Jürgen Barth (SPD):

Danke, Frau Präsidentin. - Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ja, in den vergangenen zwei Jahren haben nicht nur die Bauern und die Waldbauern mit der Dürre zu kämpfen gehabt, sondern auch die Angler. Viele Gewässer sind trocken gefallen. Sie haben die Medienberichte sicherlich alle verfolgt. Ich konnte hautnah erleben, wie es aussieht; denn ich habe ein kleines Angelgewässer an den Anglerverband verpachtet. Dieses Gewässer ist auch trocken gefallen. Die Angler konnten aber im Vorfeld - Gott sei Dank! - die Fische abfischen und in ein sicheres Gewässer bringen, sodass sich die Verluste in Grenzen gehalten haben.

Es ist heute schon angesprochen worden: Wir müssen wirklich schauen, wie wir mit solchen Situationen umgehen, um diese Gewässer künftig zu erhalten, indem wir ein Wassermanagement betreiben, Brunnen usw. anlegen oder auch Wasser zuführen, was heutzutage auch nicht einfach ist. Das wurde an dieser und jener Stelle auch gemacht. Es ist aber natürlich mit einem hohen Aufwand verbunden.

Mir bleibt an dieser Stelle auch nur, den Anglern von unserer Seite her recht herzlich Dank zu sagen; denn die Bedingungen in den vergangenen zwei Jahren waren nicht gut. Sie haben mit sehr viel Engagement und Arbeits- und Zeitaufwand Schlimmeres verhindert.

Zu den Strukturen haben meine Vorredner, insbesondere Herr Höppner, schon einiges gesagt. Ich möchte an dieser Stelle nur ergänzen, dass zum Gewässerfonds des Anglerverbandes eine Gesamtfläche von 12 000 ha gehört mit 1 200 Gewässern, unter anderem die Elbe mit 1 987 ha und die Saale mit 1 030 ha.

Die Jugendarbeit ist heute schon mehrfach angesprochen worden. Ich denke, sie ist ein ganz wichtiger Bestandteil der Arbeit der Angelverbände; denn schauen wir uns einmal an, welchen Freizeitbeschäftigungen sich die Jugend heutzutage widmet.

Es ist doch wirklich interessant, dass es noch Vereine gibt, die die Jugend dazu animieren, in der freien Natur ihre Freizeit zu verbringen. Ich denke, hierbei leisten die Angelverbände eine sehr gute Arbeit. Auch das Verfahren zur Erlangung des Jugendangelscheines trägt dazu bei, das Verständnis für die Natur und für den Umgang mit der Natur bei unserer Jugend zu verbessern.

Ich will Ihnen an dieser Stelle ganz kurz ein paar Zahlen nennen aus meiner persönlichen Erfahrung im Biosphärenreservat Drömling, um Ihnen einmal die Dimension darzustellen, welche Summen das Land und der Bund auch bei uns ausgeben, um die ökologische Durchgängigkeit der Hauptfließgewässer im Biosphärenreservat Drömling zu erhalten. Wir haben zum Beispiel in den Jahren 2012 bis 2019 Umgehungsgerinne für eine Summe von 990 000 € gebaut. Wir planen weiterhin - das bezieht sich nur auf den kleinen Bereich Drömling  , im Zeitraum von 2021 bis 2023  970 000 € für solche Bauwerke in der Ohre einzusetzen. Hinter diesen Zahlen verbirgt sich ein hoher finanzieller Aufwand, den wir gern bereit sind mitzutragen.

Ein Wort noch zu den Anglern: Diese haben zurzeit Probleme mit gewissen Tierschutzorganisationen, die ihre Arbeit diskreditieren. Wir sollten in der öffentlichen Diskussion aufpassen, dass die Angler nicht in ein Licht gerückt werden, in das sie nicht gehören; denn Angler sind in erster Linie Naturschützer. Vor diesem Hintergrund kann man es eigentlich nicht gutheißen, was teilweise in der Medienwelt abläuft.

Meine Damen und Herren! Wir werden beide Anträge überweisen und können uns dann in Ruhe im Ausschuss darüber unterhalten. Sie wissen alle, wir stehen in komplizierten Haushaltsverhandlungen. Wir werden dann sehen, was wir machen können. Ich freue mich auf die Gespräche im Ausschuss. - Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

(Beifall bei der SPD und bei der CDU)