Kristin Heiß (DIE LINKE):

Danke. - Ich möchte die Debatte einmal etwas anders zusammenfassen. Herr Meister sagte: Um Gottes willen, eine Ostquote, ich bitte Sie! Herr Szarata: Ostdeutschland gibt es nicht mehr! Und Herr Farle sagte: Dieser Antrag ist diskriminierend, weil es um die Herkunft von Menschen geht. Alles klar.

(Zuruf von der AfD)

Der Einzige, der sich etwas mit dem Thema beschäftigt hat - das hat man gemerkt  , war Herr Dr. Schmidt. Vielen Dank dafür.

Der Rest des Plenums mit Ausnahme meiner Fraktion ist offensichtlich der Meinung, dass das Allheilmittel bei der Unterrepräsentanz Ostdeutscher in Führungspositionen das Thema Eignung, Leistung und Befähigung ist.

Ich will das Ganze mal umdrehen. Liebe Juristinnen und Juristen in diesem Land, leider werden Sie hier kein Richter werden und Sie werden auch nie ein Gericht anführen, weil die Chance, dass Sie das werden, momentan bei unter 6 % liegt.

Liebe Kolleginnen und Kollegen in der Verwaltung, die Sache mit dem Abteilungsleiterposten können Sie sich leider abschmatzen, weil die Kolleginnen aus den alten Bundesländern nämlich viel besser geeignet und offensichtlich auch leistungsfähiger sind als Sie.

Liebe Professorinnen und Dozenten an den Hochschulen, Sie werden ganz sicher keinen Rektorenposten an einer Hochschule in diesem Land oder irgendwo sonst in Deutschland bekommen, weil Ostdeutsche solche Posten leider nicht kriegen.

Aber - das ist die gute Nachricht für alle Ostdeutschen - vielleicht schaffen sie es ja in der Politik. Wenn ich mir mal die Ministerreihe angucke, dann merke ich, dass die Chance momentan bei 40 : 60, liegt, dass ein Ostdeutscher mal Minister oder Ministerin werden kann. Wie wir wissen, haben sich Eignung und Befähigung in der Politik schon immer durchgesetzt.

(Beifall bei der LINKEN)

Ich sage also kurz zusammengefasst: Es gibt eine Unterrepräsentanz Ostdeutscher in Führungspositionen, und nur weil Sie davor die Augen verschließen, wird das Problem nicht weggehen. - Herzlichen Dank.

(Beifall bei der LINKEN)