Wolfgang Aldag (GRÜNE):

Vielen Dank, Frau Präsidentin. Ich will versuchen, ein bisschen Zeit einzuholen. - Ich will es kurz machen, zumal meine Kollegin Frau Prof. Kolb-Janssen eigentlich schon wunderbar in zweieinhalb Minuten ausgeführt hat, um was es geht. Darüber herrscht, glaube ich, bei den kulturpolitischen Sprecherinnen und Sprechern Konsens.

Aber lassen Sie mich noch kurz auf einen Sachverhalt eingehen, weil es ja letztendlich doch immer auch um Geld geht.

Mir klingen noch deutlich die Worte unseres Staatssekretärs für Kultur bei den letzten Haushaltsverfahren in den Ohren. Er sagte nämlich - ich zitiere  :

„Dieses Jahr sind die Theater und Orchester dran, im nächsten Jahr die nächsten Musikschulen.“

(Zustimmung bei den GRÜNEN und bei der LINKEN)

Bei dieser Aussage nehme ich ihn beim Wort. Für mich ist das so gut wie ein Versprechen.

Ich gehe also davon aus, dass bereits jetzt im Einzelplan 17 entsprechende Gelder eingestellt worden sind. Unser Wunsch war es auf jeden Fall. - Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit.

(Beifall bei den GRÜNEN - Zustimmung bei der LINKEN)


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Vielen Dank, Herr Abg. Aldag. Es gibt eine Anfrage, Herr Aldag. Der Abg. Herr Gürth hat eine Frage.


Wolfgang Aldag (GRÜNE):

Wir haben so viel Konsens beim Jagdgesetz. Deshalb kriegen wir das bei den Musikschulen auch hin.

(Heiterkeit bei der CDU)


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Herr Abg. Gürth, Sie haben das Wort.


Detlef Gürth (CDU):

Sehr geehrter Herr Kollege Aldag, bei der Diskussion über die Musikschulen, deren Inhalt man ja eigentlich nur teilen kann, zumindest bei dem Thema hier im Hause, konnte man den Eindruck gewinnen, als ob Schüler in Sachsen-Anhalt nur an den kommunalen, sprich: staatlichen Musikschulen Musikinstrumente erlernen können.

(Zustimmung von der Regierungsbank)

Wir haben aber in Sachsen-Anhalt eine Reihe von Musikschulen mit hervorragend ausgebildeten, studierten Orchestermusikern, die nicht nur ihre Instrumente beherrschen, sondern auch pädagogisches Geschick haben und auch viele Schülerinnen und Schüler an ganz vielen Instrumenten unterrichten.

Müssten wir deshalb nicht auch dafür Sorge tragen, dass dieses Angebot, das für viele Schülerinnen und Schüler gilt, in die Debatte um die musikalische Ausbildung unseres Nachwuchses einbezogen wird? - Ich habe immer das Gefühl, sie werden in der ganzen Geschichte ausgegrenzt. Können wir dafür Sorge tragen, dass genau das nicht passiert?


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Herr Aldag.


Wolfgang Aldag (GRÜNE):

Sie meinen in Bezug auf private Musikschulen?


Detlef Gürth (CDU):

Ja, genau, private Musikschulen. Dort findet auch hoch qualifizierter Unterricht statt, zumindest an den allermeisten. Das ist auch ein Angebot, das viele nutzen. Über Stipendienprogramme und Fördervereine wird es möglich gemacht, zu fairen und leistbaren Bedingungen die Kinder auszubilden.


Wolfgang Aldag (GRÜNE):

Ich sehe schon, wir sind nicht nur …


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Herr Aldag, bitte kein Zwiegespräch führen. Das macht es ein bisschen schwierig, auch für alle anderen. Sie bekommen jetzt das Wort und können antworten.


Wolfgang Aldag (GRÜNE):

Danke schön, Frau Präsidentin. - Ich sehe schon, wir haben nicht nur beim Jagdgesetz Konsens, sondern auch bei der Frage der Musikschulen.

Ich bin viel unterwegs gewesen und habe auch viel mit privaten Musikschulen gesprochen, gerade über die ganze Thematik der Finanzierung, wie man es hinbekommt.

Ich bin in der Diskussion voll bei Ihnen. Wir haben das Thema jetzt in den Ausschuss überwiesen. Wir sollten definitiv auch den Sachverhalt der privaten Musikschulen einbeziehen, wenn es um die Finanzierung und um die musikalische Ausbildung, die musikalische Früherziehung unserer Kinder geht. Darin stimme ich mit Ihnen überein.


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Vielen Dank. Es gibt eine weitere Anfrage vom Abg. Herrn Gebhardt. - Herr Aldag. Sie könnten gleich hier vorn bleiben.


Wolfgang Aldag (GRÜNE):

Ach, da ist er ja.


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Ja. Er steht schon am Mikrofon.


Wolfgang Aldag (GRÜNE):

Ich wollte eigentlich Zeit einsparen.


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Diese haben Sie trotzdem eingespart. Wenn die anderen Fragen gestellt worden wären, wären wir noch weiter im Verzug. - Herr Gebhardt, Sie haben jetzt das Wort.


Stefan Gebhardt (DIE LINKE):

Vielen Dank, Frau Präsidentin. - Ich will auch Zeit einsparen; denn ich möchte auf meinen zweiten Redebeitrag verzichten und jetzt eine Kurzintervention dazu abgeben.

Es gibt ein Musikschulgesetz, das klare Qualitätskriterien beschreibt. Jede Musikschule, auch jede private, die diese Kriterien erfüllt, kann gefördert werden. Niemand ist ausgeschlossen.

(Zustimmung bei der LINKEN, bei den GRÜNEN und bei der CDU)


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Vielen Dank. - Ich denke, dem brauchen Sie nichts hinzuzufügen. Das haben Sie auch signalisiert.