Daniel Rausch (AfD):

Werter Herr Präsident! Werte Abgeordnete! Sehr geehrter Herr Lippmann! Ich sehe, Sie haben den Antrag unterschrieben. Ich frage mich schon: Sind Sie eigentlich Abgeordneter der LINKEN oder sind Sie Abgeordneter der GEW?

Auf der einen Seite beschweren Sie sich darüber, dass die Erzieher ständig mit mehr Arbeit belastet werden, und auf der anderen Seite stellen Sie einen solchen Antrag, in dem eine verbindliche Sprachstandsfeststellung gefordert wird, was eine enorme Arbeitsbelastung für die Erzieher bedeutet.

Was glauben Sie eigentlich, warum die Regelungen im Jahr 2013 abgeschafft wurden? Ich kann es Ihnen sagen: Die Regelungen waren zu teuer und haben letztendlich nichts gebracht.

Eines hat die Kleine Anfrage von Frau Hohmann aus der vergangenen Wahlperiode gezeigt: Die Sprachstandsfeststellung in den Kindertageseinrichtungen hat nicht den Anspruch und ist auch nicht dafür geeignet, die Notwendigkeit einer sprachtherapeutischen und logopädischen Behandlung zu erfassen. Die Zahlen in der Antwort auf die Kleine Anfrage sprechen eine deutliche Sprache: Lediglich 10,65 % der Kinder zeigen entsprechende Symptome.

Die Zahlen mögen nicht ganz aktuell sein. Sie sprechen heute davon, dass etwa jedes dritte Kind Auffälligkeiten zeigt. Darum sollte man schon in die Tiefe gehen.

Fest steht, seit dem Jahr 2015 haben wir verstärkt Kinder mit Migrationshintergrund in den Einrichtungen. Aber um diese Kinder, Frau Hohmann, müssen wir uns keine Sorgen machen. Die Eltern und deren Kinder genießen zumeist subsidiären Schutz und sind somit nur zeitlich begrenzt in Sachsen-Anhalt.

Die GEW möchte das Problem anders lösen. Ich zitiere:

„Es fehlt an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Migrationshintergrund, die beim Spracherwerb den kulturellen Zusammenhang ermöglichen können.“

Das - davon bin ich überzeugt - ist genau der falsche Weg.

Werte Frau Hohmann, sprechen Sie eigentlich einmal mit den Erziehern vor Ort oder nur mit der GEW? Ich habe mir die Mühe gemacht und im Vorfeld dieser Debatte zwei verschiedene Kindergärten besucht und mit den Leiterinnen über dieses Thema gesprochen. Sie waren, gelinde gesagt, nicht gerade erfreut darüber, dass schon wieder über eine verbindliche Sprachstandsfeststellung diskutiert wird, von der Sinnhaftigkeit ganz zu schweigen.

Im Kindergarten wird die Entwicklung der Kinder durch die Erzieher genau beobachtet. Sie versuchen, Defizite spielerisch zu beseitigen. Eines ist aber klar: Die Erzieher können nicht die mangelnde Erziehung und frühkindliche Bildung im Elternhaus nachholen. Die Kinder sind im sogenannten Fragealter und die Eltern sind in der Pflicht, mit ihren Kindern zu kommunizieren und sie frühkindlich zu bilden.

Im Prinzip ist es ganz einfach: Liebe, Fürsorge, gemeinsame Mahlzeiten, gemeinsames Spielen, Vorlesen und eine Gutenachtgeschichte, damit kann man die Kinderherzen gewinnen und eine frühkindliche Bildung erreichen. Man muss sich einfach mit seinen Kindern beschäftigen und darf sie nicht vor dem Fernseher parken.

Werte Frau Hohmann, wenn Sie den Kindern und den Erziehern etwas Gutes tun wollen,


Vizepräsident Willi Mittelstädt:

Herr Rausch, bitte kommen Sie zum Schluss.


Daniel Rausch (AfD):

dann ziehen Sie Ihren Antrag zurück. - Danke schön.

(Beifall bei der AfD)