André Poggenburg (AfD):

Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Abgeordnete! Ich habe es schon einmal an anderer Stelle erwähnt - ich will Sie nicht überstrapazieren; ich muss es aber noch einmal erwähnen  , auch ich persönlich bilde seit mehr als 20 Jahren in zwei Berufen aus und denke, dass ich mich in dieser ganzen Materie ein klein wenig auskenne.

Ich habe auch zwei Fälle gehabt, die man als Härtefälle bezeichnen kann, das heißt, Lehrlinge, die vor der Ausbildung bei mir andere Ausbildungen begonnen und abgebrochen hatten. Das ist genau das Thema, das wir heute behandeln. Bei mir haben sie dann die Ausbildung ordnungsgemäß ohne Versäumnisse, ohne Abbruch abgeschlossen.

Ich kann Ihnen versichern, das ist nicht unter dem Duktus der linken Ideologie einer antiautoritären Bildung und Erziehung geschehen. Das war auch das Schlüsselelement. So hat es funktioniert, liebe Freunde.

(Zustimmung bei der AfD)

Jetzt sind wir genau bei dem Thema, bei dem Punkt, den ich im Antrag der Fraktion DIE LINKE und in der Beschlussempfehlung vermisse. Denn es wird nur auf eine Seite eingegangen. Es wird nur auf den Vertragspartner Ausbildungsbetrieb, Ausbilder, Ausbildungsstätte eingegangen. Das ist aber nur die Hälfte der Miete.

Wenn ich mir den Antrag der Fraktion DIE LINKE vornehme, dann lese ich, dass es darin um die Eignung der Ausbildungsstätte geht. Das ist richtig, es ist aber nur die Hälfte der Angelegenheit. Oder es geht um Mängel in der betrieblichen Ausbildung. Auch das ist richtig, es ist aber nur die Hälfte.

Wenn ich mir die Beschlussempfehlung vornehme, dann ärgert mich schon einmal, dass darin steht, dass die Landesregierung gebeten werden solle. Nein, sie wird aufgefordert. Dazu müssen wir endlich einmal kommen.

Weiterhin lese ich darin beispielsweise auch, dass insbesondere zu sensibilisieren ist für eine Berufswahl abseits von Geschlechterstereotypen. Dazu muss ich sagen, das muss man auch machen, aber nicht insbesondere. Das ist dann schon wieder mehr Ideologie als Pragmatismus. Das lehnen wir ganz klar ab.

Auch in der Beschlussempfehlung wird wieder nur auf die Arbeitgeberseite abgestellt. Mir fehlt ganz klar, dass auch der zweite Vertragspartner, der Auszubildende angesprochen wird. Auch er hat Erfüllungspflichten zu liefern. Wir müssen wieder dahin zurückkommen, dass wir ganz klar feststellen: Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Dann funktioniert das Ganze auch wieder. - Dankeschön.

(Zustimmung bei der AfD)