Dorothea Frederking (GRÜNE):

Vielen Dank, Frau Präsidentin. - Sehr geehrte Abgeordnete! Die Zeit für Glyphosat läuft ab und das ist ein Gewinn für den Arten- und den Umweltschutz.

Voraussichtlich Ende 2022 endet die letzte Zulassung des Totalherbizides. Eine weitere Zulassung darf es nicht noch einmal geben. Jetzt ist die Zeit, den Glyphosatausstieg vorzubereiten.

Die landwirtschaftlichen Betriebe müssen darin unterstützt werden, damit sie ab dem Jahr 2023 keine Probleme bekommen. Dabei muss gleichzeitig der Grundgedanke verfolgt werden, dass der Mehraufwand auch anerkannt wird. Die Landwirtschaftsministerin Frau Dalbert sprach davon, dass mit höheren Kosten von 30 bis zu 80 € pro Hektar zu rechnen ist.

Der Glyphosatverzicht aufgrund von ökologischen und gesellschaftlichen Anforderungen muss angemessen honoriert werden: über faire Marktpreise und gute Förderungen. Damit sollen gleichzeitig die Verluste aufgrund geringerer Erträge aufgrund des Klimawandels ausgeglichen werden.

Dieser Ansatz, die Endverbraucherebene einzubeziehen, ist keineswegs abwegig und wird im Moment bei den tierischen Lebensmitteln diskutiert - Stichwort Kompetenznetzwerk Nutztierhaltung. Die haben ja im Februar die Thesen herausgebracht, und zwar die sogenannte Borchert-Kommission.

Wenn wir es wollen, die Endverbraucherebene einzubeziehen, dann brauchen die Verbraucherinnen und Verbraucher aber auch Transparenz und eine Kaufentscheidungsgrundlage. So halten wir es als grüne Landtagsfraktion durchaus für geboten, dass geprüft wird, ob ein Kennzeichnungssystem bezüglich der Verwendung von Pflanzenschutzmitteln bei der Herstellung von Lebensmitteln praktikabel ist.

Zentral ist auf alle Fälle, dass vorhandene Alternativen zur Chemie verstärkt zum Einsatz kommen, zum Beispiel die nicht wendende Bodenbearbeitung oder die thermische Unkrautbekämpfung. Die Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau hilft dabei mit Fachveranstaltungen und Demonstrationsanlagen.

Als Alternative zum chemischen Pflanzenschutz hat die LLG zum Beispiel im Jahr 2019 einen Versuch zur biologischen Schädlingsbekämpfung des Maiszünslers mit einer Drohne gemacht. Aus dieser Drohne wurden Kugeln mit Schlupfwespen abgeworfen.

Das Innovationspotenzial ist da. Forschung und Entwicklung müssen intensiviert werden.

Eine effektive Maßnahme auch für den Artenschutz ist auf alle Fälle der Ausbau des Ökolandbaus. Hierbei sind wir auf einem guten Weg. Ich bin optimistisch, dass wir am Ende der Legislaturperiode nicht mehr unter dem Bundesdurchschnitt liegen, sondern darüber. 10 % Ökolandbau sind in greifbarer Nähe, und das bei einem Startpunkt von 5,2 % im Jahr 2016.

Wir sollten unsere Zeit nicht mehr mit Debatten verschwenden, ob Glyphosat verboten werden soll. Die Landwirtschaft muss dabei unterstützt werden, ohne Glyphosat zu arbeiten. - Vielen Dank.

(Beifall bei den GRÜNEN)