Hannes Loth (AfD):

Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Zumindest in einem Fakt sind wir uns bei dem Thema offenbar alle einig: Die Naturwissenschaftlichen Sammlungen der Martin-Luther-Universität besitzen großen wissenschaftlichen und kulturellen Wert. -Eine tolle Feststellung aus dem Alternativantrag der Kenia-Koalition. Aber wie geht es nun weiter?

In der Frage, wie wir mit der Sammlung umgehen, trennen sich die Meinungen. DIE LINKE weist immerhin bereits darauf hin, dass es sowohl bei der Unterbringung vieler Sammlungsteile als auch bei der Präsentation der Sammlungsobjekte Probleme gibt und folgerichtig Sanierungsbedarf an den Bausubstanzen besteht.

Die Koalition ist beim Kopieren des LINKEN-Antrags in diesem Punkt bereits gestolpert. Begrifflichkeiten wie „unterschiedlich fachlicher institutioneller Kontext“ zeigen nur, dass Sie über die Sammlung wenig wissen. Warum besitzt sie wohl diesen Weltruf? - Nicht nur allein wegen der Einzigartigkeit der Objekte, die enthalten sind, sondern weil sie in sich geschlossen sind, einzelne Fachgebiete der Wissenschaften repräsentieren und von Wissenschaftlern wie zum Beispiel Johann Friedrich Meckel und Julius Kühn, die sie aufgebaut haben, eben genauso, wie sie jetzt sind, gedacht wurden.

Genau deshalb, Herr Lange, ist Ihrem Universalnaturkundemuseum auch eine Absage zu erteilen. Sie wollen die wertvollsten Objekte aus den Sammlungen herausreißen und präsentieren. Was wird dann mit dem Rest?

Was für ein Ansinnen! Man denke dabei an das Ei der Wandertaube aus der Sammlung von Max Schönwetter. Das sollten Sie vor allem wissen; denn die Vision der Martin-Luther-Universität, die seit zehn Jahren diskutiert wird, ist, die Sammlung zu extrahieren. Genau der daraus resultierende Schwebezustand, die Frage, wie geht es eigentlich weiter, hat zur Personalreduzierung und zum stiefmütterlichen Dasein der Sammlung geführt.

Sie von der CDU und der SPD haben diesen Prozess unterstützt, indem Sie den Dingen einfach ihren Lauf gelassen haben, wie immer. Aber nun sind Sie in der Pflicht. Sie müssen die entscheidenden Haushaltstitel bereitstellen. Prüfen Sie aber ruhig weiter und lassen Sie sich auch über Gespräche unterrichten.

Fassen wir noch einmal zusammen: Der Koalitionsantrag ist abzulehnen, da er keinerlei Entscheidungen trifft. Der LINKEN-Antrag hat zumindest das ausgesessene Problem der Landesregierung zum Vorschein gebracht. Allerdings ist die Zielsetzung hier wieder fraglich.

Folgen Sie daher unserem Antrag. Entscheiden Sie jetzt! Denn mit Museen ist es wie mit Schwimmhallen. Sie bringen zwar keinen monetären Gewinn, aber einen nicht mit Geld aufzuwiegenden ideellen Gewinn für unser Volk. - Danke schön.

(Beifall bei der AfD)