Wolfgang Aldag (GRÜNE):

Vielen Dank, Herr Präsident. - Meine Damen und Herren! Eigentlich wollten wir das Jagdgesetz lediglich an die aktuellen Anforderungen anpassen; das Stichwort Nilgans ist gefallen. Aber wie es bei solchen Gesetzen immer so ist: Macht man das Gesetz einmal auf, dann gibt es doch den einen oder anderen Wunsch auf weitere Veränderungen, weshalb sich das Inkrafttreten dieser kleinen aber wichtigen Veränderungen und Anpassungen ganz schön verzögert hat.

Am Ende, meine ich, hat die Koalition einen guten Weg gefunden, die vielen unterschiedlichen Interessen der Jägerinnen und Jäger, die insbesondere im Ergebnis der Anhörung aufgegriffen wurden, zu berücksichtigen, um Verbesserungen herbeizuführen. Außerdem ist es gelungen, die Belange des Natur- und Artenschutzes - dazu dient unser Entschließungsantrag - in den Prozess einfließen zu lassen und perspektivisch das Gesetz zu ändern.

In einem Dialog mit dem Landesjagdverband konnten wir gemeinsam das freiwillige Jagdmoratorium für das Rebhuhn erreichen, konnten die Verordnung zum temporären Abschussverbot für den Iltis zunächst für ein weiteres Jahr verlängern, konnten eine ganzjährige Schonzeit für die Türkentaube für zunächst zwei Jahre festlegen und konnten vereinbaren, das Verbot zur Verwendung von Bleimunition an Gewässern mit der nächsten Novellierung des Bundesjagdgesetzes - Sie wissen alle, dass diese vermutlich bald kommt - umzusetzen.

Ich glaube, wir haben einen guten Weg gefunden - gerade auch in der Koalition  , miteinander zu reden und gute, handhabbare Lösungen zu finden. Ich darf mich ausdrücklich beim Kollegen Gürth bedanken, mit dem ich intensive Gespräche geführt habe, bei denen wir bis zum Nasenbluten meinerseits um Positionen gerungen haben.

(Cornelia Lüddemann, GRÜNE, lacht)

Er wurde nicht handgreiflich, ich hatte einfach so Nasenbluten. Keine Angst.

Einen Punkt will ich aber doch noch ansprechen. Er wurde heute schon mehrmals erwähnt. Wir sollten bei der nächsten anstehenden Novellierung tatsächlich einen Punkt im Blick haben, nämlich eine Regelung für die Duldung des Überjagens durch Hunde. Wir haben es bei der alten Regelung belassen, obwohl sich der Landesjagdverband eine neue, rechtlich einwandfreie Formulierung gewünscht hat. Hierüber konnten wir uns leider nicht einigen. Ich möchte meinerseits schon jetzt anbieten, rechtzeitig Gespräche - auch mit dem Landesjagdverband - zu führen, um diesen Punkt bei der nächsten anstehenden Novellierung zu berücksichtigen. - Vielen Dank.

(Zustimmung bei den GRÜNEN und von Rüdiger Erben, SPD)