich. Was hat denn das mit einem Immunitätsregister zu tun? Was hat denn das mit einem Immunitätsausweis zu tun? Wo haben wir das denn gefordert? Wo haben wir einen Ausweis gefordert? Das ist völliger Quatsch. Das ist eine wissenschaftliche Komponente, die nichts mit einem Immunitätsausweis zu tun hat. Da bitte ich einfach um eine Differenzierung, weil das purer Populismus war.

Ich freue mich aber darüber, dass der Antrag in den Ausschuss kommt. Das ist ein guter Kompromiss. Dafür möchte ich mich ganz herzlich bedanken. Wir werden der Ausschussüberweisung selbstverständlich zustimmen und hoffen darauf, dass wir im Ausschuss faktenbasiert argumentieren können. - Danke schön.