Wolfgang Aldag (GRÜNE):

Vielen Dank, Herr Präsident. - Meine Damen und Herren! Gut, dass es endlich den Digitalpakt Schule gibt. Es ist auch gut, dass wir mittlerweile eine Richtlinie haben, nach der das Geld an die Schulen ausgezahlt werden kann. Das sind die ersten Meilensteine auf dem Weg zu gleichwertigen Bildungschancen, egal wo ein Kind aufwächst, ob auf dem Land oder in der Stadt, in Halle oder in Havelberg.

Aber wie immer steckt der Teufel im Detail. Schließlich gibt es einiges zu bedenken, um die bereitstehenden Mittel abrufen zu können. Ich finde es daher erfreulich, dass mit Lindius eine Förderrichtlinienberatung am Lisa eingerichtet wurde und Schulen damit Hilfe und Sachverstand bei der Antragstellung zur Seite gestellt werden wird.

So wie ich aber die Entwicklung mit verfolgt habe, gilt dies bislang nicht für eine unabhängige medienpädagogische oder IT-Konzeptberatung. Insbesondere für Schulen, die bislang noch keinerlei oder kaum Erfahrungen und Kompetenzen im IT-Bereich haben, wäre eine solche Unterstützung jedoch wichtig, zumindest wenn wir als Land sicherstellen wollen, dass möglichst jeder Euro aus dem Digitalpakt sinnvoll eingesetzt wird.

Was passiert, wenn wir die Schulen mit dieser Frage allein lassen, können wir bereits jetzt sehen: Schränke mit Klassensätzen Tablets, die von den Lehrkräften nicht eingesetzt werden, weil die Software mit ihren Unterrichtsvorstellungen nicht kompatibel ist; medienpädagogische Konzepte, die von externen Anbietern geschrieben wurden, jedoch nicht die Bedarfe der Schule in den Vordergrund stellen, sondern den Verkauf von Produkten. An dieser Stelle ist noch viel zu tun.

Es wird sich langfristig auszahlen, wenn wir uns bei der Grundausstattung der Schulen die Mühe machen, auch inhaltlich zu beraten; denn was wir nicht wollen ist ein Flickenteppich bei der Digitalausstattung im Land, von der in erster Linie große Konzerne profitieren, gleichwertige Bildungschancen für unsere Schülerinnen und Schüler aber auf der Strecke bleiben.

Uns dürfte allen klar sein, dass es viele Schulen nicht schaffen werden, aus eigener Kraft zur besten Lösung zu kommen. Dafür gibt es derzeit aufgrund des Lehrkräftemangels zu viele andere Probleme, die vor Ort Energie und Menschen binden.

Meinen Damen und Herren! Wir sollten uns aus den genannten Gründen dringend darüber verständigen, wie wir eine gezielte Fachberatung für die Schulen im Land etablieren können und damit sinnvolle Investitionen mit den Digitalpaktmitteln gewährleisten. Dafür sollten wir die bestehende Expertise durch das IT-Fachnetzwerk, durch IT-erfahrene Schulen, durch die Expertise in der Lehrkräfteaus- und -weiterbildung am Lisa und in den Universitäten im Land nutzen und das gemeinsame Gespräch suchen.

Ich möchte alle bitten, das im zuständigen Ausschuss für Bildung und Kultur zu tun. - Vielen Dank.