Daniel Rausch (AfD):

Werte Frau Präsidentin! Werte Abgeordnete!

Manntje, Manntje, Timpe Te,
Buttje, Buttje inne See,
myne Fru de Ilsebill
will nich so, as ik wol will.

(Heiterkeit)

Die meisten, meine Damen und Herren, werden diesen Refrain aus Grimms Märchen „Von dem Fischer un syner Fru“ wohl kennen. Diese Worte, meine Damen und Herren, waren die ersten, die ich als Knirps auf Plattdeutsch oder Niederdeutsch gehört hatte. Ich war beeindruckt von der Aussprache, von dem Klang und von der Einfachheit der Worte. Dies weckte bei mir das Interesse an dieser alten Sprache. Ich war neugierig und hatte Lust am Lesen alter Geschichten.

In einem langen Prozess wurde das Niederdeutsche aus Kirche, Schule, Politik, Literatur, Wissenschaft und den Familien verdrängt.

(Zuruf: Eben!)

Darum, meine Damen und Herren, finde ich es richtig, wenn man im Kindergarten und in der Schule das Interesse am Niederdeutschen wieder neu erweckt. Und ja, ich finde es richtig, dass sich das Land Sachen-Anhalt zu seiner Verantwortung für die Bewahrung und Förderung der niederdeutschen Sprache bekennt, denn diese Sprache ist die Sprache unserer Altvorderen. Sie ist Teil unserer Identität und unsere in Worte gekleidete Heimat.

Die Kleine Anfrage von Herrn Meister im Juni 2017 zeigte ganz klar auf, dass es zwar Angebote seitens des Landesverwaltungsamtes, speziell des Landesjugendamtes, im Jahr 2016 für eine Fortbildung mit dem Thema „Platt vor Kinner“ gab. Diese Veranstaltung wurde allerdings nicht durchgeführt, da keine einzige Anmeldung vorlag. Es ist wirklich schade, dass dieses Angebot nicht angenommen wurde.

Bemerkenswert fand ich, dass in einer privat geführten Einrichtung durch die persönliche Passion einer Erzieherin zeitweise Gedichte und Lieder in Niederdeutsch vermittelt werden. Ich glaube, meine Damen und Herren, es braucht einfach mehr von diesen passionierten Erziehern, die den Kindern das Plattdeutsche nahebringen.

Nun zu Ihrem Antrag:

Punkt 1 ist unschädlich. Man kann sich immer berichten lassen. Jedoch bin ich auf Ihre Maßnahmen zur Beschäftigung mit der niederdeutschen Sprache gespannt.

Zu Punkt 2. Die Bildungsangebote in diesem Bereich unterstütze ich.

Zu Punkt 3. Es soll den Kommunen ermöglicht werden, ihren Ortsnamen ergänzend auf Niederdeutsch zu führen. Ja, warum nicht? Wenn es Gemeinden gibt, in denen Interesse daran besteht, ist dieses auch in Ordnung.

Und zu Punkt 4. Natürlich sollte die Fertigstellung des Mittelelbischen Wörterbuchs in geeigneter Weise unterstützt werden. Darum wird die AfD-Fraktion dem Antrag der Koalition zustimmen. - Danke.