Doreen Hildebrandt (DIE LINKE):

Vielen Dank, Herr Präsident. - Sehr geehrte Damen und Herren! Der vorliegende Antrag in der Drs. 7/3841 ist viel zu einseitig und löst damit kein Problem. Um die schulische Ausbildung in Erziehungsberufen, nichtärztlichen Heilberufen und medizintechnischen Berufen attraktiv zu gestalten und dadurch mehr junge Leute für eine solche Ausbildung zu gewinnen, reicht es bei Weitem nicht aus, nur die Schulgeldfreiheit herzustellen.

Wie in der Aktuellen Debatte - alle meine Vorredner haben es erwähnt - im letzten Plenum bereits ausgeführt wurde, konkurrieren die Berufsausbildungen mit denen, die dual, also mit Vergütung erfolgen. Dieses Problem lösen der vorliegende Antrag und leider auch der Alternativantrag der Koalitionsfraktionen nicht.

(Beifall bei der LINKEN)

Wir stellen daher den Alternativantrag mit dem Ziel, die darin genannten Berufe mit in das Berufsbildungsgesetz aufzunehmen, das gerade auf der Bundesebene novelliert wird. Das ist übrigens auch eine Forderung des DGB. Damit würde das Gesetz der Lebenswirklichkeit folgen, weil bereits schon jetzt einige Einrichtungen, wie die Uniklinik Halle, Ausbildungsvergütungen für ihre schulischen Angebote zahlen, zum Beispiel für die Physiotherapeuten. Das tun sie, um sich Fachkräfte zu sichern und das ist auch richtig so.

(Beifall bei der LINKEN)

Die damit auftretenden Schwierigkeiten für junge Menschen, die trotz einer Ausbildungsvergütung immer noch den Status Berufsschüler tragen, zum Beispiel beim Anspruch auf BAföG oder BAB, können nur durch die Umwandlung in eine duale Ausbildung behoben werden. Nur so kann der Gesetzgeber die Voraussetzungen dafür schaffen, dass sich mehr junge Menschen für diese gesellschaftlich so wichtigen Berufe entscheiden. Daher bitte ich Sie um Zustimmung zu unserem Alternativantrag. - Vielen Dank.

(Beifall bei der LINKEN)


Vizepräsident Willi Mittelstädt:

Ich sehe keine Fragen. Dann danke ich Frau Hildebrandt für die Ausführungen.