Wulf Gallert (DIE LINKE):

Liebe Kolleginnen und Kollegen, wie das so ist: Letzter Tagesordnungspunkt - schwieriges Thema. Aber man hat an den Reaktionen gemerkt, dass es einen unterschiedlichen Grad von ausgeprägtem Verständnis gegeben hat.

(Zuruf)

Der Kollege Richter hat gesagt: Das ist ja nett, aber es interessiert mich nicht.

(Kristin Heiß, DIE LINKE: Genau!)

Der Kollege von der SPD, Herr Schmidt, und auch Herr Meister haben gesagt, sie hätten es verstanden und fänden es richtig. Der Kollege Rausch war empört, weil er den Antrag nicht verstanden hat. Und der Kollege Szarata war empört, weil er ihn zum Teil verstanden hat. - Das waren im Grunde genommen die Reaktionen.

Über Herrn Rausch muss ich nicht viel erzählen. Das lohnt sich einfach nicht. Dafür reicht eine Redezeit von drei Minuten nicht aus.

So jetzt noch einmal zu Herrn Szarata. Ja, Herr Szarata, Sie haben es erkannt; völlig richtig. Für uns ist die Klimapolitik nur dann akzeptabel, wenn sie mit einer Politik der sozialen Gerechtigkeit, nämlich der Verteilung von oben nach unten und nicht umgekehrt, einhergeht

(Beifall bei der LINKEN)

Das ist tatsächlich so. Und siehe da, er hat ihn bis zum Ende gelesen. Er hat ihn verstanden. Dass Sie darüber empört sind,

(Zuruf von Eva von Angern, DIE LINKE)

das ist nicht unser Problem; das ist Ihr Problem. Das ist die Situation. Wir wollen Klimapolitik als Politik der sozialen Gerechtigkeit und nicht umgekehrt, wie es jetzt mit dieser Dienstwagenrichtlinie passiert.

(Beifall bei der LINKEN)

Darin unterscheiden wir uns. Ich war - das gebe ich gern zu - nach dem Beschluss des CDU-Bundesvorstandes auch schon ein bisschen irritiert. Auch mein Weltbild kam ins Wanken.

(Heiterkeit bei der LINKEN und bei den GRÜNEN)

Aber es ist heute wieder richtig gerückt worden. Herr Szarata, das haben Sie geschafft.

(Heiterkeit bei der LINKEN, bei der CDU und bei den GRÜNEN)

Jetzt kommen wir noch einmal zu der Geschichte: Was machen wir denn mit diesen Hybridfahrzeugen? Deswegen stehen in unserem Antrag nicht nur die Punkte a und b, sondern auch der Punkt c. Ich sage es noch einmal: Diese Hybridfahrzeuge, wie sie jetzt funktionieren, sind ein klimapolitischer Selbstbetrug. Wir hatten doch in der DDR Schule. Wir hatten doch Physikunterricht. Es gilt die Formel: F = m · a, also Kraft gleich Masse mal Beschleunigung. Eines ist doch klar: Je schwerer die Karre ist, umso mehr Energie musst du reinstecken, um sie zu bewegen. Selbst wenn es kein Hybridfahrzeug, sondern ein reines Elektroauto ist, gewinnst du die Energie aus der Steckdose.

Die CO2-Emission passiert vorher, nämlich im Kohlekraftwerk. Jetzt wird es noch schwieriger; das ist ja das Problem. Das Elektroauto wird umso ineffizienter und so stärker CO2-emittierend, je länger die reine Elektrofahrleistung ist; denn umso mehr Batterien brauchen Sie in dem Ding, umso schwerer wird es und umso schlechter ist das Netto-Brutto-Gewichtsverhältnis.

Es gibt noch ein Problem: Je schneller du das lädst, umso höher ist der Energieverlust beim Laden. Also all das, was gerade entwickelt wird, führt zu einer Erhöhung der CO2-Emissionen. Deswegen sagen wir, wir warnen davor. Deswegen sagen wir, bei diesen Hybridfahrzeugen kannst du nicht den im Labor gemessenen CO2-Wert heranziehen, sondern du musst das Gewicht heranziehen. Das Gewicht erzählt dir nämlich, wie viel Energie du brauchst, um die Karre zu bewegen. Deswegen sagen wir, das ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit.

Ich freue mich aber, dass wir über dieses Thema noch weiter im Ausschuss diskutieren können. Wie gesagt, das Verständnis war unterschiedlich ausgeprägt. Aber dicke Bretter lohnt es, zu bohren. - Danke.

(Beifall bei der LINKEN)