Prof. Dr. Angela Kolb-Janssen (SPD):

Vielen Dank, Frau Präsidentin. - Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bin der Fraktion DIE LINKE dankbar dafür, dass es diese Debatte heute gibt, weil sie uns die Gelegenheit gibt, einen Blick auf die Musikschulen zu werfen, die seit Jahrzehnten einen wirklich tollen Job in unserem Land machen, die Kindern Lust auf Musik machen.

Ich durfte das vor wenigen Wochen in Querfurt erleben. Wir machen einmal im Monat eine auswärtige Fraktionssitzung und haben dort mit den Kolleginnen und Kollegen gesprochen. Sie haben natürlich auch die Chance genutzt und ihr Können präsentiert. Ich war bass erstaunt, mit welcher hohen Qualität dort tatsächlich Musik gemacht wird.

Mir ist auch bewusst geworden, dass die Musikschulen mittlerweile ein wesentlicher Faktor dafür sind, dass Kultur im ländlichen Raum überhaupt noch stattfindet. Deshalb gilt an dieser Stelle allen Kolleginnen und Kollegen, die sich dort engagieren, mein herzlicher Dank für diese Arbeit, die im Hinblick auf die Rahmenbedingungen, wie wir eben gehört haben, nicht immer ganz leicht ist.

Ja, es dürfte keine Wartelisten geben. Ich glaube, es muss auch Ziel dieser Koalition sein zu überlegen, was wir an den Rahmenbedingungen ändern können, damit in Zukunft jedes Kind, das Musik machen möchte, Musik machen darf.

Herr Robra, auch ich kenne das. Ich habe auch eine Tochter, die am Anfang kein Ballett machen wollte. Aber irgendwann hat es ihr dann doch Spaß gemacht, und sie war ganz stolz, als sie das erste Mal auf einer Bühne stand. Insoweit ist das auch eine Möglichkeit, Kindern zu helfen, ihre Talente zu entdecken, und ihnen die Chance zu geben, sie tatsächlich auch zu präsentieren.

Was die Herausforderung betrifft. Ja, ein großes Problem ist das Personal. Auch die Musikschulen stehen, wie viele andere Bereiche, vor einem Personalwechsel. Hier müssen wir überlegen, welche Möglichkeiten es dafür gibt, neben den hauptamtlich Beschäftigten vielleicht auch Ehrenamtliche oder Musikerinnen und Musiker noch stärker, als das bisher der Fall ist, zu gewinnen.

Das andere ist natürlich die Frage, was tatsächlich eine stabile Ausfinanzierung der Musikschulen ist. Wir haben für dieses Haushaltsjahr schon etwas draufgelegt: 71 400 € für den Landesverband der Musikschulen, zwei zusätzliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die eingestellt werden können. Die Musikschulen haben in diesem Jahr 100 000 € mehr bekommen.

Ja, das hilft noch nicht viel, das löst noch nicht alle Probleme, aber es ist ein erster Schritt. Wir müssen das Thema im Zusammenhang mit den anstehenden Haushaltsberatungen erörtern. Deshalb können wir über diesen Antrag heute leider nicht entscheiden. Ich bitte um Überweisung in den Ausschuss für Bildung und Kultur. - Vielen Dank.

(Zustimmung von Siegfried Borgwardt, CDU, von Angela Gorr, CDU, von Silke Schindler, SPD, und von Rüdiger Erben, SPD)