Marcus Spiegelberg (AfD):

Sehr geehrter Herr Landtagspräsident! Werte Mitglieder des Hohen Hauses! Liebe Bürger Sachsen-Anhalts! Es liegt uns heute der Antrag mit dem Titel „Medienentwicklungsplanung an Schulen praxistauglich gestalten“ vor, welcher in Anlehnung an den Digitalpakt Schule beabsichtigt, die Medienentwicklung an Schulen zusätzlich und kostspielig voranzubringen. Hierzu sollen laut Antrag 15 bzw. später 20 Millionen € jährlich zur Verfügung gestellt werden.

Nun ja, grundsätzlich, meine Damen und Herren, können digitale Medien an Schulen eine gelungene Ergänzung für den allgemeinen Unterricht darstellen und Schüler bei der entsprechenden Anwendung auf eine zunehmend digitalisierte Arbeitswelt vorbereiten. Allerdings bringt auch eine flächendeckende Verteilung von noch so vielen technischen Spielereien nichts, wenn der allgemeine Unterricht nicht mehr die nötige Qualität aufweist oder grundlegend, zum Beispiel durch Stundenausfälle, Schulschließungen oder unqualifizierte Seiteneinsteiger gefährdet ist.

Gerade in einem bildungspolitisch krankenden Bundesland wie Sachsen-Anhalt haben wir weit dringendere Probleme als die landesweite Aufrüstung mit ach so tollen interaktiven Whiteboards oder mit Hochgeschwindigkeitsinternet, von dem selbst das politische Zentrum Sachsen-Anhalts, der Landtag, noch immer nur träumen kann.

Nein, meine Damen und Herren, wir haben dringendere Probleme, die zuerst gelöst und finanziert werden müssen, bevor wir die technische Revolution an Schulen auslösen. Das größte Problem stellt hierbei auch weiterhin der gravierende, durch „Kenia“ ignorierte Lehrermangel im Land dar, welcher sich aufgrund des derzeit hohen Durchschnittsalters der Lehrer weiter verschärfen wird, wenn diese einmal in Rente gehen. Ich verweise hierzu auf die Antwort auf meine Kleine Anfrage.

Auch die Probleme der Schulschließungen und der weiten Anfahrten im ländlichen Raum oder die in den letzten Jahren sinkende Sicherheit für Schüler und Lehrer an migrantenreichen Schulen, was natürlich auch abschreckend für potenzielle Neulehrer ist, müssen zuerst angegangen werden, bevor wir das wenige vorhandene Geld für den vorliegenden Antrag verpulvern.

Daher, meine Damen und Herren, erübrigt sich jede weitere Äußerung zu dem vorliegenden Antrag. Meine Fraktion wird diesen heute ablehnen bzw. seine Überweisung. Sie empfiehlt dem Antragsteller, nicht den zweiten oder gar dritten Schritt vor dem ersten zu machen und sich besser auf die dringendsten Probleme unserer Bildungspolitik zu konzentrieren. - Ich danke für Eure Aufmerksamkeit.

(Zustimmung bei der AfD)