Ulrich Thomas (CDU):

Vielen Dank, Frau Präsidentin. - Es ist aber nicht meine Sicht der Dinge, sondern die der CDU-Fraktion; darauf lege ich schon Wert. Ich möchte erst einmal allen Debattenrednern für die anerkennenden Worte für die freien Berufe danken.

Natürlich erstaunt es schon, wenn die linke Fraktion mokiert, wir hätten nicht alle für sie relevanten Fragen in unserer Großen Anfrage aufgegriffen. Sie hätten auch eine Große Anfrage zu den freien Berufen stellen können. Das haben Sie nicht getan. Insofern läuft die Kritik ein wenig nebenher.

(Zuruf von der LINKEN)

Ich denke, da sollten Sie sich mehr zumuten. Aber eine wichtige Erkenntnis von den Kollegen der LINKEN nehme ich gern mit, und zwar, dass Sie heute festgestellt haben - das möchte ich noch einmal erwähnen, damit es auch im Protokoll steht  , dass der Markt funktioniert.

(Zustimmung von Lars-Jörn Zimmer, CDU - Zuruf von Doreen Hildebrandt, DIE LINKE)

Das wird immer ein bisschen infrage gestellt. Wenn Sie heute mit Blick auf Knebelverträge feststellen - es werden ordentliche Löhne gezahlt, auch in dieser Branche; es ist schwer, Leute zu gewinnen, wenn man sie nicht gut bezahlt  , dass die soziale Marktwirtschaft funktioniert, dann ist das gut so, dann sollten wir uns mit Kritik zurückhalten.

Deshalb mahne ich zur Sachlichkeit. Denn eines ist doch klar: Die jungen Leute, die heute groß werden, die studieren oder eine Ausbildung machen, die sich für einen freien Beruf entscheiden, haben sehr viele Auswahlmöglichkeiten. Das ist keine Situation wie noch vor 25 Jahren, als der Onkel ein arbeitsloser Ingenieur war, als man dachte, das macht doch keinen Sinn, Ingenieur zu werden, wenn selbst der schon keine Arbeit mehr findet.

Heute ist die Auswahl, der Wettbewerb viel größer. Dazu müssen die freien Berufe natürlich ihren Beitrag leisten. Es ist nun einmal nicht einfach, wenn man als Freiberufler selbst der Chef ist und in einem sehr kleinteiligen Unternehmen arbeitet oder wenn man ein Ein-Mann-Unternehmen ist und seinen Mann stehen muss. Letztlich möchten das diese Leute so, sie haben sich dafür entschieden. Darum heißt es auch freier Beruf.

Dann sollte man nicht despektierlich darüber reden, sondern die Lebensleistung anerkennen, die viele Freiberufler bewusst auch zusätzlich leisten. Man sollte das nicht als Kritik äußern, sondern das ist eine selbstbestimmte Entscheidung, und die gilt es zu respektieren.

Ich freue mich auf die weitere Diskussion bei der Begleitung der freien Berufe, damit wir als Politik unseren Teil leisten können, dass die freien Berufe auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben und sich vor allen Dingen im Land Sachsen-Anhalt wohlfühlen. - Herzlichen Dank.

(Beifall bei der CDU)


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Vielen Dank, Herr Abg. Thomas. Auch hier sehe ich keine Fragen. - Damit ist die Aussprache zur Großen Anfrage beendet und der Tagesordnungspunkt 3 abgeschlossen.