Ulrich Thomas (CDU):

Vielen Dank, Herr Präsident. - Meine Damen und Herren! Es ist immer gut, wenn wir uns über Strategien unterhalten. Es ist auch immer gut, wenn wir uns darüber verständigen, was wir besser machen können. Und es ist auch manchmal gut, festzustellen, was nicht so gut läuft. Etwas, das gar nicht geht, Kollege Gallert, ist, dass wir uns hier in persönlichen Vorwürfen ergehen und dass wir Kollegen, die sich seit mehr als zehn Jahren im Ehrenamt in einem Verband engagieren, die dort viel Freizeit opfern, hier vorwerfen, sie würden Landesgeld verwenden und Lobbyarbeit damit betreiben. Das finde ich nicht menschlich und das gehört nicht hierher.

(Zustimmung bei der CDU)

Ich habe die Bitte, beim nächsten Mal mit solcher Kritik nicht persönlich zu werden und allgemein zu bleiben. Ich wäre froh, wenn sich viele so im Ehrenamt engagieren würden wie der Kollege Zimmer. Er nimmt seine Aufgabe auch ernst. Ich erinnere nur an das unlängst öffentlich präsentierte Papier zum Tourismus meiner Fraktion, in dem diese Dinge dargestellt sind.

Ich würde mich freuen, wenn auch aus Ihrer Fraktion ähnliche Impulse kämen und Sie nicht nur mutmaßen würden, was passieren könnte. Ich würde vielleicht auch darum bitten, dass Sie zukünftig, wenn Sie denn schon zu diesem Thema sprechen, zwischen Strategie, Image und Marketing unterscheiden. Image und Marketing haben nämlich nicht direkt etwas miteinander zu tun, sondern das eine ist die Folge des anderen. Deswegen kann sich ein Image erst dann bilden, wenn sich ein Marketing erfolgreich durchgesetzt hat.

Ich sage Ihnen als Vertreter der CDU, dass wir eine Strategie erst wechseln sollten, wenn wir wissen, dass die neue Strategie erfolgreicher ist. Ich bin auch der Meinung, dass eine Werbekampagne erst abgeschaltet werden sollte, wenn wir wissen, wir haben ein besseres Produkt. Die Kampagne mit dem Slogan „Wir stehen früher auf“ war sehr umstritten, aber jeder kennt sie noch. Das ist, so glaube ich, ein beredtes Beispiel dafür.

Sie meinen, es müsse alles in einer Behörde oder in einer Landesgesellschaft gebündelt werden. Ich finde, es muss dort gebündelt werden, wo wir die größten Erfolge mit den eingesetzten Mitteln erzielen können. Deswegen haben wir als Koalition auch ganz bewusst den Landestourismusverband mit Aufgaben versehen; denn wir glauben, dass dort mehr Kompetenz und mehr Praxisnähe als bei der IMG vorhanden sind. Sie wissen vielleicht, dass insbesondere die IMG in unserem Ausschuss mehrmals thematisiert wurde. Insofern bin ich für den Antrag dankbar, weil wir nun wieder über die IMG beraten können, darüber, was dort passiert, bzw. darüber, was die IMG verantworten soll.

Mich erinnert das vielmehr an ganz frühere Zeiten, als wir ein Zentralkomitee hatten, das alles entscheiden musste.

(Oh! bei der LINKEN)

Die Ergebnisse kennen wir alle noch. Man mag Ihnen zubilligen, dass Sie das noch wollen. Mit uns wird das nicht zu machen sein.

(Zustimmung von Lars-Jörn Zimmer, CDU)

Insofern möchte ich Ihnen sagen, dass wir die Diskussion versachlichen sollten. Dass wir noch mit billigen Arbeitskräften werben, ist wirklich weitab jeglicher Realität.

(Guido Henke, DIE LINKE: Haben wir gar nicht gesagt!)

- Das steht in der Begründung zu Ihrem Antrag, Herr Henke. Lesen Sie Ihre Anträge, dann wissen Sie auch, was darin steht.

Dieses Marketing mögen Sie gut finden. Wir lehnen das ab, und deswegen haben wir die Bitte, bei den zukünftigen Anträgen ein bisschen mehr Blick für die Realität zu haben. Bleiben Sie nicht in den 90er-Jahren stecken; das tut unserem Land nicht gut. Aber das mag Ihrer Partei zuzubilligen sein.

Ich freue mich auf die Beratungen im Ausschuss, und ich hoffe, wir werden dort gemeinsam bessere Lösungen finden, um die Marketingstrategie des Landes Sachsen-Anhalt, die schon gut ist, noch besser zu machen.

(Zustimmung bei der CDU)