Sarah Sauermann (fraktionslos):

Werte Landtagspräsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Was ist wichtig für Sachsen-Anhalt? Diese Frage müssen wir grundsätzlich stellen. Meine Beobachtung: Industrie ist wichtig, der Rest nicht. Das sollten wir ändern.

Wer kümmert sich beispielsweise um Fische, die im Stadtteich Bitterfeld oder in vielen anderen Städten oder auch in der Bode verenden? Was ist das für eine Entwicklung? Nicht nur dem Menschen, auch der Natur und der Tierwelt muss hier Gehör geschenkt werden. Gewässer und Biotope sind für Sachsen-Anhalt wichtig. Und wer spricht für diese? - Keine Stadtentwicklung. Und warum?

Millionen Euro wurden nach dem Hochwasser für den Deichbau gegeben. Hochwasser und Dürre sind doch gleichermaßen Extreme. Dafür muss nach zwei Dürresommern auch Geld da sein, um Schäden zu beheben oder diese zukünftig abzufangen, nicht nur für Landwirte; denn alles vertrocknet.

Es kann nicht sein, dass Kommunen hierfür keine Haushaltsstellen haben, nicht einmal zum Gießen. Bei solch extrem trockenen Sommern können diese gar nicht reagieren. Deswegen trocknen Teiche aus und Fische verenden. Der Rest verdorrt, auch Parkanlagen. Bäume erkranken deswegen, weil sie ihre Immunkräfte verlieren, und werden gefällt. Sind wir noch zu retten?

Städte und Dörfer haben noch Seen und Teiche. Diese müssen doch in ein Entwicklungskonzept für das Land integriert sein. Zusammen mit Bäumen und Gärten dienen sie auch als natürliche Senke. Und ein schönes Gewässer ist doch viel mehr als nur das, nämlich Attraktivität einer Stadt und noch mehr. Hier erfüllt sich auch eine Sehnsucht nach Ruhe und Stille inmitten der Alltagswelt.

Deswegen zeichne ich folgendes Bild, was Stadtentwicklung könnte, wenn leise Sachen Gehör fänden: Schier endlose Seen und Flussläufe findet man zum Beispiel in Norwegen. Wälder und Berge sind dort, verglichen mit anderen Ländern, auch Deutschland, einfach außergewöhnlich schön und sauber. Dies sollte auch bei uns zum Maßstab werden.

Man fragt sich nur, warum das dort so ist. Dort gibt es reine Gewässer, die Luft ist frisch und die Fische tummeln sich in diesem natürlichen Lebensraum. In den Gewässern wimmelt es nur so von Hechten, Barschen und Bachforellen. Typische Holzhütten dienen als Übernachtungsmöglichkeit. Hier passt alles zusammen, ebenso in vielen anderen Ländern. Norwegen ist für seinen Fischreichtum und seine vielen idyllischen Plätze in der Natur bekannt, und in der urigen Wildnis und in den Wäldern, die es dort noch gibt, gibt es unzählige große sowie kleine Seen, Stromschnellen und Wasserfälle.

Dies sollte uns als Vorbild dienen. Es sind Ausgangspunkte einer Natur, die intakt ist. In Sachsen-Anhalt müssen wir leider noch grundlegende Fragen stellen, zum Beispiel: Wo fängt Hilfeleistung für die Natur an, und wo hört sie auf?

Anglern mit ihrem Einsatz für die Umwelt muss natürlich geholfen werden. Angler kennen sich in und an Gewässern aus. Sie brauchen Ausstattung und notwendige Technik, um Arten zu schützen und Fischbestände zu erhalten. Es stellt sich die Frage: Wo ist der Mensch, die weiterentwickelte Spezies, die Tiere retten kann und nicht nur Tiere für Gewinnerzielung benutzt und unser Land damit ausbeutet? Es muss hier ganzheitlich umgedacht werden. Das ist mir wichtig.

Wichtig ist, die Erde hier zu schützen und Naturliebe auch in den Städten zu entwickeln. Wir sollten einen Blick in die Zukunft werfen, egal, ob man in einer Stadt wohnt oder diese besucht. Ein sauberer, schöner Stadtteich oder ein sauberes, frisches Gewässer, das macht doch einen guten Eindruck. In Städten geht es um Kultur, um Ereignisse, auch um Sehenswürdigkeiten.

Neue Fischbestände werden uns bereichern und neue Besucher bescheren. Koi-Gärten könnte es geben für Glück, und es ließe sich darüber nachdenken, auch einmal neue Wege in einer Stadtentwicklung zu gehen. Es geht aber grundlegend erst einmal darum, wieder ein neues Gefühl für die Erde und die Natur zu bekommen, für das, was uns tagtäglich umgibt. Natur hat eine Urkraft, und auch hier müssen wir beginnen, nach mehr zu suchen, um diese Erkenntnisse allen zu schenken. Nichts ist zu spät, alles ist möglich, wenn man Ressourcen richtig einsetzt. - Herzlichen Dank.

(Zustimmung bei der AfD)